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Therapiehandbuch Gynäkologie und Geburtshilfe

  • 2020
  • Buch

Über dieses Buch

Zu allen Bereichen des Fachgebiets Gynäkologie und Geburtshilfe gibt ein erfahrenes Autorenteam präzise und praxisorientierte Empfehlungen zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen. Die beschriebenen Therapieformen fußen ausnahmslos auf wissenschaftlichen Publikationen und den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin; die aktuellen Leitlinien sind jederzeit berücksichtigt. Ziel ist die optimale Behandlung für jede Patientin, abgestimmt auf die individuelle Problematik und orientiert am neuesten Stand der Wissenschaft. Für die 3. Auflage wurden alle Kapitel aktualisiert, ein zusätzliches Kapitel stellt das Verfahren der evidenzbasierten Risikokommunikation dar.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Allgemeine Grundlagen

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 1. Qualität in der Frauenheilkunde – Leitlinien, Qualitätsindikatoren, Zertifizierung

      Matthias W. Beckmann, Tobias Brodkorb
      Zusammenfassung
      Begriffe wie Leitlinien, Zertifizierung, Richtlinien oder Qualitätsindikatoren sind nur einige von vielen, die durch eine zunehmende Strukturierung im Gesundheitswesen unsere tägliche ärztliche Arbeit beeinflussen und in Zukunft weiter beeinflussen werden. Daraus resultiert die Notwendigkeit, sich mit dieser Thematik zu befassen. Dieses Buchkapitel soll einen Überblick geben, wie die Haupteinflussfaktoren in unserem Arbeitsumfeld der Gynäkologie und Geburtshilfe, nämlich Leitlinien, Richtlinien und Zertifizierung, entstehen und sich jeweils unterscheiden.
    3. Kapitel 2. Evidenzbasierte Risikokommunikation in der Gynäkologie und Geburtshilfe

      Jana Hinneburg, Christin Ellermann
      Zusammenfassung
      Evidenzbasierte Risikokommunikation sollte zentraler Bestandteil der Gynäkologie und Geburtshilfe sein, um eine gemeinsame Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Unter Berücksichtigung wesentlicher Kriterien bedeutet dies Informationen zum Nutzen und Schaden von medizinischen Maßnahmen auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse transparent und verständlich zu kommunizieren und somit informierte Entscheidungen zu ermöglichen. Notwendig hierfür sind risikokompetente Angehörige der Gesundheitsprofessionen.
    4. Kapitel 3. Leitlinien in der Gynäkologie und Geburtshilfe

      Unter besonderer Berücksichtigung der Leitlinienerstellung in der Schweiz Rosemarie Burian
      Zusammenfassung
      Leitlinien haben in den letzten zwei Jahrzenten in ihrer Bedeutung und in ihrer Anzahl kontinuierlich zugenommen. Primär werden diese für die meist ärztliche Entscheidungsfindung in spezifischen klinischen Situationen entwickelt. Im Bereich der Frauenheilkunde stehen inzwischen Leitlinien eines hohen Evidenzlevels zur Verfügung, die sowohl klinische als auch gesundheitspolitische Bedeutung erlangt haben.
  3. Vorsorge und Früherkennung in der Schwangerschaft

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 4. Schwangerenvorsorge

      Wolfgang Heyl, Jürgen Wacker
      Zusammenfassung
      Gesunde Frauen, befragt nach ihren Erwartungen an ihre Schwangerschaft und Geburt antworteten: „Aufrechterhaltung der körperlichen und soziokulturellen Normalität, eine unauffällig verlaufende, gesunde Schwangerschaft, ein problemloser Übergang in effektive Geburtswehen und Geburt sowie eine positive Mutterschaft.“ Unbestritten ist, dass eine Schwangerenvorsorge im Vergleich zu keiner Vorsorge Leben retten kann. In Deutschland ist die Schwangerenvorsorge gesetzlich durch die sogenannten „Mutterschafts-Richtlinien“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geregelt. Dabei ist „... das vorrangige Ziel der ärztlichen Schwangerenvorsorge ... die frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten.“ Besondere Erwähnung findet neben der Vermeidung unnötiger Kosten auch die Forderung, dass nur Maßnahmen angewendet werden sollen, deren diagnostischer und vorbeugender Wert ausreichend gesichert ist. Aber gerade unter diesen gibt es auch Maßnahmen, die nicht ausreichend untersucht oder gar evidenzbasiert sind. Das vorliegende Kapitel will etablierte Vorsorgeuntersuchungen unter dem Gesichtspunkt der Aktualität und der Evidenz kritisch beleuchten.
    3. Kapitel 5. Intrauterine und perinatale Infektionen

