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Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) kann die Heilung insbesondere am Knochen – aber nicht nur dort – beschleunigen. Die akustischen Wellen werden über Mechanotransduktion in eine Gewebeantwort übersetzt. Neben der Stammzellaktivierung werden auch Effekte auf die Exosomenausschüttung, die Modulation der Inflammation und Wachstumsfaktoren durch die Stoßwellentherapie ausgelöst, welche die positiven Wirkungen auf die Knochenheilung sowohl bei verzögerter Knochenheilung wie bei Pseudarthrosen wie auch bei Stressreaktionen und Stressfrakturen erklären. Kombinationstherapien mit oszillierenden Magnetfeldern (pulsierende Magnetfeldtherapie [PEMF] und extrakorporale Magnetotransduktionstherapie [EMTT]) und orthobiologischen Injektionen können in der Zukunft möglicherweise die gezeigten Effekte noch verstärken helfen.
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Aristoteles erklärte bereits: Olympiasieger waren die, die ihre Energien nicht in Früh- oder Übertraining verschwendeten [1].
Stressfrakturen entstehen auf dem Boden einer Dysbalance zwischen Belastung und Regeneration bei einer Steigerung von Trainingsumfang und/oder -intensität [2]. Nicht ausreichender Respekt vor bzw. die Nichtbeachtung der dieser Balance kann zu verlängerter Ermüdung und unzureichender Trainingsantwort im Sinne einer Maladaption führen, die ein erhöhtes Risiko für Überlastungsschäden bedingt.
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Die Erstbeschreibung der Stressfraktur geht auf Breithaupt [3] im Jahr 1855 zurück, der bei deutschen Soldaten infolge von extensiven Märschen die sog. Marschfraktur beobachtete.
Je nach betroffener Lokalisation unterscheidet man Stressfrakturen in Niedrigrisiko- und Hochrisikoverletzungen (Tab. 1).
Tab. 1
Niedrigrisiko- vs. Hochrisikostressfrakturen
Niedrigrisikostressfraktur
Hochrisikostressfraktur
Außenknöchel
Innenknöchel
Fersenbein
Talushals
2.–4. Mittelfußknochen
5. Mittelfußknochen
Oberschenkelschaft
Oberschenkelhals
–
Sesambeine
Os naviculare am Fuß
Tibiaschaft
Eine Übertherapie von Niedrigrisikostressfrakturen führt zu unnötigem Trainingsverlust und verlängertem Return-to-Sport. Eine Untertherapie von Hochrisikostressfrakturen führt zu verlängertem Verletzungsausfall und Komplikationen.
Oftmals werden Stressfrakturen verzögert erkannt, einerseits, weil der Athlet meist zunächst keine medizinische Diagnosestellung in Anspruch nimmt, und zweitens, weil sich die Diagnosestellung nicht immer geradlinig und einfach gestalten muss. Insbesondere heranwachsende Sportler mit hohen sportlichen Anforderungen geraten leicht in eine Situation, in welcher der Knochen durch eine Trainingsverschärfung und/oder Monotonie mit einer Stressreaktion bis hin zur Stressfraktur reagiert.
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Stressfrakturen werden oftmals verzögert erkannt
Die Magnetresonanztomographie (MRT) erscheint als diagnostisches Mittel der Wahl, insbesondere für das Knochenödem als Stressreaktion des Knochens. Eine Dünnschicht-Computertomographie (CT) bzw. die digitale Volumentomographie kann beispielsweise als Weight-bearing-CT (WBCT) bei Sesambeinfrakturen sehr hilfreiche Informationen liefern (Abb. 1).
Abb. 1
Weight-bearing-CT (WBCT) als digitale Volumentomographie im Stehen einer medialen Sesambeinfraktur in drei Ebenen (a-c) sowie in der dreidimensionalen Reformation (d)
Oszillierende Magnetfeldtherapie (pulsierende Magnetfeldtherapie [PEMF] und extrakorporale Magnetotransduktionstherapie [EMTT])
Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf der ESWT liegen.
Extrakorporale Stoßwellentherapie
Die ESWT hat sich in den 1970er-Jahren experimentell [4, 5] und seit der ersten klinischen urologischen Behandlung am 7. Februar 1980 im Klinikum Großhadern in München [6] zur Nierensteinzertrümmerung in einer Reihe von klinischen Disziplinen jenseits der Urologie entwickelt. Nach den initialen positiven Erfahrungen der urologischen Kollegen in München fand die ESWT Eingang in die Unfallchirurgie und Orthopädie, u. a. aufgrund von Beobachtungen des urologischen Kollegen Gerald Haupt [7], der eine Knochendickenzunahme am Os ilium beobachtete, wenn die fokussierte Stoßwellentherapie bei Nierensteinverortung im distalen Ureter bzw. der Blase durch die Beckenschaufel durchtrat [8, 9].
