Skip to main content
main-content

22.02.2018 | Leitthema | Ausgabe 4/2018

Der Onkologe 4/2018

Therapie des Hodgkin-Lymphoms in frühen und intermediären Stadien

Diskussion aktueller Studiendaten und Therapieempfehlungen

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 4/2018
Autoren:
Dr. S. Sasse, P. J. Bröckelmann, C. Baues, H. T. Eich, A. Engert

Zusammenfassung

Hintergrund

In frühen und intermediären Stadien des Hodgkin-Lymphoms (HL) kann die überwiegende Zahl der Patienten durch eine risikoadaptierte Chemo- und Strahlentherapie (RT) geheilt werden. Allerdings trägt die therapieassoziierte Langzeittoxizität wesentlich zu Morbidität und Mortalität bei. Aktuelle Studien haben daher zum Ziel, die therapieassoziierte Toxizität unter Erhalt bzw. weiterer Verbesserung der erreichten Tumorkontrolle zu reduzieren.

Ziel

Ziel war die Entwicklung einer Therapieleitlinie für die frühen und intermediären Stadien des HL auf der Grundlage aktueller Studiendaten.

Methoden

Es erfolgte eine Analyse der Tumorkontrolle, des Gesamtüberlebens und der verfügbaren Toxizitätsdaten in aktuellen randomisierten Studien, Metaanalysen und relevanten retrospektiven Auswertungen.

Ergebnisse und Schlussfolgerung

In den frühen Stadien sind 2 Zyklen ABVD (Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbazin) und 20 Gy Involved-Site-RT (IS-RT) aufgrund der hervorragenden Überlebensdaten (HD10) und der Etablierung des kleineres Bestrahlungsfelds der IS-RT Therapiestandard. In den intermediären Stadien kann mit 4 Zyklen ABVD und 30 Gy IF-RT (Involved-Field-RT) ein progressionsfreies Überleben (PFS) von bis zu 83 % erzielt werden. Eine signifikante Verbesserung der Tumorkontrolle wurde bei höherer Akuttoxizität mit 2 Zyklen BEACOPPeskaliert (Bleomycin, Etoposid, Doxorubicin, Cyclophosphamid, Vincristin, Procarbazin, Prednison) und 2 Zyklen ABVD („2 + 2“; HD14) erreicht. Die in H10 angewandte 18FFDG-PET-basierte Applikation von 2 Zyklen BEACOPPeskaliert bei nach 2 Zyklen ABVD PET-positiven Patienten könnte bei einem signifikanten Teil der Patienten bei vergleichsweise gutem PFS die Therapieintensität reduzieren. Es bedarf jedoch weiterer Daten zur Etablierung dieses Ansatzes. Daher werden aktuell „2 + 2“ + 30 Gy IS-RT bei Patienten bis 60 Jahre als Standard empfohlen. Die verfügbaren Daten unterstützen die Rolle der RT in der erzielten Tumorkontrolle. Eine 18FFDG-PET-basierte RT kann als individueller Therapieansatz angewandt werden.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 4/2018

Der Onkologe 4/2018Zur Ausgabe

Neu im Fachgebiet Onkologie

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Onkologie und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise