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Was ist bei der Auswahl von UV-Schutzkleidung wichtig?

Ergebnisse der Tragetests von UV-Schutzkleidung in verschiedenen Branchen des Verkehrssektors

  • Open Access
  • 06.05.2025
  • Triage
  • Originalien
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Zusammenfassung

Hintergrund

Die Gefährdung durch solare UV-Strahlung betrifft vor allen Dingen Beschäftigte, die im Freien arbeiten. Dabei ist das Risikobewusstsein der Betroffenen sowie die Bereitschaft zur Anwendung von Schutzmaßnahmen nach wie vor gering, was den Arbeitsschutz weiterhin vor große Herausforderungen stellt.

Material und Methoden

Im Rahmen von Tragetests von UV-Schutzkleidung in verschiedenen Branchen des Verkehrssektors wurde das Sonnenschutzverhalten der Teilnehmenden vor und nach dem Test untersucht. Weiterhin wurde der Tragekomfort in der Praxis mittels Fragebögen evaluiert. An den Tragetests beteiligten sich insgesamt 137 Personen. Davon beantworteten 119 Personen die Fragebögen. Ergänzend dazu wurde die Schutzwirkung von ausgewählter UV-Schutzkleidung (n = 13) messtechnisch an 39 Materialproben überprüft.

Ergebnisse

Die Auswertung der Fragebögen zeigte, dass 18 % der Teilnehmenden aus den verschiedenen Branchen des Verkehrssektors (n = 104) keinen Sonnenschutz bei der Arbeit verwendeten, während sich die Referenzgruppe (n = 15) grundsätzlich vor solarer UV-Strahlung schützte. Vor dem Tragetest trugen bereits 11 % aller Teilnehmenden (n = 119, einschließlich der Referenzgruppe) lange Kleidung bei der Arbeit im Freien. Nach dem Tragetest erhöhte sich dieser Anteil auf 47 %. Im Vergleich zur üblichen Arbeitskleidung wurde UV-Schutzkleidung grundsätzlich positiv bewertet. In Hinblick auf den vom Hersteller deklarierten UV-Schutz der Kleidung, konnte ein Großteil den angegebenen Schutz bereits im Neuzustand einhalten. Bei einigen Modellen wurde der angegebene Schutzfaktor erst nach mehrmaligem Waschen erreicht.

Diskussion

Im Rahmen der Tragetests zeigte sich, dass die Akzeptanz für UV-Schutzkleidung durch Beteiligung der Beschäftigten am Entscheidungs- und Auswahlprozess deutlich erhöht werden kann. Dazu sollten vor der Beschaffung ggf. mehrere Modelle zur Auswahl stehen. Dabei bietet die auf dem Markt erhältliche UV-Schutzkleidung in der Regel einen zuverlässigen Schutz. In diesem Zusammenhang legt die Information der Beschäftigten über die mögliche Gefährdung den Grundstein für das weitere Vorgehen. Aufklärung und Wissensvermittlung stellen eine essenzielle Komponente in Hinblick auf die Primärprävention UV-induzierter Schädigungen dar.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Die Gefährdung durch solare UV-Strahlung wird durch stetig steigende Erkrankungszahlen, insbesondere mit Blick auf hellen Hautkrebs, deutlich. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass das Risikobewusstsein in der Bevölkerung und somit insbesondere bei den betroffenen Beschäftigten unverändert gering ist. Dabei gibt es zahlreiche effektive Schutzmaßnahmen gegen UV-Strahlung. Welche Hinderungsgründe der Anwendung von Schutzmaßnahmen gegenüberstehen und wie man Vorbehalten zukünftig entgegenwirken kann, untersuchte ein branchenspezifischer Tragetest von UV-Schutzkleidung.
Dass Hautkrebs durch Einwirkung solarer ultravioletter (UV) Strahlung ausgelöst werden kann, ist spätestens seit der Klassifizierung von UV-Strahlung durch die International Agency for Research on Cancer (IARC) als Humankanzerogen bekannt [1]. Weltweit konstant steigende Erkrankungszahlen [2, 3] beschäftigen in Deutschland neben den Krankenkassen insbesondere auch die Unfallversicherungsträger [4], bei denen der Schwerpunkt auf arbeitsbedingten Einwirkungen und den damit einhergehenden Gefährdungen für Arbeitnehmende liegt. Das Risiko, an hellem Hautkrebs zu erkranken, ist für Beschäftigte, die regelmäßig und viel im Freien arbeiten, deutlich erhöht [57]. Mit Aufnahme der Berufskrankheit (BK) Nummer 5103 „Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung“ in die Liste der Berufskrankheiten im Jahr 2015, wurde dieser Tatsache Rechnung getragen [8]. Übersteigt die berufsbedingte Einwirkung der solaren UV-Strahlung einer versicherten Person ein bestimmtes Maß, so gilt der kausale Zusammenhang zwischen beruflicher Einwirkung und Erkrankung an hellem Hautkrebs bzw. seiner Präkanzerose als nachgewiesen. Die Kosten für Heilbehandlungen u. ä. werden in diesen Fällen von den Unfallversicherungsträgern getragen. Die BK 5103 ist die am häufigsten angezeigte und auch anerkannte Berufskrankheit bei der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr). So wurden im Jahr 2021 insgesamt 521 Verdachtsanzeigen zur BK 5103 gestellt, von denen 258 Fälle (ca. 50 %) anerkannt wurden. Im Jahr 2022 waren es 539 Verdachtsanzeigen und davon 201 anerkannte Fälle (ca. 37 %). Vorrangig betroffen waren Berufsgruppen, die überwiegend im Freien arbeiten, wie z. B. Beschäftigte in der Binnen- und Seeschifffahrt, der Entsorgung sowie im Post- und Paketdienst.
