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29.04.2019 | Mini-Review | Ausgabe 3/2019

Allergo Journal 3/2019

Tampicofaser-Bystander-Exposition als Auslöser von beruflichem Asthma in einer Bürstenfabrik

Fallbericht und Literaturübersicht

Zeitschrift:
Allergo Journal > Ausgabe 3/2019
Autoren:
Prof. Dr. Monika Raulf, Ingrid Sander, Thomas Brüning, Silke König
Wichtige Hinweise

Interessenkonflikt

Die Autoren haben im Zusammenhang mit dieser Publikation keine Interessenkonflikte. MR hat Honorare für Vorträge von ThermoFisher Scientific, Astellas und HAL erhalten.

Zitierweise

Raulf M, Sander I, Brüning T, König S. Occupational asthma due to tampico fiber bystander exposure in a brush production company — case report and literature review. Allergo J Int 2019;28:73—7 https://​doi.​org/​10.​1007/​s40629-018-0085-8

Zusammenfassung

Hintergrund

Eine Maschinenbedienerin in einer Bürstenfabrik erschien zu einer gutachterlichen Untersuchung aufgrund des Verdachtes auf eine berufsbedingte obstruktive Atemwegserkrankung. Sie berichtete über das Auftreten starker Atemnot, immer dann, wenn Kollegen im gleichen Arbeitsbereich Tampicofasern beziehungsweise eine Mischung aus Tampicofasern und Bassine verarbeiteten.
Die Herausforderung im Rahmen der Begutachtung bestand nun darin, bei der angegebenen arbeitsplatzbezogenen Beschwerdesymptomatik eine berufsbedingte Kausalität und eine IgE-vermittelte Sensibilisierung nachzuweisen oder auszuschließen.

Methoden

Zur weiteren diagnostischen Abklärung wurden vom Arbeitsplatz stammende Tampicofasern extrahiert, die Proteine biotinyliert und für die spezifische IgE-Testung an Streptavidin-ImmunoCAP gekoppelt. Das Material vom Arbeitsplatz wurde hinsichtlich Kontamination mit Milbenallergenen überprüft. Weiterhin wurde eine systematische Literaturrecherche in Pubmed zu „Agave-/Tampicofasern und Erkrankungen“ durchgeführt.

Ergebnisse

Im Patientenserum konnten Tampico-spezifische IgE-Antikörper (10,5 kU/L und im Immunoblot Markierung von Proteinbanden im Bereich 25 kDa) nachgewiesen werden. Der Inhibitionsassay zeigte, dass die Kontamination des Tampicomaterials mit Milbenallergenen nicht für die IgE-Reaktivität ursächlich war.

Schlussfolgerung

Tampicofasern sind robuste Fasern, die aus den Blättern der mexikanischen Agave lechugilla gewonnen werden. In der Literatur wurden mehrfach Hautreaktionen in Form einer irritativen Kontaktdermatitis beschrieben, aufgrund beruflicher Exposition gegenüber Agavenblättern beziehungsweise durch Kontakt mit Agavensaft. Im vorliegenden Fall wurden die asthmatischen Beschwerden einer Beschäftigten in einer Bürstenfabrik auf eine inhalative Bystander-Exposition mit Tampicofaserstaub am Arbeitsplatz zurückgeführt. Der eindeutige Sensibilisierungsnachweis gegen Tampicofasern lieferte die medizinischen Voraussetzungen für die Anerkennung einer Berufskrankheit (BK 4301).

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