Während in Interviews mit Vätern mit Substanzkonsumstörung ein eher traditionelles Rollenbild berichtet wird, was die Umsetzung einer involvierten Vaterschaft erschweren kann, werden auch weitere Aufgaben ergänzt [
2,
3]. Idealvorstellungen beinhalten z. B. Präsenz, Verantwortung, Offenheit oder Unterstützung, aber auch Autorität und Regulierung [
3,
5]. Keinesfalls sollte ein Vater absolut autoritär, aggressiv, gleichgültig oder überreglementierend auftreten, sondern angemessen reagieren [
5]. Dabei scheinen biografische Erfahrungen bedeutend. Berichtet wird von einem Vater, der nur als „männlicher Ernährer“, als abwesend oder generell negativ wahrgenommen wurde [
3,
5]. Dadurch fehlen positive Rollenvorbilder [
2,
3,
5,
22], während Idealvorstellungen in Abgrenzung zu der erlebten Vaterschaft formuliert werden, wobei negative Erfahrungen zur Umsetzung einer „besseren“ Vaterschaft motivieren können [
2,
3]. Dennoch erkennen einige Väter Parallelen zwischen der erlebten und der nun umgesetzten Vaterschaft [
5], während es einem anderen Teil gelingt, trotzdem eine positive Vaterschaft auszuleben [
3]. In einer norwegischen Erhebung mit drogenkonsumierenden Vätern wurden aus den Aussagen drei Vaterbilder identifiziert, die darstellen, wie sich Betroffene als Väter wahrnehmen: der gute, der schlechte und der unsichtbare Vater [
22]. Die meisten der acht Teilnehmer erleben sich als unsichtbar und in ihrer Vaterrolle unerwünscht und wertlos [
22].
Trotz vorhandener Schwierigkeiten berichten interviewte Väter auch von einer Freude aufgrund ihrer Vaterschaft [
3,
5,
19] und es bietet sich eine Möglichkeit zur Umsetzung sozialer Normalitätsvorstellungen im Gegensatz zur stigmatisierten Rolle als abhängige Person [
3].