Zum Inhalt
Der Nervenarzt

Update Tic-Störungen und Tourette-Syndrom

Erschienen in:

Zusammenfassung

Tic-Störungen sind Entwicklungsstörungen, die durch unwillkürliche motorische und/oder vokale Entäußerungen (Tics) gekennzeichnet sind. In der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) 10 und 11 wird zwischen transienten (≤ 12 Monate) und chronischen Tic-Störungen (> 12 Monate) unterschieden; liegen multiple motorische und mindestens ein vokaler Tic chronisch vor, ist das Tourette-Syndrom zu diagnostizieren. Charakteristisch für Tics sind ein Beginn im Kindesalter, ein vorangehendes Dranggefühl, eine zumindest teilweise Unterdrückbarkeit sowie eine rostrokaudale Verteilung. Differenzialdiagnostisch sind neben anderen hyperkinetischen neurologischen Erkrankungen insbesondere Zwangshandlungen, Stereotypien und funktionelle Tic-ähnliche Störungen abzugrenzen. Letztere zeichnen sich u. a. durch einen meist späten, oft abrupten Beginn und überwiegend komplexe Entäußerungen aus. Die Verhaltenstherapie stellt die Behandlung der ersten Wahl bei therapiebedürftigen Tics dar. Medikamentös kann eine Off-label-Behandlung mit Dopaminantagonisten wie z. B. Aripiprazol erfolgen. Komorbiditäten sind häufig und erfordern eine gezielte Mitbehandlung.
Titel
Update Tic-Störungen und Tourette-Syndrom
Verfasst von
PD Dr. med. Juan Carlos Baldermann
Selina Rolker
Kathrin Nickel
Katharina Domschke
Dominique Endres
Kirsten Müller-Vahl
Publikationsdatum
07.11.2025
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.
Bildnachweise
Junger Mann verzieht das Gesicht/© MarkusBraun / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)