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2019 | Buch

Therapie von Schmerzstörungen im Kindes- und Jugendalter

Ein Manual für Psychotherapeuten, Ärzte und Pflegepersonal

herausgegeben von: Dr. Michael Dobe, Prof. Dr. Boris Zernikow

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Umfangreich erweitert und aktualisiert: Das erprobte stationäre Schmerztherapieprogramm des Deutschen Kinderschmerzzentrums (DKSZ) als Buch in seiner 2. Auflage. Psychotherapeuten, Pädiater und Schmerztherapeuten finden hier ein Praxisbuch für die professionelle, multifaktorielle Behandlung von schmerzkranken Kindern und Jugendlichen:

Fachwissen, um die Ursache von chronischem Schmerz zu verstehen

Erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten basierend auf langjähriger, klinischer Erfahrung sowie wissenschaftlichen Fakten

Tages- und Therapiestruktur, Interventionen des Pflege- und Erziehungsteams (PET) und anderen beteiligten Berufsgruppen

Plus: Arbeitsmaterialien zur Erhebung von Ressourcen und besonderen Belastungsfaktoren sowie umfangreiches Literaturverzeichnis zur Vertiefung von Wissen

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Epidemiologie
Zusammenfassung
Chronische Schmerzen im Kindes- und Jugendalter sind häufig und betreffen etwa ein Viertel bis ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen. Risikofaktoren für chronische Schmerzen im Kindes- und Jugendalter sind vor allem ein höheres Alter, das weibliche Geschlecht und Stress. Insgesamt 5 % aller Kinder und Jugendlichen leiden in erheblichem Maße unter chronischen Schmerzen und benötigen eine interdisziplinäre Schmerztherapie. Das entspricht etwa 350.000 Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
L. Stahlschmidt
2. Schmerzstörung – eine biopsychosoziale Erkrankung
Zusammenfassung
Schmerz ist eine individuelle und ausschließlich subjektive Erfahrung. An der Verarbeitung von Schmerzreizen sind neben somatosensorischen Arealen auch emotionale Areale des zentralen Nervensystems wie z. B. das limbische System beteiligt. Schmerz ist keine rein sensorische Wahrnehmung, sondern hat immer auch emotionale Qualitäten. Schließlich spielt der familiäre und soziale Kontext des schmerzkranken Kindes eine wichtige Rolle bei der Schmerzempfindung. Für das Verständnis zur Entstehung und Aufrechterhaltung einer Schmerzstörung müssen sowohl biologische und psychologische Faktoren als auch der soziale Kontext berücksichtigt werden. In diesem Kapitel werden biologische, emotionale, kognitive und soziale Faktoren beschrieben, welche an der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Schmerzstörung beteiligt sind.
B. Zernikow, H. Kriszio, M. Frosch, M. Dobe, J. Wager
3. Diagnostik
Zusammenfassung
Eine Schmerzstörung ist per Definition eine biopsychosoziale Erkrankung. Die Diagnostik muss daher unabhängig von der Gewichtung der einzelnen Einflüsse stets auf biologischer, psychologischer und sozialer Ebene erfolgen. Die medizinische Diagnostik überprüft, inwiefern z. B. Erkrankungen zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung beigetragen haben oder diese aktuell negativ beeinflussen. Die psychologische Diagnostik erfasst emotionale Einflussfaktoren, die Verwendung dysfunktionaler Kognitionen und Copingstrategien sowie das Ausmaß der schmerzbezogenen Lebensbeeinträchtigung. Auf sozialer Ebene werden mögliche dysfunktionale Verhaltensweisen, z. B. in der Familie, sowie die Wechselbeziehungen zwischen der Schmerzerkrankung und dysfunktionalen Verhaltensweisen in Familie, Schule und Peergroup untersucht. Zudem ist es von großer Bedeutung, die spezifischen Ressourcen beim Kind und der Familie zu identifizieren. In diesem Kapitel werden die für eine zuverlässige Diagnostik notwendigen Schritte beschrieben.
J. Wager, H. Kriszio, M. Dobe, L. Stahlschmidt, B. Zernikow
4. Prinzipien der Therapie
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die wichtigsten Grundlagen vorgestellt, welche unabhängig vom therapeutischen Setting sowie dem medizinischen und therapeutischen Hintergrund der professionellen Helfer notwendig für eine erfolgreiche Behandlung einer Schmerzstörung im Kindes- und Jugendalter sind. Ausführlich werden die „3 Denkfallen“ beschrieben, welche für die Entwicklung einer Schmerzstörung förderlich sind. Im Anschluss wird die Notwendigkeit einer aktiven Schmerzbewältigung und des Einbezugs der Familie erläutert. Im Weiteren werden wichtige Aspekte der medikamentösen Schmerztherapie sowie die medizinischen Hintergründe der wichtigsten biologischen Einflussfaktoren kindlicher chronischer Kopf-, Bauch und Rückenschmerzen vorgestellt. Am Ende des Kapitels werden die therapeutische Haltung sowie Fragen nach der Funktionalität von Schmerzen thematisiert.
