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15.06.2017 | Originalarbeit | Ausgabe 3/2017

Ethik in der Medizin 3/2017

Tod des Körpers oder Tod der Person?

Philosophisch-anthropologische Untersuchungen zu einem integrativen Todeskonzept

Zeitschrift:
Ethik in der Medizin > Ausgabe 3/2017
Autor:
Dr. phil. Daniel Kersting
Wichtige Hinweise
Die vorliegende Arbeit erhielt den Nachwuchspreis 2016 der Akademie für Ethik in der Medizin e. V. Sie basiert auf den Ergebnissen der Dissertationsschrift des Verfassers, die im Sommer 2017 unter dem Titel „Tod ohne Leitbild? Philosophische Untersuchungen zu einem integrativen Todeskonzept“ im Mentis-Verlag erscheinen wird. Die Dissertation wurde im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten interdisziplinären Forschungsprojektes „Tod und toter Körper“ sowie des Folgeprojektes „Transmortalität“ verfasst.

Zusammenfassung

Die aktuelle philosophische Diskussion um eine angemessene Bestimmung des Todesbegriffes ist vor allem durch zwei konkurrierende Ansätze geprägt: Gemäß dem einen Ansatz ist der menschliche Tod der Tod des Körpers, gemäß dem anderen Ansatz der Tod der Person bzw. des Bewusstseinslebens. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass beiden Ansätzen ein dualistisches und objektivistisches Verständnis des Menschen zugrunde liegt, dessen Anwendung in der Praxis zu zahlreichen Konflikten führt. Um diese Konflikte zu lösen, wird unter Rückgriff auf zentrale Einsichten der philosophischen Anthropologie Helmuth Plessners ein integratives Konzept des menschlichen Todes entwickelt, das es erlaubt, die personale Perspektive auf den Tod einzubeziehen. Auf der Grundlage dieses Konzeptes erscheint es geboten, das Hirntodkriterium als Todeskriterium aufzugeben und die aktuellen Organspendekampagnen grundlegend neu auszurichten.

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