In der Folge habilitierte sich u. a. Axel Ekkernkamp zum Einfluss der fokussierten Stoßwellentherapie auf die Knochenheilung bei Tibia-osteotomierten Schafen, bei denen mit 20 und 24 kV Energieflussdichten positive Effekte auf die Kallusbildung nach Osteotomie erzeugt werden konnten.
Physik der ESWT
Bei der Interpretation der folgenden ESWT-Studien sind einige physikalische technische Gegebenheiten von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Die unterschiedlichen Gerätetechniken führen mitunter zu unterschiedlichen therapeutischen Effekten. Daher sollte bei der Interpretation der vorzustellenden Studien auch das Augenmerk des Lesers auf das verwendete Stoßwellengerät, die verwendete Stoßwellentechnologie wie auch auf die noch auszuführenden Geräteparameter gerichtet werden.
Prinzipiell ist die radiale, ballistische Druckwellentherapie von der fokussierten Stoßwellentherapie zu unterscheiden. Die Druckanstiegsanstiegsgeschwindigkeit der fokussierten Stoßwelle ist um ein Vielfaches schneller und höher als die der radialen Druckwelle (Abb. 2).
Abb. 2
Druckverlauf der fokussierten Stoßwellen (a) bzw. radialen Druckwellen (b)
Die physikalischen Parameter der fokussierten Stoßwellentherapie differieren neben der Druckanstiegsgeschwindigkeit und dem maximalen Druck auch in weiteren physikalischen Parametern von der radialen ballistischen Druckwellentherapie, die in Tab. 2 gegenübergestellt sind.
Tab. 2
Einige physikalische Charakteristika der fokussierten extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) und radialen Druckwellentherapie
Fokussierte Stoßwelle
Radiale Druckwelle
10–100 MPa
Druck
0,1–1 MPa
0,2 ms
Pulsdauer
0,2–5 ms
0,5–2nMs
Impact
100–200nNs
100–150 MPa/mm
Pulsgradient
0,1–0,5 kPa/mm
Fokussiert
Druckverteilung
Radial divergent
8–10 cm
Penetrationstiefe
Oberflächlich 0,5 cm
Die fokussierte Stoßwellentherapie sollte in Abhängigkeit von der Art der Generierung der fokussierten Stoßwelle differenziert werden (Tab. 3):
Elektrohydraulisch generierte fokussierte ESWT
Elektromagnetisch generierte fokussierte ESWT
Piezoelektrisch generierte fokussierte ESWT
Tab. 3
Physikalische Unterschiede dreier unterschiedlicher fokussierter Generatoren der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) mit Haltbarkeit der fokussierten Handstückquelle sowie der Fokusgröße
Haltbarkeit ESWT-Quelle
Fokusgröße
Elektrohydraulisch fokussierte ESWT
500.000 Impulse
Groß und weiträumig
Elektromagnetische fokussierte ESWT
2.000.000 Impulse
Medium
Piezoelektrische ESWT
5.000.000 Impulse
Schmal
Energieflussdichten
Die Entwicklung der fokussierten ESWT durch mehrere Unternehmen mit den drei genannten Generatortypen in den 1980er- und 1990er-Jahren führte zu einer Vielzahl an auch physikalischen Konsensuskonferenzen. Als ein Parameter, der die fokussierte ESWT beschreibt, wurde die Energieflussdichte gemessen in mJ/mm2 eingeführt. Nierensteinzertrümmerung wird in der Regel hochenergetisch mit 1,0–2,5 mJ/mm2 durchgeführt, während die orthopädisch-regenerative Behandlung an Sehnen zwischen 0,07 und 0,20 mJ/mm2, an Nerven wie dem N. medianus beim Karpaltunnelsyndrom sogar noch niedriger nanoenergetisch mit 0,01–0,05 mJ/mm2 erfolgt (Abb. 3).
Abb. 3
Unterschiedliche Energieflussdichten einer elektromagnetischen fokussierten Quelle in Bezug auf das Zielgewebe
Die initialen frühen v. a. auch urologischen Erfahrungen mit der ESWT entwickelten eine mechanistische Hypothese hinsichtlich der Wirkweise. Je höher die ESWT-Energie, desto wahrscheinlicher konnte diese z. B. einen Nierenstein zertrümmern. Je mehr Energie, so ein Gedanke, desto größer der Effekt seinerzeit.