M. Dobe, M. Frosch, B. Zernikow
5. Indikationen für eine stationäre Schmerztherapie
Zusammenfassung
Viele Kinder mit chronischen Schmerzen können mit ambulanten Maßnahmen effektiv behandelt werden und benötigen keine stationäre interdisziplinäre Schmerztherapie. Liegt allerdings eine Schmerzstörung vor, welche in erheblichem Maße das Leben des Kindes und seiner Familie beeinträchtigt (z. B. in Form von vielen Schulfehltagen oder sozialem Rückzug), so stellt eine interdisziplinäre stationäre Schmerztherapie die sinnvollste Therapieoption dar. In diesem Kapitel werden operationalisierbare Kriterien beschrieben, anhand derer die Indikation für eine interdisziplinäre stationäre Schmerztherapie gestellt werden kann. Im Anschluss werden die Kontraindikationen für eine interdisziplinäre stationäre Schmerztherapie diskutiert.
M. Dobe, B. Zernikow
6. Bausteine des Schmerztherapieprogramms
Zusammenfassung
Dieses Kapitel fokussiert auf die organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen sowie die therapeutische Vorgehensweise einer Schmerztherapie bei Kindern, die an einer chronischen Schmerzstörung leiden. Insbesondere wird das wissenschaftlich evaluierte stationäre Schmerztherapieprogramm des Deutschen Kinderschmerzzentrums (DKSZ) vorgestellt, das sowohl für Kinder geeignet ist, die unter einer monosymptomatischen Schmerzstörung leiden, als auch für Kinder, die neben der Schmerzstörung komorbide andere psychische oder schwere organische Erkrankungen haben. Nach der Darstellung von Organisation und Struktur werden spezielle Aspekte der Edukation anhand von Fallbeispielen erläutert, bevor verschiedene Schmerzbewältigungstechniken, hilfreiche Strategien und Vorgehensweisen anschaulich vermittelt werden. Erprobte Vorschläge zum engmaschigen Einbezug des familiären Systems sowie zum Vorgehen bei Krisen und Rückfällen vermitteln praktisches Wissen im Umgang mit den familiären Systemen und unvorhergesehenen Situationen.
M. Dobe, M. Frosch, F. Flack, J. Behlert, B. Zernikow
7. Besonderheiten in der Schmerztherapie bei Kindern mit psychischen oder schweren organischen Erkrankungen sowie psychosozialen Belastungsfaktoren
Zusammenfassung
Das wesentliche Ziel dieses Kapitels ist die Darstellung und Vermittlung genereller Behandlungsaspekte bei der Behandlung von Kindern mit einer Schmerzstörung sowie einer zusätzlichen psychischen Erkrankung. Die hier vorgestellten Therapieansätze können sowohl in die ambulante als auch stationäre Schmerztherapie integriert werden. Insbesondere wird auf die Besonderheiten der Schmerztherapie bei co-morbider depressiver Symptomatik, Angst-, Trauma- oder Anpassungsstörung sowie dem Vorliegen einer Lernschwäche oder Hochbegabung eingegangen Abschließend widmet sich das Kapitel schmerzkranken Kindern, welche zusätzlich unter einer schwerwiegenden organischen Erkrankung leiden oder in psychosozial sehr belasteten Familiensystemen aufwachsen.
M. Dobe, B. Zernikow
8. Wirksamkeit des Schmerztherapieprogramms
Zusammenfassung
Unbehandelte oder unzureichend behandelte chronische Schmerzen im Kindesalter persistieren häufig bis ins Erwachsenenalter. Am Anfang dieses Kapitels werden kurz die Langzeitfolgen einer unzureichenden Therapie bzw. Nicht-Behandlung chronischer Schmerzen im Kindes- und Jugendalter beleuchtet. Anschließend wird der Frage nachgegangen, inwiefern Schmerzstörungen im Kindes- und Jugendalter im stationären Setting erfolgreich behandelt werden können. Der Fokus liegt auf der Wirksamkeit der stationären Schmerztherapie am DKSZ. Darüber hinaus werden kurz Ergebnisse internationaler Wirksamkeitsstudien zu vergleichbaren Schmerzprogrammen für Kinder und Jugendliche vorgestellt.
L. Stahlschmidt, M. Dobe, B. Zernikow, J. Wager
9. Arbeitshilfen
Zusammenfassung
Im Folgenden werden einige von uns verwendete diagnostische Instrumente, die wichtigsten Instruktionen sowie Arbeitsblätter, die in der Edukation eingesetzt werden, aufgeführt.
M. Dobe, J. Wager
Backmatter
Metadaten
Titel
Therapie von Schmerzstörungen im Kindes- und Jugendalter
herausgegeben von
Dr. Michael Dobe
Prof. Dr. Boris Zernikow
Copyright-Jahr
2019
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-58248-0
Print ISBN
978-3-662-58247-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-58248-0

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