In Hinblick auf den durch solare UV-Strahlung induzierten hellen Hautkrebs ist die Ergreifung von primärpräventiven Maßnahmen eines der wichtigsten und effektivsten Mittel, um steigenden Erkrankungs- und BK-Fallzahlen entgegenzuwirken [911]. Im Arbeitsschutz richten sich die möglichen Maßnahmen nach dem sog. STOP-Prinzip (Substitution, technische, organisatorische, personenbezogene Maßnahmen), welches gleichzeitig eine Rangfolge der zu treffenden Maßnahmen darstellt [12]. In Hinblick auf solare UV-Strahlung ist eine Substitution, also der Ersatz der Gefahrenquelle durch Einsatz alternativer Methoden, nicht möglich. Demnach werden in diesem Zusammenhang die Maßnahmen auf das TOP-Prinzip reduziert. Technische Maßnahmen gegen solare UV-Strahlung können z. B. Sonnensegel oder andere Beschattungsmöglichkeiten sein. Organisatorische Maßnahmen sollen in erster Linie bewirken, dass während der Arbeitstätigkeit die Aufenthaltszeiten in der Sonne reduziert werden. Persönliche Schutzmaßnahmen umfassen das Tragen von geeigneter Kleidung, Kopfbedeckungen sowie Sonnenbrillen und die Nutzung von Sonnenschutzmitteln. Diese Maßnahmen sollten jeweils an die spezifischen Gegebenheiten der Arbeitsumgebung angepasst werden. Bei den personenbezogenen Schutzmaßnahmen ist das Tragen von langer Kleidung eine der effektivsten Schutzmaßnahmen gegen solare UV-Strahlung [1315].
Zwar gibt es bereits umfassende Untersuchungen zu bestehenden Schutzmaßnahmen und deren Effektivität bezüglich des Schutzes vor solarer UV-Strahlung [16]. Die Anforderungen an die Schutzkomponenten sind jedoch je nach Branche zum Teil sehr unterschiedlich und nicht immer können die geforderten Maßnahmen in der betrieblichen Praxis problemlos umgesetzt werden [17]. Es zeigt sich, dass die Schutzmaßnahmen nur sehr selten und schleppend den Einzug in die Praxis erhalten, da die Gefährdung entweder nicht erkannt oder deutlich unterschätzt wird [1821]. Demzufolge müssen die Ursachen für die Vorbehalte tiefer ergründet und ausgeräumt werden. Gleichzeitig müssen die Präventionsstrategien sehr genau an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Branchen angepasst werden, um hier die Akzeptanz zukünftig deutlich erhöhen zu können [22].
Um den Tragekomfort und die Akzeptanz von Kleidung, die über einen explizit ausgewiesenen UV-Schutz verfügt (UV-Schutzkleidung), mit der üblichen Arbeitskleidung zu vergleichen, führte die BG Verkehr einen Tragetest unter realistischen Arbeitsbedingungen durch. Zusätzlich dazu wurden beim Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) Transmissionsmessungen an ausgewählter UV-Schutzkleidung durchgeführt. Ziel dieser Messungen war die Überprüfung der Herstellerangaben zum angegebenen UV-Schutz sowie die Erarbeitung von Empfehlungen zur Auswahl von Kleidung zum Schutz vor UV-Strahlung.