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Bei reduzierter Energie kam es zu einem verbesserten klinischen Effekt
Beachtet man beispielsweise die berichteten Energieflussdichten (EFD) der klinischen ESWT-Studien über die letzten 20 Jahre im internationalen Vergleich, so fällt auf, dass die verwendeten Energieflussdichten sukzessive zurückgingen, während die klinisch bemerkten Effekte mitunter sogar stiegen – mit anderen Worten: Bei reduzierter Energie kam es zu einem verbesserten klinischen Effekt. So berichtete die Arbeitsgruppe um Sergio Russo aus Italien im Jahr 2000 von ihren Erfahrungen bei 153 Kahnbeinpseudarthrosen, die mit 4 Sitzungen hochenergetisch fokussiert elektromagnetisch mit 4000 Impulsen à 0,5 mJ/mm2 erfolgreich behandelt wurden [10]. 19 Jahre später berichtet eben dieser Sergio Russo, dass er jetzt mit Energieflussdichten von 0,05–0,12 mJ/mm2 mit 2000 Impulsen und 3–5 Sitzungen erfolgreich identische Kahnbeinpseudarthrosen behandelt [11].
Meine These in diesem Zusammenhang lautet: Je mehr Stoßwellenerfahrung der Behandler hat, desto niedriger die mittleren Energieflussdichten, die er verwendet.
Diese Beobachtung wie auch jüngere experimentelle Ergebnisse legen eine regenerative Wirkung mit deutlich niedrigeren Energieflussdichten im Vergleich zur mechanistischen Steinzertrümmerung nahe. Johannes Holfeld konnte mit seiner Arbeitsgruppe u. a. nachweisen, dass die fokussierte Stoßwellentherapie eine Stammzellaktivierung auslöst [12]. Weitere Effekte sind Angio- und Vaskulogenese, NO-Stimulation, Induktion von Wachstumsfaktoren wie Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) oder Bone Morphogenetic Proteins (BMP) sowie die Modulation der Inflammation wie auch eine Exosomstimulation [13, 14].
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Ein nachtteiliger Effekt auf offene Wachstumsfugen wird seit mehr als 2 Dekaden diskutiert, basierend auf einer einzigen hochenergetischen Studie bei Ratten [15]. Seinerzeit wurden bei 20 kV 1500 Schüsse auf die Wachstumsfuge fokussiert, wobei bei 33 % der Tiere ein vorzeitiger Fugenschluss beobachtet wurde. In anderen Modellen konnte dieser Effekt nicht repliziert werden, so beispielsweise bei 18 Hasen (0,32 mJ/mm2 800 Schuss; [16]), wobei die Harmlosigkeit auch in einer weiteren Untersuchung bestätigt werden konnte [17]. Auch klinisch ist weder bei der Behandlung des M. Osgood-Schlatter [18] des Heranwachsenden noch bei Apophysenverletzungen [19] ein vorzeitiger Fugenschluss beobachtet worden, wie auch das Beispiel einer 11-jährigen Hockeyspielerin im Bild verdeutlicht (Abb. 4).
Abb. 4
Knochenödem der distalen Fibula (rechte Seite, seit 2 Jahren bestehende Schmerzen im Außenknöchel) bei einer 11-jährigen Hockeyspielerin vor (a) und 5 Monate nach (b) 3 Sitzungen fokussierter Stoßwellentherapie (ESWT) ohne Zeichen eines vorzeitigen Epiphysenfugenschlusses
Experimentell konnte die Arbeitsgruppe um Prof. Wang aus Taiwan schon in den frühen 2000er-Jahren einen dosisabhängigen positiven Effekt der fokussierten Stoßwellentherapie auf die Knochendichte von Hasen nachweisen [20] wie auch positive Effekte auf „bone-tendon junction“ [21] in Analogie zu den Beobachtungen von Axel Ekkernkamp in seiner zuvor zitierten Habilitationsschrift bei Schafen. Mittlerweile belegt eine Wiener Arbeit, dass die Funktion von vorderen Kreuzbandersatzoperationen durch die postoperative fokussierte ESWT signifikant verbessert werden kann [22].
Sowohl in Japan 2007 [23] wie auch in Italien 2009 [24] werden erste klinische erfolgreiche Fälle fokussierter ESWT bei Stressfrakturen von Athleten berichtet. Das Schienbeinkantensyndrom („shin splint“, „medial tibial stress syndrome“, MTSS) konnte in einer Kohortenstudie positiv durch eine radiale niedrigenergetische ESWT beeinflusst werden [25].
Eine randomisiert-kontrollierte Studie [26] bei spanischen Fußballspielern zeigte bei einer Stressfraktur des Metatarsale 5 für die fokussierte ESWT (0,21 mJ/mm2, 2000 Impulse, 3 Sitzungen) identische Ergebnisse im Vergleich zur operativen Schraubenversorgung in Bezug auf Schmerzreduktion und Return-to-Play.
