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06.03.2019 | Leitthema | Ausgabe 5/2019

Der Onkologe 5/2019

Systemtherapie bei Tumoren der Vulva und Vagina

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 5/2019
Autoren:
Dr. V. Hagen, PD Dr. G. Kunz

Zusammenfassung

Hintergrund

Mit der zunehmenden Inzidenz der Vulva- und Vaginalkarzinome ist auch mit einer zunehmenden Bedeutung der Systemtherapie bei fortgeschrittenen und metastasierten Tumoren zu rechnen. In den einschlägigen Leitlinien wird der Einsatz bei mangelhafter Datenlage zurückhaltend bewertet.

Fragestellung

Die vorliegenden Daten aus der Literatur zur Systemtherapie (ohne Radiochemotherapie) sollen dargestellt werden und auf ihre Anwendbarkeit im Einzelfall in den verschiedenen Therapiesituationen Neoadjuvanz, Adjuvanz und Palliation gewertet werden.

Material und Methoden

Es wurde eine Literaturrecherche in PubMed mit den Schlagwörtern „vulvar cancer“ und „systemic therapy“ oder „systemic treatment“ oder „chemotherapy“ oder „neoadjuvant chemotherapy“ sowie „vaginal cancer“ und „systemic treatment“ oder „chemotherapy“ oder „neoadjuvant chemotherapy“ von Januar 1990 bis Juli 2018 durchgeführt.

Ergebnis

Die Daten beschränken sich im Wesentlichen auf retrospektive, einarmige, monozentrische Untersuchungen an meist sehr kleinen Fallzahlen, bestenfalls handelt es sich um prospektive multizentrische Phase-II-Studien. Als Orientierung können die bei den häufigeren, biologisch ähnlichen Entitäten Zervixkarzinom und Analkarzinom verwendeten Zytostatika und -kombinationen dienen. Bei jüngeren Patientinnen mit HPV(humanes Papillomvirus)-induzierten Vulva- und Vaginalkarzinomen ist mit einer besseren Wirksamkeit und Verträglichkeit der Chemotherapie zu rechnen. Erste Ergebnisse zu zielgerichteten Therapien deuten auf eine Wirksamkeit von EGFR(„epidermal growth factor receptor“)-gerichteten Therapien. Insbesondere bei HPV-induzierten Tumoren könnte die Krebsimmuntherapie zukünftig eine Option sein.

Schlussfolgerung

Aufgrund der spärlichen Daten ist ein Einsatz von Systemtherapien auf Einzelfälle zu beschränken, bei denen es um eine Reduzierung von Folgen anderer Therapiemodalitäten gehen muss oder andere Behandlungsoptionen nicht (mehr) zur Verfügung stehen. Die Seltenheit dieser Tumoren macht internationale Studienkooperationen und Registerstudien zur Erfassung der Therapierealität erforderlich. Eine Chance ist möglicherweise die Übertragbarkeit von Ergebnissen bei häufigeren Tumorentitäten mit ähnlichen biologischen Eigenschaften und Ansätzen für zielgerichtete Therapien.

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Literatur
Über diesen Artikel

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