Methodik

Tragetests von UV-Schutzkleidung

Die BG Verkehr führte praxisnahe Tragetests mit sog. UV-Schutzkleidung durch. Hierbei handelte es sich um Arbeitskleidung, die speziell entwickelt wurde, um den Schutz vor UV-Strahlung bei beruflichen Tätigkeiten im Freien zu gewährleisten. Die Tragetests erfolgten über einen Zeitraum von jeweils sechs Wochen im Sommer 2021 und 2022. 2021 trugen Beschäftigte aus der Binnenschifffahrt und der Entsorgung, 2022 Beschäftigte aus der Luftfahrt und aus Betrieben der Post- und Paketdienste Langarmshirts bzw. Multinorm-Overalls mit UV-Schutz von zwei verschiedenen Herstellern. In Tab. 1 ist eine Übersicht über die gemeldeten Teilnehmenden an den Tragetests sowie die Aufteilung innerhalb der verschiedenen Branchen zusammengefasst. Parallel beteiligte sich eine Referenzgruppe an den Tragetests, die aus Beschäftigten der BG Verkehr, Sicherheitsbeauftragten und Vorarbeitenden von Mitgliedsunternehmen bestand.
Tab. 1
Übersicht der gemeldeten Teilnehmenden am Tragetest der BG Verkehr
Branche
Teilnahme im Sommer
Gemeldete Teilnehmende
Binnenschifffahrt
2021
Besatzung eines Tankschiffs (n = 7)
Kassiererinnen und Kassierer aus der Fährschifffahrt (n = 17)
Entsorgung
2021
Beschäftigte aus der Abfallsammlung (n = 30)
Post- und Paketdienste
2022
Briefzustellerinnen und -zusteller (n = 30)
Luftfahrt
2022
Beschäftigte aus der Abfertigung (n = 10)
Beschäftigte aus der Landschaftspflege (n = 7)
Beschäftigte aus dem Bereich Security/Verkehrslenkung (n = 14)
Beschäftigte vom Betriebshof (n = 5)
Referenzgruppe
2022
Beschäftigte der BG Verkehr sowie Sicherheitsbeauftragte und Vorarbeitende von Mitgliedsunternehmen (n = 17)
Getestet wurde Kleidung mit ausgewiesenem UV-Schutz, die im Vorfeld in Zusammenarbeit mit den beteiligten Mitgliedsunternehmen anhand branchenspezifischer Kriterien ausgewählt wurde. Aufgrund der Branchenspezifität stand nur eine begrenzte Anzahl an Modellen für die Tragetests zur Verfügung. Die folgende Kleidung wurde untersucht:
  • Langarm-Shirts (UV-Shirts)
  • Warnschutz-Shirts nach EN ISO 20471 (HiVi-Shirts)
  • Multinorm-Overalls
Die Teilnehmenden für die Tragetests wurden durch Interessensbekundung gewonnen. Im Anschluss an den sechswöchigen Tragetest füllten die Teilnehmenden einen Fragebogen aus, um ihre Einschätzung zu der bereitgestellten Kleidung abzugeben. Der Fragebogen war anonymisiert und beinhaltete Fragen zum Tragekomfort und zur Akzeptanz der UV-Schutzkleidung im Vergleich zur herkömmlichen Arbeitskleidung (Abb. 1). Gestartet wurde mit allgemeinen Fragen mit verschiedenen Antwortmöglichkeiten zum Ankreuzen, z. B. zu bisher ergriffenen Sonnenschutzmaßnahmen vor der Teilnahme am Tragetest. Auf den allgemeinen Fragenteil folgten spezifische Fragen zur jeweils getesteten Kleidung. Die Antwortmöglichkeiten bestanden in diesem Abschnitt aus einer fünfstufigen Skala von „viel besser“ über „besser“, „kein Unterschied“ zu „schlechter“ und „viel schlechter“. Dabei bezog sich die Einstufung auf den direkten Vergleich zur üblichen Arbeitskleidung. Abschließend wurden die Erfahrungen aus dem Tragetest erfragt, z. B. nach dem Favoriten bei der getesteten Kleidung. Weiterhin hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in einem Freitext Anmerkungen und Hinweise zur getesteten UV-Schutzkleidung und zum Tragetest abzugeben.
Abb. 1
Aufbau des im Rahmen der Tragetests eingesetzten Fragebogens
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Die Referenzgruppe testete im Sommer 2022 über einen Zeitraum von zwei Wochen zwei hochsichtbare Warnschutzshirts (HiVi-Shirts) mit UV-Schutz von zwei unterschiedlichen Herstellern. Die Mitglieder der Referenzgruppe fungierten als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zum Thema „Schutz vor natürlicher UV-Strahlung“ in den Mitgliedsunternehmen und innerhalb der BG Verkehr. Sie füllten ebenfalls Fragebögen zum Tragekomfort aus. Die Auswertung der Fragebögen der Referenzgruppe erfolgte getrennt von den Fragebögen der übrigen Teilnehmenden, um ein objektives Analyseergebnis zu erhalten.

