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01.12.2009 | Leitthema | Ausgabe 6/2009

Rechtsmedizin 6/2009

Strukturelle Probleme bei der Leichenschau

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 6/2009
Autor:
Prof. Dr. B. Madea

Zusammenfassung

Die Ursachenkomplexe für die Misere der ärztlichen Leichenschau sind vielfältig und können in strukturelle sowie situative Ursachen einerseits sowie Ursachen auf Seiten des Arztes und der Ermittlungsbehörden andererseits differenziert werden. Irrtümer bei der ärztlichen Leichenschau wirken sich für die Rechtssicherheit insbesondere bzgl. der Todesartfehlqualifikation aus. Die Qualifikation der Todesart ist allerdings untrennbar mit der Feststellung der Todesursache verbunden, der bei fehlender Kenntnis der Patientenanamnese und aus dem Leichenschaubefund nicht ableitbaren Schlussfolgerungen zur Todesursache naturgemäß Grenzen gesetzt sind. Ursachenkomplexe für die Misere der ärztlichen Leichenschau sind z. B.:
  • für bestimmte Fallgruppierungen objektive Überforderung des Leichenschauers ohne flexible Lösungsmöglichkeiten,
  • fehlende Vorbildung in der Handhabung von Problemfällen,
  • fehlende Verwaltungssektion bei durch die Leichenschau nicht zu klärender Todesursache,
  • Verquickung ärztlicher mit kriminalistischen Aufgaben,
  • Neigung als Leichenschauer, sich und den Angehörigen „Ärger vom Hals zu halten“ mit leichtfertiger Attestierung eines natürlichen Todes,
  • unzureichende Reflexion der zum Tode führenden Krankheitskausalkette trotz bekannter Anamnese.
Der gravierendste Systemfehler allerdings ist, dass meldepflichtige Todesfälle auf die mit nicht natürlicher und nicht geklärter Todesart beschränkt werden, ohne die medizinisch unklaren Todesfälle einer weiteren Überprüfung zu unterziehen.

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