      Hannes Hudalla, Christina Gesell, Johannes Pöschl
      Zusammenfassung
      Durch die hohe Anzahl von Geflüchteten in Deutschland erhalten die sehr selten gewordenen konnatalen Erkrankungen der TORCH-Gruppe neue Aktualität. Das Kapitel gibt einen kondensierten Überblick über diagnostische Möglichkeiten, Monitoring und Therapien während der Schwangerschaft, über peripartales Management und kurze Einblicke in die Prognose und Therapieansätze bei Neugeborenen. Der Fokus liegt auf den häufigsten und relevantesten Infektionen der Schwangerschaft und ihren Folgen für das Kind. Die aktualisierte Auflage beschreibt vor allem substanzielle Neuerungen des Managements bei Toxoplasmen, CMV und HIV.
  4. Therapie in der Geburtshilfe

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 6. Rezidivierende Spontanaborte

      Kilian Vomstein
      Zusammenfassung
      Habituelle Aborte (RSA) sind von der WHO definiert als 3 oder mehr konsekutive spontane Fehlgeburten vor der 22. SSW und betreffen ca. 1–3 % aller Paare im reproduktionsfähigen Alter. Eine Reihe an Risikofaktoren wie genetische Auffälligkeiten, Veränderungen in der Hämostase und anatomische Ursachen sind im Rahmen der Abklärung etabliert. Trotz intensiver Diagnostik bleibt bei fast 50 % der Patientinnen die Ursache ungeklärt. Die Behandlung von Paaren mit habituellen Aborten stellt für jeden Frauenarzt eine besondere Herausforderung dar und bedarf einer intensiven Betreuung. Das Kapitel fasst die Ursachen und therapeutischen Möglichkeiten zusammen und orientiert sich an den Empfehlungen der nationalen und internationalen Leitlinien.
    3. Kapitel 7. Extrauteringravidität

      Martin Sillem
      Zusammenfassung
      Unter einer Extrauteringravidität (EUG) versteht man eine Schwangerschaft, die sich außerhalb der Gebärmutterhöhle einnistet. Sie stellt die Komplikation mit der höchsten Mortalität in der Frühschwangerschaft dar.
    4. Kapitel 8. Hyperemesis gravidarum

      Anja Holler
      Zusammenfassung
      Die Hyperemesis gravidarum ist definiert als anhaltende Übelkeit und Erbrechen vor der 20. SSW, die zu einer Störung im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt bzw. zu einer Gewichtsabnahme >5 % führen. Für die Diagnosestellung ist der Ausschluss anderer Ursachen für Übelkeit und Erbrechen von grundlegender Bedeutung. Die Diagnostik umfasst Anamnese (Häufigkeit, Nahrungsaufnahme, Schmerzen), klinische Untersuchung (insbesondere Palpation und Gewicht) sowie folgende Laboruntersuchungen: Blutbild, Elektrolyte, Eiweiß, CRP, Bilirubin, Transaminasen, Kreatinin, THS, T3, T4 und Urinstatus. In leichten Fällen erfolgt die Therapie ambulant, bei schweren Fällen mit Elektrolytverschiebung und Ketonurie stationär. Antiemetika sind Mittel der 1. Wahl, z. B. Meclozin, Doxylamin, Dimenhydrinat. Bei Therapieresistenz können auch Promethazin, MCP und Ondansetron zum Einsatz kommen. Bei stationärer Aufnahme sollte eine parenterale Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Vitaminsubstitution sowie eine Thromboseprophylaxe erfolgen.
    5. Kapitel 9. Präeklampsie und hypertensive Schwangerschaftserkrankungen

