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Therapiekonzeption für traumatisierte Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen

Übersicht über ein integratives Behandlungskonzept

  • 01.01.2010
  • Übersichten
Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Komorbidität einer schweren Persönlichkeitsstörung und einer posttraumatischen Belastungsstörung ist ein häufiges klinisches Phänomen. Als schwere Persönlichkeitsstörungen werden solche Persönlichkeitsstörungen bezeichnet, die durch Störungen der Emotionsregulierung, der Mentalisierung und der Ich-Integration charakterisiert sind. Sowohl für schwere Persönlichkeitsstörungen wie auch für die posttraumatische Belastungsstörung liegen wirksame evidenzbasierte Konzepte psychodynamischen und kognitiv-behavioralen Ursprungs vor. Eine genauere Betrachtung dieser Konzepte zeigt jedoch, dass diese die Problembereiche der jeweils anderen komorbiden Störung nicht genügend fokussieren. Kein Konzept ist in der Lage, alle klinisch relevanten Problembereiche vollumfänglich abzudecken. Es wird daher ein integratives Konzept auf psychodynamischer Grundlage vorgeschlagen, das Elemente unterschiedlicher psychodynamischer und kognitiv-behavioraler Konzepte sowie auch Elemente anderer Therapieschulen enthält. Das Konzept ist phasenorientiert aufgebaut; eine Prioritätenhierarchie legt die Reihenfolge der therapeutischen Interventionen fest. Die fünf Phasen haben die folgenden Inhalte: (1) Sicherheit, Halt und Stärkung der Bewältigungskompetenz, (2) Emotionsregulierung und Selbstfürsorge, (3) Mentalisierung und Entwicklung stabiler Repräsentanzen, (4) schonende Traumabearbeitung sowie (5) Konfliktbearbeitung und Arbeit an maladaptiven Beziehungsmustern.
Titel
Therapiekonzeption für traumatisierte Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen
Übersicht über ein integratives Behandlungskonzept
Verfasst von
PD Dr. Wolfgang Wöller
Publikationsdatum
01.01.2010
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 1/2010
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-009-0712-4
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