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01.11.2010 | Forschungsmethoden und Evaluation | Ausgabe 4/2010

Prävention und Gesundheitsförderung 4/2010

„Subjektiver sozialer Status“

Stellenwert für die Untersuchung und Verringerung von gesundheitlicher Ungleichheit

Zeitschrift:
Prävention und Gesundheitsförderung > Ausgabe 4/2010
Autoren:
R. Hegar, A. Mielck

Zusammenfassung

Hintergrund

Zur Erfassung des sozialen Status werden in der Public-Health-Forschung fast immer „objektive“ Faktoren wie Bildung, Einkommen und berufliche Position verwendet. In englischsprachigen Publikationen wird seit einigen Jahren auch der „subjektive soziale Status“ erhoben („subjective social status“; SSS). Dieser Ansatz kann auch für die Praxis der Gesundheitsförderung und Prävention von erheblicher Bedeutung sein. In Deutschland ist er bisher jedoch kaum zur Kenntnis genommen worden.

Methoden

Auf Basis einer Suche in mehreren Datenbanken wurde ein systematischer Review über die empirischen Studien erstellt, in denen die Variable SSS verwendet wird. Im deutschsprachigen Raum ist ein derartiger Review u. W. noch nicht vorhanden. Einbezogen wurden dabei Zusammenhänge mit Morbidität, Mortalität und gesundheitlichen Risiken wie Rauchen oder Übergewicht. Auf Basis dieser Studien werden anschließend einige Handlungsempfehlungen für Forschung und Praxis in Deutschland abgeleitet.

Ergebnisse

Insgesamt konnten 53 empirische Studien gefunden werden. Die meisten Studien stammen aus den USA. Aus Deutschland, Österreich oder Schweiz ist keine Studie dabei. Von den 53 Publikationen sind 46 in den letzten 5 Jahren publiziert worden – die Diskussion ist also noch relativ neu. Der SSS wird fast immer über die MacArthur Scale erfasst. Dabei handelt es sich um eine Leiter, auf der die Befragten ankreuzen können, auf welcher Stufe sie sich zwischen oben (hoher Status) und unten (niedriger Status) einordnen. Inhaltlich weisen viele Studien darauf hin, dass ein niedriger SSS mit größeren gesundheitlichen Belastungen einhergeht, auch nach statistischer Kontrolle objektiver Statusmerkmale wie Bildung oder Einkommen.

Schlussfolgerung

Der SSS sollte auch in deutschsprachigen Studien erfasst werden, ergänzend zu den „objektiven“ Statusmerkmalen wie Bildung oder Einkommen. Wenn man Personen mit Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen erreichen will, dann muss man auch wissen, wie sie ihre eigene soziale Position wahrnehmen. Diese Wahrnehmung ist aber nicht nur von „objektiven“ Merkmalen wie Bildung oder Einkommen abhängig. Als Messinstrument zur Erfassung des SSS bietet sich v. a. die MacArthur Scale an. Das Bild der Stufenleiter kann die Wahrnehmung der eigenen sozialen Position offenbar intuitiv und gut nachvollziehbar abbilden.

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