      Jürgen Wacker
      Zusammenfassung
      Eine Definition der Hypertonie in der Schwangerschaft wurde von verschiedenen internationalen Gesellschaften (ISSHP, European Society of Hypertension (ESH) und der European Society of Cardiology (ESC) vorgeschlagen. Im deutschen Sprachraum hat sich die in der Übersicht aufgeführte Terminologie durchgesetzt.
    6. Kapitel 10. HELLP-Syndrom

      Jürgen Wacker
      Zusammenfassung
      Das HELLP-Syndrom stellt eine schwere Verlaufsform der Präeklampsie/Eklampsie dar. Die aktuelle Literatur beschreibt das HELLP-Syndrom als eine schwere Form der Präeklampsie mit Blutgerinnungsstörungen, obgleich in Vorträgen immer wieder auf die „Entität“ HELLP-Syndrom hingewiesen wird, in dessen Verlauf es zu Blutdruckerhöhungen kommen kann. Fred Kubli (1987, mündl. Mitteilung) wies bereits darauf hin, dass das 1982 von Weinstein eingeführte Akronym „HELLP“ den klinisch tätigen Geburtshelfern als Syndrom seit langem bekannt war.
    7. Kapitel 11. Diabetes mellitus in der Schwangerschaft

      Thomas Vollmer, Claudia Poppe
      Zusammenfassung
      Insgesamt 6,3 % aller Schwangeren in 2016 hatten einen Diabetes mellitus (DM), davon einen Gestationsdiabetes (GDM) in 5,38 %. Jede Schwangere sollte zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche mit einem 75 g-Glukosetoleranztest auf einen GDM untersucht werden. Schwangere mit bekanntem DM sollten bereits präkonzeptionell eine normnahe Blutzuckereinstellung anstreben. Humaninsulin ist die Therapie der Wahl. Eine vorherige Therapie mit Insulin aspart oder Insulin lispro kann fortgesetzt werden. Langwirksame Analoginsuline sollten durch NPH-Insulin ersetzt werden. Orale Antidiabetika und GLP-1-Analoga sind kontraindiziert. Bei Schwangeren mit GDM reicht meist eine diabetesgerechte Ernährung aus. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen während der Schwangerschaft sind obligat (mittlere Blutglukose 90–110 mg/dl). Die Raten für Frühgeburten, Fehlbildungen und Frühaborte sind erhöht. Risiken für Neugeborene sind: Hypoglykämien, Elektrolytentgleisungen, Organreifungsstörungen. Innerhalb von 10 Jahren entwickeln 35–60 % der Patientinnen mit GDM einen DM.
    8. Kapitel 12. Frühgeburt und Amnioninfektionssyndrom

      Elisabeth von Tucher, Wolfgang Henrich
      Zusammenfassung
      Die Identifikation des Frühgeburtsrisikokollektives ist essenziell und erfolgt durch die transvaginalen Zervixlängenmessung, vaginale Biomarkern (fFN, p-AMG, phIGFBP) und Identifikation maternaler und fetaler Risikofaktoren. Die Indikation zur intrauterinen Verlegung in ein Perinatalzentrum, zur Tokolyse und zur Lungenreifeinduktion ist in Abhängigkeit vom Gestationsalter und den fetalen Versorgungsansprüchen zu stellen. Zwischen 22 und 24 vollendeten Schwangerschaftswochen sollte interdisziplinär und im Konsens über eine lebenserhaltende oder eine palliative Therapie in jedem Einzelfall entschieden werden. Bei asymptomatischen Patientinnen ist Progesteron 200 mg intravaginal indiziert. Bei Schwangeren mit einer anamnestischen Frühgeburt bzw. einem Spätabort und einer vorzeitigen Zervixreifung ist die Cerclage oder das Pessar zu diskutieren. Bei vorzeitigen zervixwirksamen Wehen zwischen 24 und vollendeten 34 SSW erfolgt eine möglichst kurzzeitige Tokolyse. Im Abstand von 24 h ist zur Lungenreifeinduktion 2 × 12 mg Bethamethason zu verabreichen. Eine prophylaktische Antibiotikagabe ist bei vorzeitigen Wehen nicht indiziert, aber nach vorzeitigem Blasensprung obligatorisch.
    9. Kapitel 13. Diagnostik, Management und Prävention der Schulterdystokie