Transmissionsmessungen der UV-Schutzkleidung

Ergänzend zu den Tragetests wurden beim IFA Transmissionsmessungen an ausgewählten Langarmshirts, HiVi-Shirts und Multinorm-Overalls (jeweils mit ausgelobtem UV-Schutz) durchgeführt. In Tab. 2 sind einige Materialeigenschaften der untersuchten Kleidung wie Farbe, Materialzusammensetzung, Flächengewicht sowie, falls vorhanden, Angaben zum PSA-Standard und der vom Hersteller angegebene Schutzfaktor (Ultraviolet Protection Factor, UPF) zusammengefasst. Weiterhin ist ersichtlich, in welchem Bereich der jeweiligen Branche die ausgewählte Kleidung zum Einsatz kam.
Tab. 2
Materialeigenschaften der untersuchten Kleidung sowie Darstellung der Bereiche in den Branchen, in denen die Kleidung getestet wurde
Kategorie
Probe Nr.
Farbe
Materialzusammensetzung
Flächengewicht (g/m2)
PSA-Standard
Vom Hersteller angegebener UPF
Branche (Bereich)
UV-Shirts
1
Grün
100PES
180
Keiner
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Luftfahrt (Landschaftspflege)
2
Navy
64PES36CLY
k. A.
Keiner
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Luftfahrt (Betriebshof und Security)
3
Grau
64PES36CLY
k. A.
Keiner
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Luftfahrt (Landschaftspflege)
4
Grün
64PES36CLY
k. A.
Keiner
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Post- und Paketdienste (Briefzustellung)
5
Hellgrün
100PES
140
Keiner
UPF 50+ ohne Angabe des Standards
Post- und Paketdienste (Briefzustellung)
HiVi-Shirts
6
Orange
64PES36CLY
k. A.
EN ISO 20471
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Entsorgung (Abfallsammlung), Luftfahrt (Abfertigung), Binnenschifffahrt (Fährschifffahrt), Referenzgruppe
7
Orange
50PES50CO
140
EN ISO 20471
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Entsorgung (Abfallsammlung)
8
Gelb
50PES50CO
140
EN ISO 20471
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Referenzgruppe
9
Gelb
50PES50CO
150
EN ISO 20471
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Luftfahrt (Abfertigung)
10
Gelb
45PES55CO
190
EN ISO 20471
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Binnenschifffahrt (Fährschifffahrt)
11
Gelb
100PES
190
EN ISO 20471
UPF 50+ gemäß AS/NZS 4399
Luftfahrt (Betriebshof)
Multinorm-Overalls
12
Orange
99CO01CF
210
EN ISO 11611
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Binnenschifffahrt (Tankschifffahrt)
EN ISO 11612
13
Rot
99CO01CF
k. A.
EN ISO 11611
UPF 40+ gemäß EN 13758‑2
Binnenschifffahrt (Tankschifffahrt)
EN ISO 11612
EN ISO 13688
k.A. Keine Angabe. PSA Persönliche Schutzausrüstung. Die Abkürzungen in der Spalte „Materialzusammensetzung“ entsprechen den jeweiligen Materialkomponenten Polyester (PES), Lyocell (CLY), Baumwolle (CO) und Kohlenstofffasern (CF), sowie deren Anteil am Gesamtgewebe. Zum Beispiel entspricht die Kennzeichnung 99CO01CF einem Material, das zu 99 % aus Baumwolle und zu 1 % aus Kohlenstofffaser besteht
Anhand der Transmissionsmessungen wurde der UV-Schutzfaktor (USF, auch: UPF, englische Abkürzung für Ultraviolet Protection Factor) der Kleidung ermittelt. Die Messungen wurden gemäß DIN EN 13758‑1 [23, 24] durchgeführt. Es wurde sowohl neue Kleidung als auch solche, die durch das IFA mehrfach gewaschen wurde (10 Waschzyklen und 25 Waschzyklen), sowie Shirts, die von den Teilnehmenden der Referenzgruppe getragen und gewaschen wurden, getestet.
Die Ergebnisse der Transmissionsmessungen sollten folgende Fragestellungen klären:
  • Wird der angegebene UPF der UV-Schutzkleidung eingehalten?
  • Ändert sich der UPF nach mehrmaligen Wäschen?
  • Ändert sich der UPF nach mehrmaligem Tragen und Waschen?
  • Gibt es Unterschiede beim UPF an Schultern, Ärmeln, Vorder- und Rückseite bei der UV-Schutzkleidung?
  • Bestehen Unterschiede zwischen der UV-Schutzkleidung verschiedener Hersteller hinsichtlich des UPF, insbesondere nach dem Tragen und dem Waschen?
  • Können anhand der Messergebnisse Empfehlungen für die Auswahl von UV-Schutzkleidung abgeleitet werden?

