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Suizidalität in der Onkologie

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Zusammenfassung

Trotz des erhöhten Suizidrisikos von Patient:innen mit einer Krebserkrankung wird das Thema Suizidalität in der Onkologie noch unzureichend berücksichtigt. Das Auftreten von Suizidgedanken kann in jeder Phase der Erkrankung durch verschiedene Belastungsfaktoren, die während einer Krebserkrankung und deren Therapie vorkommen, begünstigt werden. Verschiedene allgemeine und krankheitsspezifische Faktoren wie beispielsweise eine ungünstige Prognose, ein Suizidversuch in der Vergangenheit oder der Zugang zu Suizidmitteln sind mit einem erhöhten Risiko für einen Suizidversuch assoziiert. Neben einem Distress-Monitoring psychosozialer Belastungen, wie in der S3-Leitlinie Psychoonkologie empfohlen [28], sollte insbesondere bei Patient:innen, die einen oder gar mehrere Risikofaktoren aufweisen, offen nach dem psychischen und psychosozialen Befinden einschließlich Hoffnungslosigkeit, Lebensüberdruss- und/oder Suizidgedanken gefragt werden. Schon das Ansprechen von Todeswünschen durch die behandelnde Ärztin oder Arzt kann entlastend wirken und potenziell dazu beitragen, einen Suizid zu verhindern. Kenntnisse über ein strukturiertes Vorgehen bei Suizidalität geben darüber hinaus Handlungssicherheit.
Titel
Suizidalität in der Onkologie
Verfasst von
Prof. Dr. Bianca Senf
Anna Fleischer
Elisabeth Jentschke
Saskia Ludwig
Laura Pfannstiel
Publikationsdatum
23.04.2024
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Bildnachweise
Mann stützt den Kopf in die Hände/© Charday Penn / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Inflammatorisches Mammakarzinom/© Springer Medizin Verlag GmbH