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01.05.2014 | Leitthema | Ausgabe 3/2014

Der Pneumologe 3/2014

Telemedizin als Tool bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, um die Einflüsse des Klimawandels zu erfassen

Zeitschrift:
Der Pneumologe > Ausgabe 3/2014
Autoren:
Dr. M. Jehn, C. Witt

Zusammenfassung

Hintergrund

Der Klimawandel führt zu einer Zunahme von Temperaturextremen, indem es mehr heiße und mehr kalte Rekordtage geben wird. Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis sind demnach einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko ausgesetzt.

Fragestellung

Ein telemedizinisches Monitoringsystem wurde entwickelt, um die Auswirkungen von Hitzestress (Tage > 25 °C) auf den klinischen Zustand zu evaluieren.

Methoden

Es wurden 62 Patienten in die Studie eingeschlossen und entweder in eine Telemedizingruppe (n = 32) oder Kontrollgruppe (n = 30) randomisiert. Das Telemonitoring beinhaltete die Erfassung des klinischen Zustands (COPD-Assessment-Test, CAT), eine tägliche Lungenfunktionsmessung (FEV 1) und einen wöchentlichen 6-Minuten-Gehtest (6MWT). Die Beobachtungsdauer betrug insgesamt 9 Monate.

Ergebnisse

Im Zeitraum vom 1. Juni bis 31. August 2012 wurden insgesamt 32 Tage mit Hitzestress gezählt (mittlere Lufttemperatur 29 ± 2,5 °C) und mit 32 Tagen ohne Hitzestress aus dem gleichen Zeitraum verglichen (mittlere Lufttemperatur 21 ± 2,9 °C). An Tagen mit Hitzestress zeigten die Patienten in der Telemedizingruppe eine signifikante Verschlechterung der Lungenfunktion, der körperlichen Leistungsfähigkeit im 6MWT und ihres klinischen Zustands gemessen am CAT-Fragebogen. In den Sommermonaten erlitten 3 Patienten der Telemedizingruppe einen durch akute Luftnot bedingten Anfall (Exazerbation) im Vergleich zu 14 Kontrollpatienten. Über die gesamte 9-monatige Beobachtungsdauer zeigten die Patienten in der Telemedizingruppe insgesamt weniger Exazerbationen im Vergleich zur Kontrollgruppe, eine kürzere Krankenhausliegedauer und weniger Konsultationen beim Lungenarzt.

Schlussfolgerungen

Patienten mit COPD sind vom Hitzestress stark betroffen. Sowohl der klinische als auch der funktionelle Zustand sind durch Hitzestress eingeschränkt. Ein telemedizinisches Patientenmonitoring senkt das Exazerbationsrisiko und den Bedarf an Krankenversorgung und sollte für das Management von chronischen Erkrankungen während Hitzeperioden zusätzlich zur Grundversorgung bedacht werden.

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