Um die Rückkehr zum Sport noch weiter zu beschleunigen, gibt es einige Hinweise, die eine Kombinationstherapie mit der Stoßwellentherapie vorschlagen, beispielsweise für die Kombination ESWT und „platelet rich plasma“ (PRP) [27] oder die Kombination von ESWT und oszillierender Magnetfeldtherapie (EMTT; Abb. 5 und 6; [28, 29]).
Abb. 5
Stressfraktur des Os cuboideum mediale vor (a) und 6 Wochen nach (b) 3 Sitzungen kombinierter extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) und extrakorporaler Magnetotransduktionstherapie (EMTT) bei einer 15 Jahre jungen Hürdensprinterin
a Fokussierte elektromagnetische Stosswellentherapie (ESWT; Abb. 6a) und b extrakorporale Magnetotransduktionstherapie (EMTT) bei medialer Sesambeinfraktur
Bereits in den frühen 2000er-Jahren wurde der Einfluss der fokussierten ESWT auf das Knochenmarködem an unterschiedlichen Lokalisationen geprüft. Die Lunatummalazie der Handwurzel als Osteonekrose ist erstbeschrieben durch Peste 1843 und benannt nach dem Wiener Radiologen Robert Kienböck (1871–1953), der 1904 der ersten radiologischen Hauptabteilung am Wiener AKH vorstand und u. a. den Quantimeter als Vorläufer des Dosimeters beschrieb. Die fokussierte ESWT konnte bei 22 Patienten den Schmerz signifikant reduzieren und die Funktion verbessern [30]. Dieselbe italienische Arbeitsgruppe zeigte kurze Zeit später den erfolgreichen Einsatz der fokussierten ESWT beim Knochenmarködem der Hüfte [31].
Bei der Osteonekrose des Femurkopfes profitieren insbesondere die Association Research Circulation Osseus (ARCO) Stadien I und II deutlich besser von der fokussierten ESWT (0,5 mJ/mm2, 2400 Impulse, 4 Sitzungen) als ARCO Stadium III über einen Zeitraum von 2 Jahren [32].
Im Langzeitverlauf über 9 Jahre zeigt die fokussierte ESWT im Vergleich zur Core-decompression-Operation in der ESWT-Gruppe eine Überlegenheit in Bezug auf die Schmerzstärke wie auch auf den Harris-Hip-Score [33]. Eine Metaanalyse bestätigt, dass die fokussierte ESWT insbesondere bei frühen Hüftkopfnekrosestadien ARCO I und II den Schmerz reduzieren, die Funktion zu verbessern und das Knochenödem zu reduzieren vermag [34].
Die Ergänzung von Alendronat zur ESWT konnte bei der Osteonekrose des Femurkopfes keine weitere Verbesserung erzielen in einer randomisiert-kontrollierten Studie [35]. Eine Kohortenstudie (n = 17) bei bilateraler Hüftkopfnekrose, bei welcher eine Seite prothetisch versorgt und die andere Seite mit 6000 Impulsen und 28 kV fokussiert stoßwellenbehandelt wurde, ergab: 13 Patienten werteten die ESWT-behandelte Hüfte besser als die prothetische, 4 Patienten bewerteten beide Seiten identisch, keiner favorisierte die prothetische vs. die ESWT-Seite [36].
Eine Metaanalyse aus Hamburg belegt, dass die Stoßwellentherapie beim Knochenmarködem den Schmerz und die Funktion signifikant vs. einer Kontrolltherapie verbessern kann [37].
Osteitis pubis und ESWT
In einer doppelblinden, randomisiert-kontrollierten Studie mit 143 Amateurfußballern konnte die Stoßwellentherapie den Schmerz signifikant schneller und stärker reduzieren sowie schneller den Fußballsport wieder aufnehmen („faster return to play“) als eine physiotherapeutische Standardtherapiegruppe [38]. Ein Vorteil der Stoßwellentherapie bei Athleten ist die Möglichkeit, auch in der Saison ohne wesentliche Unterbrechung des Trainings/Wettkampfs diese Therapie anzuwenden [39].
Fazit für die Praxis
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) kann die Heilung am Knochen beschleunigen.
Bei der ESWT werden die akustischen Wellen mittels Mechanotransduktion auf das Gewebe übertragen und induzieren so eine entsprechende Reaktion.
Durch die Stoßwellentherapie werden Stammzellen aktiviert und Effekte auf Exosomen, Inflammation und Wachstumsfaktoren ausgelöst.
Auch bei verzögerter Knochenheilung, Pseudarthrosen sowie Stressreaktionen und Stressfrakturen sind positive Wirkungen der ESWT zu verzeichnen.
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
K. Knobloch gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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