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02.06.2020 | Notfallmedizin | Ausgabe 7/2020

Der Anaesthesist 7/2020

Terrorismusabwehrübung – Was können wir daraus lernen?

Baden-Württembergische Terrorismusabwehr Exercise (BWTEX)

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 7/2020
Autoren:
Prof. Dr. E. G. Pfenninger, W. Klingler, Th. Keiloweit, M. Eble, V. Wenzel, W. A. Krüger

Zusammenfassung

Hintergrund

Planung sowie Übungen zur Versorgung von vielen Verletzten bei einem Terroranschlag helfen, Chaos zu minimieren und die Outcomes der Patienten zu verbessern. Die Effektivität von Übungen wird durch deren Evaluation bewertet. Datenerhebungsmöglichkeiten bei Übungen sind jedoch sehr begrenzt, Evaluationen von Übungen bei terroristischen Anschlägen sind deshalb in der Literatur so gut wie nicht zu finden.

Fragestellung

Die vorliegende Studie soll untersuchen, welche Erkenntnisse aus klinischer Sicht aus einem Übungsszenario terroristischer Anschlag für Präklinik und Klinik gezogen werden können, unter Berücksichtigung der Schnittstellenproblematik.

Material und Methoden

Am 19.10.2019 fand die Großübung „Baden-Württembergische Terrorismus-Abwehr Exercise (BWTEX)“ statt. Explosion einer Autobombe und Schusswaffengebrauch durch Terroristen in der Innenstadt von Konstanz wurden simuliert. Polizei, Bundeswehr, Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes und des Rettungsdiensts sowie Personal der Kliniken Friedrichshafen, Konstanz und Sigmaringen versorgten die Verletzten. Verletzungsschwere, Zeitpunkt, Sichtungskategorie, Ersttherapie und Qualität der Dokumentation wurden am Anschlagsort und bei Klinikeintreffen erfasst.

Ergebnisse

Am Anschlagsort wurden 80 % der Verletzten triagiert, die Triage erfolgte am Anschlagsort im Mittel 83 ± 45 min nach dem Anschlag, in der Klinik nach 163 ± 54 min. Verletzte der Triage-Kategorie 1 (TK1, rot: vital bedroht – Sofortbehandlung) erreichten die Kliniken nach 198 ± 50 min, die der TK2 (gelb: schwer verletzt – dringliche Behandlung) nach 131 ± 44 min und die der TK3 (grün: leicht verletzt – nicht dringliche Behandlung) nach 157 ± 46 min. Zwischen Triage-Kategorie und Klinikankunft ergab sich kein signifikanter Unterschied (r = 0,2), ebenso wenig zwischen Injury Severity Score (ISS) und Klinikankunft (r = 0,43). Die Autoren vermuten, dass 44 % der Verletzten der TK1-Gruppe wegen vermeidbarer Zeitverzögerung verstorben wären.

Schlussfolgerung

Bei einem Massenanfall von Terroropfern ist im urbanen Bereich der Aufbau von Behandlungsplätzen kontraproduktiv; dies kann durch die Zeitverzögerung zu einer erhöhten Sterblichkeit der Patienten führen. In Planung und Durchführung von Übungen muss dies einfließen.

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