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01.03.2014 | Kasuistiken | Ausgabe 3/2014

Der Ophthalmologe 3/2014

Transiente Sehverschlechterung bei Kälteexposition, phaker Vorderkammerlinse und Forme-fruste-Keratokonus

Wie könnte dies erklärt werden?

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 3/2014
Autoren:
E.-M. Faschinger, Prof. Dr. C. Faschinger

Zusammenfassung

Wir berichten über einen 41-jährigen Patienten mit Forme-fruste-Keratokonus und Kontaktlinsenunverträglichkeit. In das betroffene Auge wurde eine irisgetragene Intraokularlinse eingesetzt, anfänglich mit zufriedenstellendem Ergebnis. Im Winter betreute der Patient auch bei sehr niedrigen Temperaturen und/oder bei windigem Wetter ein Biathlonteam. Nach 2–3 h bemerkte er eine Sehverschlechterung im behandelten Auge. Das andere Auge, das mit einer Kontaktlinse versorgt war, bereitete dem Patienten in der kalten Umbebung nie derartige Beschwerden. Verschiedene Faktoren könnten der Sehverschlechterung zugrunde liegen. Sehr niedrige Außentemperaturen mit oder ohne Wind bewirken die Verdunstung der Tränenflüssigkeit, was in einer gegenüber warmen Bedingungen erhöhten Viskosität der enthaltenen Fette resultiert. Eine dünne Kornea begünstigt ein schnelleres Abkühlen des Kammerwassers. Dessen Erwärmung ist aufgrund einer tieferen Vorderkammer schwächer ausgeprägt. Die wärmende Iris ist weiter von der Kornea entfernt und teilweise von der Optik und Haptik der implantierten Linse bedeckt, die beide eine geringere Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Der Kammerwasseraustausch über die kleine, periphere Iridotomie ist im Vergleich zur Pupille, die von der implantierten Linse abgedeckt ist, langsamer. Bei Völkern wie den Inuit und Mongolen, die dauerhaft in einer kalten Umgebung leben, hat sich die Vorderkammer im Laufe der Evolution abgeflacht. Durch den verringerten Abstand zwischen wärmender Iris und Kornea wird Letztere vor der Kälte geschützt. Rückschauend hätten wir bei dem hier vorgestellten Patienten wahrscheinlich der Implantation einer refraktiven Linse in die Hinterkammer den Vorzug geben sollen.

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