Aufbereitung der Proben

Die zu waschenden Shirts und Overalls wurden im IFA gemäß DIN EN ISO 6330 [25] mit einer regelmäßig vom Hersteller kalibrierten Testwaschmaschine (Electrolux Wascator) gewaschen. Das Waschverfahren, insbesondere die Waschtemperatur, wurde hierbei gemäß den Herstellerangaben auf dem Waschetikett ausgewählt. Anschließend wurde die Kleidung an der Luft ohne direktes Sonnenlicht getrocknet. Diese Vorgehensweise wurde gewählt, um die Wasch- und Trocknungsbedingungen standardisiert und reproduzierbar zu halten. Für die Messungen standen somit drei Shirts desselben Modells in verschiedenen Zuständen zur Verfügung: Ein Shirt blieb im „Neuzustand“ und wurde nicht gewaschen. Ein weiteres Shirt wurde 10-mal gewaschen und an der Luft getrocknet, und das dritte Shirt wurde 25-mal gewaschen und an der Luft getrocknet. Es wurde angenommen, dass Shirts desselben Modells sich ähnlich verhalten. Die Vorgehensweise und Annahme galt auch für die Multinorm-Overalls.
An den UV- und HiVi-Shirts sowie bei den Overalls wurden jeweils 6 Messproben mit einer Größe von etwa 3 cm × 3 cm im trockenen und spannungsfreien Zustand entnommen – 2 Messproben auf der Vorderseite, 2 Messproben auf der Rückseite und 2 Messproben an den Ärmeln. Die Außenseiten der UV-Shirts und Overalls, die in der Praxis der UV-Strahlung und während der Messungen der UV-Quelle ausgesetzt sind, wurden markiert.
Die von den Teilnehmenden aus der Referenzgruppe verwendete Kleidung (HiVi-Shirts) wurde über einen Zeitraum von 2 Wochen im Sommer 2022 getragen und in den eigenen Haushalten gewaschen. Hier wurde der UPF an vier verschiedenen Körperstellen (Schulter, Ärmel, Vorder- und Rückseite) untersucht, um ggf. Unterschiede bezüglich der Abnutzung durch das Tragen der Kleidung feststellen zu können. Pro Körperstelle wurden dabei 8 Messproben nach dem oben beschriebenen Verfahren entnommen und aufbereitet.

Transmissionsmessungen

Die Schutzwirkung von Kleidung gegen solare UV-Strahlung wird durch den UPF angegeben. Der UPF der Kleidung lässt sich wie folgt berechnen [23]:
$$\begin{aligned}& UPF=\\& \frac{\sum \limits_{\lambda =290nm}^{\lambda =400nm}E_{\textit{Sonne}}(\lambda )S_{er}(\lambda )\Delta \lambda }{\sum \limits_{\lambda =290nm}^{\lambda =400nm}E_{\textit{Sonne}}(\lambda )S_{er}(\lambda )T(\lambda )\Delta \lambda }\:\end{aligned}$$
(1)
Hierbei ist ESonne(λ) die Bestrahlungsstärke der Sonne,  Ser(λ) das Erythem-Wirkungsspektrum [26] und T(λ) der spektrale Transmissionsgrad bei der Wellenlänge λ. Der UPF dient als Maß für die Durchlässigkeit der Textilien für UV-Strahlung und gibt an, zu welchem Anteil die UV-Strahlung von der Kleidung abgeschwächt wird. So bedeutet ein UPF von 40, dass nur noch 1/40 der UV-Strahlung, also 2,5 % durch die Kleidung auf die Haut einfällt. Diese Angabe ist analog zum Lichtschutzfaktor (LSF) bei Sonnenschutzmitteln und gibt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut erhöht bzw. wie viel länger der Träger von dieser Kleidung sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand davonzutragen. Im Rahmen dieses Projekts wurde das Prüfverfahren sowie die Berechnungsmethode nach der europäischen Norm EN 13758‑1 [23] herangezogen. Die Norm orientiert sich am amerikanischen Standard AATCC TM 183-2000 mit dem Sonnenspektrum von Albuquerque, New Mexico.
Als UV-Quelle kam eine lasergetriebene Plasmalichtquelle (Laser-Driven Light Source, LDLS, EQ-99 Manager von Energetiq) zum Einsatz. Diese liefert ein breitbandiges Lichtspektrum, das vom UV- bis in den Infrarotbereich reicht. Zur Aufnahme der spektralen Transmission wurde ein Spektrometer (Spectro 320 von Instrument Systems) verwendet. Der Spektrometer wurde über ein Lichtfaserbündel, das für den entsprechenden Wellenlängenbereich ausgewählt wurde, und einen SMA-Adapter mit einer Ulbricht-Kugel (UPK-50‑L von Gigahertz-Optik GmbH) verbunden. Die Messprobe wurde am Eingang der Ulbricht-Kugel in spannungsfreiem Zustand befestigt. Die Aufnahme der Spektren wurde mithilfe der zum verwendeten Spektrometer mitgelieferten Software durchgeführt. Der Messbereich erstreckte sich von 290 bis 400 nm in Schritten von 1 nm. Die Messzeit betrug 10 ms/nm.
Die Messungen und Berechnungen für einen Zustand (Neuzustand, 10-mal gewaschen, 25-mal gewaschen) können wie folgt beschrieben werden:
1.
Aufnahme des Referenzspektrums Refvorher(λ) der UV-Quelle, ohne Probe an der Öffnung der Ulbricht-Kugel
 