      Marietta Siegele
      Zusammenfassung
      Die Schulterdystokie ist eine seltene Komplikation. Geburtshilflich Tätige müssen deshalb im Team den Ernstfall theoretisch und am Phantom regelmäßig trainieren um schwere Komplikationen abwenden zu können.
    10. Kapitel 14. Beckenendlage

      Ute Felten, Anke Reitter
      Zusammenfassung
      Bei der Beckenendlage handelt es sich um eine Lageanomalie, die in 5 % der Schwangerschaften auftritt. Eine vaginale Entbindung ist für viele Schwangere möglich, ausschlaggebend ist hier die korrekte Selektion der Schwangeren. Ab der 36+0 SSW kann eine äußere Wendung versucht werden, um die Rate der Schädellagen am Termin zu erhöhen. Selbstwendetechniken scheinen keinen nachweisbaren Erfolg zu haben. Im Kapitel betrachtet werden weiter die Geburtsleitung bei vaginaler Entbindung und die Manualhilfen für die Kindsentwicklung aus Beckenendlage. Ein neu aufgenommener Aspekt ist die aufrechte Gebärhaltung, die viele Vorteile bei der Geburt aus Beckenendlage und bei jeder anderen Geburt bietet. Die Schwerkraft und die Beckenausrichtung können den Geburtsprozess günstig unterstützten.
    11. Kapitel 15. Misgav-Ladach-Sectio („Der sanfte Kaiserschnitt“)

      Michael Stark, Jürgen Wacker
      Zusammenfassung
      Jedes operative Verfahren setzt sich aus Hunderten von Bewegungen zusammen. Jede hat eine Herkunft und ihre Geschichte, jede dient einem bestimmten Zweck und sollte einen bestimmten Ausführungsweg haben.
    12. Kapitel 16. Vaginal-operative Eingriffe

      Jürgen Wacker
      Zusammenfassung
      Die Häufigkeit vaginal-operativer Eingriffe wie Forzeps- oder Vakuumextraktion ist unbekannt. Nach Martin et al. liegt die Anzahl vaginal-operativer Eingriffe in den USA bei 8 %.
    13. Kapitel 17. Postpartale Hämorrhagie – PPH

      Christina Welker
      Zusammenfassung
      Postpartale Blutungen stellen mit einer Prävalenz von etwa 0,5 bis 5 % weltweit eine der häufigsten Ursachen mütterlicher Mortalität und Morbidität dar. Nach der Thrombembolie stellen postpartalen Blutungen damit die zweithäufigste Ursache der maternalen Mortalität dar. Die Inzidenz der PPH (postpartalen Hämorrhagie) nimmt dabei kontinuierlich zu, bedingt durch die zunehmende Rate an primären Sectiones und vaginal-operativen Entbindungen und durch die Zunahme an Uterusatonien und Plazentaimplatationsstörungen.
  5. Therapie in der Gynäkologie

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 18. Chronischer Unterbauchschmerz

