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04.03.2021 | Traumatologische Notfälle | Originalien | Ausgabe 12/2021

Der Unfallchirurg 12/2021

Pedelec-Fahrer werden bei Unfällen schwerer verletzt als konventionelle Radfahrer

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 12/2021
Autoren:
T. L. Lefarth, H. P. A. M. Poos, C. Juhra, K. W. Wendt, O. Pieske
Wichtige Hinweise

Redaktion

W. Mutschler, München
H. Polzer, München
B. Ockert, München

Zusammenfassung

Hintergrund

Seit Jahren nimmt die Nutzung von elektrisch unterstützten Fahrrädern (Pedelecs, im Volksmund „E-Bikes“) in Deutschland zu. Hierdurch steigt auch die Anzahl (schwer) verletzter und verstorbener Pedelec-Fahrer. Im klinischen Alltag entsteht der Verdacht, dass Pedelec-Fahrer bei Unfällen häufiger schwerer verletzt werden als konventionelle Fahrradfahrer.

Fragestellung

Analyse der Morbidität und Mortalität durch Unfälle von Pedelec-Fahrern im Vergleich zu konventionellen Fahrradfahrern in einem überregionalen Traumazentrum im Traumanetzwerk Oldenburg-Ostfriesland.

Material und Methoden

Prospektive Kohortenstudie mit Erhebung von Daten von 59 Pedelec-Fahrern und 164 konventionellen Fahrradfahrern nach Unfällen mit Vorstellung in der Notaufnahme und Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg in der Periode vom 01.03.2017 bis zum 01.03.2019.

Ergebnisse

Das Durchschnittsalter von Pedelec-Fahrern und konventionellen Fahrradfahrern unterschied sich signifikant mit 62 bzw. 48 Jahren. Pedelec-Fahrer sind häufiger vorerkrankt als konventionelle Radfahrer und werden bei Unfällen signifikant schwerer verletzt. Hierbei liegt der durchschnittliche ISS bei 5,2 im Vergleich zu 3,4. Die Sterberate von Pedelec-Fahrern unterscheidet sich nicht von der konventioneller Radfahrer.

Schlussfolgerung

Pedelec-Fahrer bilden im Vergleich zum durchschnittlichen Fahrradfahrer eine besondere Risikogruppe. Sie werden bei Unfällen signifikant schwerer verletzt als konventionelle Fahrradfahrer. Aufgrund der demografischen Entwicklung mit steigendem Durchschnittsalter und Multimorbidität von Verkehrsteilnehmern sowie der stetig wachsenden Verkaufszahlen von Pedelecs ist mit einer Zunahme schwerer Pedelec-Unfälle zu rechnen. Auf Pedelec-Nutzer gerichtete Maßnahmen zu Unfall- und Verletzungsprävention (wie z. B. Helm tragen, Pedelec-Kurse o. Ä.) sollten gefördert werden. In der Notfallmedizin sollten Pedelec-Nutzer besondere Aufmerksamkeit und aggressive Diagnostik erfahren. Niedrigschwellig sollte ein interdisziplinäres Initialassessment der Patienten erfolgen (Schockraummanagement).

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