2.
Aufnahme der Spektren Speki(λ) der transmittierten (direkten und diffusen) Strahlung für jede Messprobe (i = 1 bis n)
 
3.
Erneute Aufnahme des Referenzspektrums ohne Probe Refnachher(λ). Das aus Refvorher(λ) und Refnachher(λ) gemittelte Spektrum Refmittel(λ) dient als Referenzspektrum für die Messungen der Einzelproben. Dabei stellt die Mittelung der Referenzspektren eine Maßnahme zur Qualitätskontrolle dar.
 
4.
Berechnung des spektralen Transmissionsgrades Ti(λ) aus dem Quotienten zwischen Speki(λ) und Refmittel(λ) für jede Messprobe
 
5.
Die UV-A- bzw. die UV-B-Durchlässigkeit sowie der UPF gleichmäßiger Proben, wie in diesem Projekt der Fall, kann ausgedrückt werden durch den arithmetischen Mittelwert des Transmissionsgrades über alle Messpunkte und alle Messproben.
 
$$\begin{array}{c} UVA_{\textit{mittel}}=\frac{1}{n}\sum \limits_{i=1}^{n}\frac{1}{m}\sum \limits_{\lambda =315}^{\lambda =400}T_{i}\left(\lambda \right)\\ UVB_{\textit{mittel}}=\frac{1}{n}\sum \limits_{i=1}^{n}\frac{1}{k}\sum \limits_{\lambda =290}^{\lambda =315}T_{i}\left(\lambda \right)\\ UPF_{\textit{mittel}}=\frac{1}{n}\sum \limits_{i=1}^{n}\frac{1}{k}\sum \limits_{\lambda =290}^{\lambda =400}T_{i}\left(\lambda \right) \end{array}$$
6.
Aus dem Stichprobenmittel UPFmittel und der Messprobenanzahl n (6 bzw. 8, siehe Kapitel „Aufbereitung der Proben“) wird ein 95 % Konfidenzintervall (KI) berechnet, dessen untere Grenze den UPF des untersuchten Materials ergibt. Ist der so ermittelte Wert kleiner, als der kleinste UPFmin unter allen Stichproben, wird UPFmin als Ergebnis aufgezeichnet. Durch dieses Vorgehen sind die in den Ergebnissen angegebenen Werte als sichere Minimalwerte anzusehen. Da es sich um einen Schutzfaktor handelt, wird hier im Sinne einer „Worst-case“-Betrachtung vom geringst möglichen Schutz ausgegangen.
 

Ergebnisse

Auswertung des Tragetests

Insgesamt meldeten sich 120 Personen für die Teilnahme an den Tragetests (137 gemeldete Teilnehmende einschließlich Referenzgruppe). Der Rücklauf der Fragebögen lag zwischen 80 und 90 % (Tab. 3). Somit gaben 104 Personen (119 Personen einschließlich Referenzgruppe), Rückmeldungen zu den Tragetests, davon 12 Frauen und 92 Männer (15 Frauen und 104 Männer einschließlich Referenzgruppe). Als „Teilnehmende“ werden in diesem Beitrag nachfolgend alle Personen bezeichnet, die am Tragetest teilgenommen und die Fragebögen beantwortet haben.
Tab. 3
Angaben zur Anzahl der gemeldeten Teilnehmenden, sowie zum Rücklauf der Fragebögen
 