      Friederike Siedentopf
      Zusammenfassung
      Der chronische Unterbauchschmerz ist charakterisiert durch eine Dauer von mindestens 6 Monaten. Er kann zyklisch, intermittierend-situativ oder nicht zyklisch auftreten und die Lebensqualität beeinträchtigen. Biologische und psychosoziale Faktoren spielen in Prädisposition, Auslösung und Chronifizierung eine Rolle. Die Gewichtung der einzelnen Faktoren ist individuell vorzunehmen. Zentral in der Behandlung von chronischen Unterbauchschmerzpatientinnen ist die Arzt-Patientinnen-Beziehung. Dabei stellt die Anamneseerhebung eine wichtige Schnittstelle zwischen Diagnostik und Therapie dar. Grundlage der therapeutischen Maßnahmen ist das ärztliche Gespräch unter Einbeziehung biopsychosozialer Gesichtspunkte. Die Laparoskopie ist Instrument der Wahl zur operativen Behandlung des chronischen Unterbauchschmerzes. Dabei muss vor wiederholten Eingriffen gewarnt werden. Die Therapie chronischer Unterbauchschmerzen erfordert eine individuell erstellte Behandlungsstrategie und sollte durch ein multimodales Konzept die Implementierung psychosomatischer Therapieansätze gewährleisten.
    3. Kapitel 19. Uterus myomatosus

      Martin Sillem
      Zusammenfassung
      Myome (im klinischen englischen Sprachgebrauch „fibroids“) sind gutartige mesenchymale Tumoren des Myometriums. Aus der Erkenntnis heraus, dass der Sitz eines Myoms ganz erheblich zu seiner klinischen Relevanz beiträgt, hat die FIGO die Nomenklatur von Wamsteker im Hinblick auf intramurale, subseröse und gestielte Myome erweitert.
    4. Kapitel 20. Endometriose

      Martin Sillem
      Zusammenfassung
      Endometriose ist eine gutartige Erkrankung, definiert als das Auftreten von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Da die Erkrankung nur invasiv definitiv diagnostiziert werden kann, ist die genaue Prävalenz unklar; man schätzt, dass 5‒10 % der Frauen im gebärfähigen Alter eine behandlungsbedürftige Endometriose aufweisen. Die genaue Ursache ist ebenfalls unklar, wahrscheinlich spielt die Verschleppung von uterinem Endometrium eine wichtige Rolle. Das Leitsymptom ist die Dysmenorrhö, die Krankheit ist aber auch mit Sterilität assoziiert.
    5. Kapitel 21. Ovarialzyste

      Eva J. Kantelhardt, Nancy Papendick
      Zusammenfassung
      Ovarielle Raumforderungen sind in den meisten Fällen benigne. Ovarialkarzinome machen nur 15 % aller ovariellen Raumforderungen aus. Ovarialzysten sind ein sehr häufiges Krankheitsbild in der gynäkologischen Praxis. Die Inzidenz in einem unselektierten prämenopausalen Kollektiv beträgt 7 % (Borgfeld und Andolf 1999). Auch bei Neugeborenen und Kindern können Ovarialzysten vorkommen. Besonders treten Ovarialzysten im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft oder perimenopausal auf. Eine Klärung der Befunde und intensive Aufklärung der Patientin sind bei Raumforderungen unklarer Dignität sehr wichtig.
    6. Kapitel 22. Salpingitis und assoziierte Komplikationen

      Werner Mendling, Udo B. Hoyme
      Zusammenfassung
      Zervizitis, Endometritis und Salpingitis bzw. Adnexitis sind oft weder ätiologisch, klinisch und therapeutisch voneinander zu trennen, da es sich – bis auf die in Deutschland seltene Ausnahme der hämatogen entstehenden Genitaltuberkulose oder die übergeleitete Form bei Appendizitis – immer um eine von der Zervix aszendierende Erkrankung handelt. Der im internationalen Schrifttum übliche Begriff „pelvic inflammatory disease“ (PID) drückt aus, dass pathomorphologisch als Begleitentzündungen auch Parametritis, Perimetritis, Peritonitis, Perihepatitis (Syndrom nach Curtis 1930 und Fitz-Hugh 1934, die das Krankheitsbild einer aszendierten Gonorrhö zugeordnet hatten), Perinephritis, Perisplenitis und Tubovarialabszess (TOA)/-Komplex sowie der sog. Douglasabszess hinzukommen können.
    7. Kapitel 23. Behandlung der Sterilität

