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Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls

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Zusammenfassung

Die intravenöse Thrombolyse (IVT) und die endovaskuläre Schlaganfalltherapie (EST) zählen zu den Säulen der Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls. Während die IVT bereits seit Mitte der 1990er-Jahre fester Bestandteil der Akuttherapie ist, hat sich die EST in den letzten 10 Jahren als eine der wirksamsten kausalen Therapien etabliert. Traditionell wurde die systemische Thrombolyse mit Alteplase (rtPA) durchgeführt. Inzwischen wurde gezeigt, dass Tenecteplase (TNK) nicht unterlegen ist. Gegenüber rtPA hat TNK einige pharmakologische Vorteile und führt evtl. bei Großgefäßverschlüssen etwas häufiger zu einer frühen Rekanalisation. Alle Rekanalisationstherapien sind stark zeitabhängig. Um eine zügige Behandlung zu gewährleisten, sollen klinikintern Standard Operating Procedures (SOP) formuliert und praktiziert werden. Das klassische Zeitfenster nach Symptombeginn für die IVT liegt bei 4,5 h und kann durch spezielle bildgebende Verfahren auf bis zu 9 h ausgedehnt werden. Für die EST gibt es studienbasiert ein Zeitfenster von 24 h nach Symptombeginn, wobei in Einzelfällen Rekanalisationen auch darüber hinaus noch erfolgreich waren. Wichtiger als bei der IVT ist für die Patientenselektion die Identifizierung von rettbarem Hirngewebe mittels spezieller Bildgebung. Auch bei ausgedehnten Ischämiefrühzeichen kann die EST dennoch mit einer Verbesserung des Outcomes verbunden sein. Der Vorteil der IVT gegenüber der EST ist, dass sie weniger technische und personelle Ressourcen benötigt und auch deswegen mehr Schlaganfallpatienten angeboten werden kann. Die EST erfordert hingegen eine hohe apparative und personelle Expertise und kann daher nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Beide Verfahren sollen vor allem bei Patienten ohne Kontraindikationen im Zeitfenster von 4,5 h kombiniert werden.
Titel
Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls
Verfasst von
Muadh Hussain
Jan Purrucker
Peter Ringleb
Silvia Schönenberger
Publikationsdatum
09.01.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin / Ausgabe 2/2025
Print ISSN: 2193-6218
Elektronische ISSN: 2193-6226
DOI
https://doi.org/10.1007/s00063-024-01233-w
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