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28.11.2019 | Leitthema | Ausgabe 4/2019

Trauma und Berufskrankheit 4/2019

Therapie der Spondylodiszitis

Wann und wie konservativ – wann und wie operativ?

Zeitschrift:
Trauma und Berufskrankheit > Ausgabe 4/2019
Autoren:
Dr. med. E. Yilmaz, C. Kruppa, T. A. Schildhauer, M. F. Hoffmann

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Spondylodiszitis ist eine seltene, aber komplexe Erkrankung mit steigender Inzidenz. Diagnostische Algorithmen und Behandlungsoptionen werden kontrovers diskutiert. Nationale Leitlinien sind zwar für Mai 2020 geplant, fehlen aber nach wie vor, so dass diagnostische Algorithmen und Behandlungsoptionen weiterhin kontrovers diskutiert werden.

Zielsetzung

Es erfolgen die Präsentation eines Diagnostikalgorithmus und Behandlungsvorschläge mit Fokus auf die antibiotische Therapie.

Methoden

Eine umfassende Literatursuche wurde durchgeführt, um klinische Studien, nationale Leitlinien, Reviewartikel und Expertenmeinungen zu identifizieren, analysieren und diskutieren.

Resultate

Aufgrund der unspezifischen Klinik erfolgt die Diagnosestellung häufig verzögert. Meist kann die korrekte Diagnose nur mithilfe einer Kombination aus klinischen, laborchemischen und radiologischen Befunden gestellt werden. Die antibiotische Therapie ist eine Säule der Spondylodiszitistherapie. Empfohlen wird eine umgehende empirische antibiotische Therapie bis zur Identifikation des Pathogens. Eine konservative Therapie kann in Erwägung gezogen werden, wenn keine neurologischen Defizite, größeren Abszesse, knöchernen Destruktionen, Instabilitäten oder ein septisches Krankheitsbild vorliegen. Eine engmaschige Reevaluation und klinische Kontrollen sind in der poststationären Nachbehandlung essenziell. Die zeitgerechte operative Therapie kann zu einer schnellen Besserung der neurologischen Symptomatik, einer Sicherung der Diagnose durch Probenentnahme, Stabilisierung und Vermeidung von Deformitäten führen.

Schlussfolgerung

Die Diagnosestellung und Behandlung der Spondylodiszitis stellt eine Herausforderung dar und ist nach wie vor assoziiert mit einer hohen Morbidität und Mortalität. Schlüsselfaktoren einer erfolgreichen Behandlung sind die schnelle und korrekte Diagnosestellung und die adäquate antibiotische Therapie.

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