      Kilian Vomstein
      Zusammenfassung
      Sterilität ist definiert als das Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr über einen Zeitraum von 12 Monaten oder mehr. Die Ursachen umfassen unter anderem Störungen der Ovarfunktion, Schilddrüsendysfunktionen, Endometriose, anatomische Malformationen sowie Störungen der männlichen Fertilität bzw. Kombinationen der genannten Faktoren. Das Kapitel gibt einen Überblick über die Abklärung der Diagnostik, welche auch beim niedergelassenen Frauenarzt erfolgen kann, sowie Empfehlungen bezüglich der Therapie – wie Clomifen-Stimulation oder Low-dose-FSH-Stimulation hin zur Therapie eines Überstimulationssyndroms.
    8. Kapitel 24. Harninkontinenz – Diagnostik und Therapie

      Angelika Barth
      Zusammenfassung
      Etwa 4 Mio. Frauen leiden in Deutschland an einer Inkontinenz. Dieser Zustand bedeutet für die Betroffenen eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität.
    9. Kapitel 25. Infektionen von Vagina und Zervix

      Werner Mendling
      Zusammenfassung
      Milchsäure bildende Bakterien tragen schon beim Säugling in hohem Maß zur Gesundheit und zur Entwicklung eines gesunden Immunsystems bei. Das Neugeborene wird bei der Geburt von den vaginalen Bakterien seiner Mutter auf der Haut besiedelt. Sie wandern dann über den Mund in den Darm. Dort siedeln sich dann auch Laktobazillen an und sind bei neugeborenen Mädchen, bei denen von der Mutter noch für kurze Zeit deren Hormonwirkung erkennbar ist, auch in der Scheide bereits nachweisbar.
    10. Kapitel 26. Harnwegsinfektionen

      Michael Kiworr
      Zusammenfassung
      • Einer symptomorientierten Diagnostik wird ein hoher Stellenwert beigemessen. Aufgrund klinischer Kriterien kann die Diagnose einer akuten unkomplizierten Zystitis mit hoher Wahrscheinlichkeit gestellt sowie der Schweregrad der Beschwerden eingeschätzt und der Therapieeffekt überprüft werden.
      • Bei unkompliziertem HWI mit leichten und mittelschweren Beschwerden stellt die symptomatische Therapie mit Ibuprofen eine Alternative zur Antibiotikagabe dar.
      • Eine asymptomatische Bakteriurie soll nicht therapiert werden – Ausnahme davon bei Schwangeren (sowie vor Schleimhaut-traumatisierenden Interventionen am Harntrakt).
      • Bei rezidivierendem HWI sind primär nicht-antibiotische Präventionsmaßnahmen anzuwenden.
      • Ein rationaler, vorauschauender Einsatz von Antibiotika unter Berücksichtigung der aktuellen und lokalen Resistenzlage sowie der Risiken und Entwicklung von Antibiotikaresistenzen ist in der Behandlung von Harnwegsinfektionen erforderlich.
    11. Kapitel 27. Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Therapie

      Olaf Ortmann
      Zusammenfassung
      Frauen erleben in ihrer Lebensmitte eine Übergangsphase zwischen regelmäßiger zyklischer Ovarialfunktion und deren Sistieren. Die damit verbundenen Veränderungen der Steroidhormonsynthese sind physiologisch. Sie können mit einer Reihe von Symptomen verbunden sein, die die Lebensqualität der Frauen z. T. relevant beeinträchtigen.
  6. Früherkennung in der gynäkologischen Onkologie

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 28. Früherkennung des Mammakarzinoms

      Hans Junkermann
      Zusammenfassung
      Die Früherkennung des Mammakarzinoms hat das Ziel ein Mammakarzinom so früh zu entdecken, dass es noch dauerhaft und mit ggfs. weniger eingreifender Therapie geheilt werden kann. Da die Früherkennung auch mit Nachteilen einhergehen kann, ist es erforderlich Vor- und Nachteile der möglichen Früherkennungsuntersuchungen für die Teilnehmerin sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Die Mammographie ist die wirksame und geeignete Früherkennungsuntersuchung bei Frauen mit normalem Brustkrebsrisiko. Bei Frauen mit genetisch bedingt hohem Risiko ist die Kernspinuntersuchung besser geeignet. In jedem Fall gilt, das bei der Früherkennung höchste Anforderungen an die Qualität aller Aspekte der Untersuchung gestellt werden müssen, damit einerseits das Ziel (Mortalitätsreduktion) erreicht wird und andererseits die Belastungen für die ganz überwiegend nicht erkrankten Teilnehmerinnen so gering wie möglich gehalten werden.
    3. Kapitel 29. Früherkennung des Zervixkarzinoms

      Lena Gabriel, Erich-Franz Solomayer
      Zusammenfassung
      Die Früherkennungsuntersuchungen an der Cervix uteri dienen der Identifizierung von Präkanzerosen und Karzinomen. Während die Inzidenz des Zervixkarzinoms langsam sinkt, steigt die Inzidenzen der Präkanzerosen an. Der wichtigste ätiologische Faktor für die Krebsentstehung ist eine Infektion mit humanen Hochrisikopapillomaviren. Eine primäre Prävention liegt also in der Vermeidung einer solchen Infektion. Die Früherkennung von Präkanzerosen erfolgt durch die Zytologie, Kolposkopie und Histologie. Erst nach Vorliegen aller Ergebnisse ist eine endgültige Diagnose und Therapiefestlegung möglich.
  7. Therapie in der gynäkologischen Onkologie

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 30. Maligne Tumoren der Mamma

      Kristina Ernst, Visnja Fink, Jens Huober, Inga Bekes, Elena Leinert, Brigitte Rack, Wolfgang Janni
      Zusammenfassung
      Bei Diagnose eines Mammakarzinoms gibt es mehrere klinische Befunde, neben der Stanzbiopsie und der Immunhistochemie, die erhoben werden sollten. Am Anfang der diagnostischen Kette steht die Inspektion und Palpation der Brust.
    3. Kapitel 31. Adjuvante Therapie des Mammakarzinoms

      Marie Tzschaschel, Jens Huober
      Zusammenfassung
      Damit für die am Mammakarzinom erkrankte Patientin die optimale Therapieentscheidung getroffen werden kann, ist es zunächst wichtig, das Mammakarzinom als systemische Erkrankung zu verstehen. Hierdurch werden auch die Therapieziele (Therapie des lokalen Tumors, Verhinderung von Rezidiv und Fernmetastasen) klar.
    4. Kapitel 32. Mammakarzinomrezidiv und metastasiertes Mammakarzinom

      Eva J. Kantelhardt, Martina Vetter, Hans-Georg Strauß
      Zusammenfassung
      Etwa 1/4 der Patientinnen mit diagnostiziertem Mammakarzinom erleiden im Verlauf der Erkrankung trotz adjuvanter Therapie ein Rezidiv. Die Rezidivrate und die Mortalität konnten beim Mammakarzinom in den letzten Jahren durch verbesserte Früherkennung, konsequente adjuvante Chemotherapie, endokrine Therapie sowie die zielgerichteten Substanzen deutlich gesenkt werden. Die Hälfte der Rezidive tritt in den ersten 5 Jahren nach der Operation auf.
    5. Kapitel 33. Maligne Tumoren des Ovars

      Barbara Schmalfeldt
      Zusammenfassung
      Hierzu zählen Borderline-Tumoren, Ovarialkarzinome, Keimstrangstromatumoren und Keimzelltumoren. 90 % sind epitheliale Tumoren. Die Therapie besteht bei Karzinomen in den frühen Stadien FIGO IA‒IIA in der Operation mit Hysterektomie, beidseitiger Adnektomie, Omentektomie, peritonealem Staging mit Probeentnahmen, pelviner und paraaortaler Lymphonodektomie und der postoperativen platinhaltigen Chemotherapie bei gering differenzierten Tumoren oder Stadium FIGO IC. In den fortgeschrittenen Stadien mit disseminierter Tumorausbreitung im Abdomen werden eine radikale Debulking-Operation mit dem Ziel der kompletten Tumorresektion und die postoperative Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel durchgeführt. Bevacizumab kann ab Stadium FIGO III anboten werden.
    6. Kapitel 34. Endometriumkarzinom

      M. Eichbaum
      Zusammenfassung
      Das Endometriumkarzinom ist eine Krebskrankheit, die sich aus der Gebärmutterschleimhaut im Corpus uteri entwickelt (Endometriumkarzinom, endometrial cancer (EC), Corpuskarzinom).
    7. Kapitel 35. Zervixkarzinom

      Lena Gabriel, Erich-Franz Solomayer
      Zusammenfassung
      Die häufigsten Symptome des Zervixkarzinoms sind Kontaktblutungen und irreguläre Blutungen. Die wesentliche Grundlage der prätherapeutischen Stadieneinteilung (FIGO-Klassifikation) sind die vaginale und rektale Tastuntersuchung sowie die genaue Festlegung der lokoregionären Tumorgrenzen. Eine Therapientscheidung erfolgt nach vollständiger Basisdiagnostik und nach Vorliegen des histologisch gesicherten Tumorstadiums.
      Übersicht der Therapiestrategien:
      • Präkanzerosen: kolposkopisch-zytologische Kontrolle CIN I + CIN II, operative Therapie CIN III
      • Zervixkarzinom: operative Therapieverfahren, Radio(Chemo)Therapie, systemische Therapie
      Die Nachsorge erfolgt symptomorientiert. Wichtig ist die Erkennung eines Lokalrezidives, da hier ein kurativer Therapieansatz bestehen kann.
    8. Kapitel 36. Vulvakarzinom

      Peer Hantschmann
      Zusammenfassung
      Das Vulvakarzinom ist als vierthäufigstes weibliches Genitalmalignom eher selten. Daher sind Studien zu den verschiedenen Fragestellungen meist rein retrospektiv an relativ kleinen Fallzahlen durchgeführt worden und damit die Evidenzlevel der therapeutischen Empfehlungen gering. Andererseits sind die therapeutischen Algorithmen im besonderen Maße für seltene Fragestellungen nur gering vertraut.
    9. Kapitel 37. Komplementärmedizinische Maßnahmen in der gynäkologischen Onkologie

      Hartmut Henß
      Zusammenfassung
      Verfahren, die zunächst nicht Bestandteil der wissenschaftlichen Medizin sind, wurden schon immer, insbesondere bei schweren Erkrankungen, von Betroffenen genutzt. Diese haben in den letzten 10–20 Jahren weiter an Bedeutung zugenommen. Dabei werden die Begriffe „alternative Medizin“, „komplementäre Therapien“, „Naturheilkunde“, „biologische Behandlung“ von Erkrankten bzw. deren Angehörigen oft synonym gebraucht, was natürlich zu Missverständnissen führen kann, v. a. dann, wenn besondere Therapieverfahren wie Anthroposophie oder Homöopathie und auch außereuropäische Verfahren ebenfalls damit gemeint werden.
  8. Notfalltherapie

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 38. Notfalltherapie in Gynäkologie und Geburtshilfe

      Hans-Joachim Strittmatter, Elionor Roma Mas, Dieter Täubert
      Zusammenfassung
      Auftreten einer massiven intraabdominalen Blutung mit peritonealer Reizung.
    3. Kapitel 39. Arzneimittel und ihre Dosierung bei gynäkologischen Notfallsituationen

      Alexey Zaichik
      Zusammenfassung
      Medikamentöse Therapie, Arzneimittel und Dosierung sind in Tab. 39.1 dargestellt.
  9. Backmatter

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

Titel
Therapiehandbuch Gynäkologie und Geburtshilfe
Herausgegeben von
Prof. Dr. Jürgen Wacker
Prof. Dr. Martin Sillem
Prof. Gunther Bastert
Prof. Dr. Matthias W. Beckmann
Copyright-Jahr
2020
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-59809-2
Print ISBN
978-3-662-59808-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-59809-2

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Bildnachweise
Frau nach Mastektomie/© chotiga / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Bluterguss auf dem Unterarm/© millaf / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Arzt und Schwangere im Gespräch/© Pixel-Shot / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Frau ist im Videocall mit einem Arzt/© seb_ra / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)