Anzahl der gemeldeten Teilnehmenden
Anzahl der zurückgesendeten Fragebögen
Rücklauf (%)
2021
54
43
80
2022
66
61
90
Referenzgruppe
17
15
88
Sowohl 2021 als auch 2022 war die Mehrheit der Teilnehmenden zwischen 30 und 59 Jahre alt. Die Altersverteilung innerhalb der Teilnehmenden, einschließlich Referenzgruppe, ist in Tab. 4 zusammengefasst.
Tab. 4
Alter der Teilnehmenden einschließlich Referenzgruppe
 
< 20 Jahre
20 bis 29 Jahre
30 bis 39 Jahre
40 bis 49 Jahre
50 bis 59 Jahre
> 60 Jahre
2021
1
4
10
12
15
1
2022
5
17
25
27
2
Die Teilnehmenden wurden zur Verwendung von UV-Schutz während der Arbeit vor der Teilnahme am Tragetest befragt. Die Ergebnisse sind in Tab. 5 zusammengefasst. Die Auswahl bestand aus „Sonnenschutzmittel“, „Kopfbedeckung“, „langer Kleidung“ oder „gar nicht“. Eine Mehrfachnennung war möglich. Die Mehrheit verwendete Sonnenschutzmittel (64 % der Teilnehmenden) und trug eine Kopfbedeckung (49 % der Teilnehmenden). Zehn Teilnehmende haben bereits vor dem Tragetest lange Kleidung genutzt. Es zeigte sich jedoch auch, dass 18 % sich gar nicht vor solarer UV-Strahlung geschützt haben. In der Referenzgruppe verwendeten alle Teilnehmenden vor dem Test Sonnenschutzmittel (100 % der Teilnehmenden) und die Mehrheit trug eine Kopfbedeckung (67 % der Teilnehmenden). Somit schützten sich alle Teilnehmenden aus der Referenzgruppe schon vor dem Tragetest vor UV-Strahlung. Vier Teilnehmende nutzten bereits lange Kleidung als Sonnenschutz.
Tab. 5
Ergebnisse zur Befragung nach Verwendung von Sonnenschutz vor Teilnahme am Tragetest, inklusive Referenzgruppe
 
Sonnenschutzmittel
Lange Kleidung
Kopfbedeckung
Gar nicht
Anteil der ungeschützten Teilnehmenden (%)
Teilnehmende 2021 und 2022 (n = 104)
67
10
51
19
18
Referenzgruppe (n = 15)
15
4
10
0
Im Sommer 2021 gaben 14 Teilnehmende an, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen aus dem Tragetest grundsätzlich im Sommer lange Kleidung tragen würden (Tab. 6). 27 Teilnehmende bevorzugten jedoch kurze Kleidung im Sommer. Im Sommer 2022 zeichnete sich ein leicht verändertes Bild ab. 32 Teilnehmende favorisierten das Tragen langer Kleidung im Sommer, während 29 Teilnehmende dies ablehnten. Auch in der Referenzgruppe gab eine Mehrheit von 9 Personen langer Kleidung den Vorzug. Sechs Personen verneinten das Tragen langer Kleidung. Insgesamt bevorzugte jedoch die Mehrheit der Teilnehmenden das Tragen von kurzer Kleidung im Sommer (53 % der Teilnehmenden).
Tab. 6
Ergebnisse zur Befragung „Würden Sie aufgrund Ihrer jetzigen Erfahrungen aus dem Tragetest im Sommer grundsätzlich ein Langarmshirt tragen“ (n = 117; von zwei Teilnehmenden wurde die Frage nicht beantwortet)
 
Ja
Nein
Teilnehmende 2021
14
27
Teilnehmende 2022
32
29
Referenzgruppe
9
6
Insgesamt
55
62
Die Befragung vor und nach dem Tragetest zeigt, wie sich die persönliche Einstellung zur Nutzung von langer Kleidung im Sommer durch die Tragetests verbessert. Vergleicht man die Akzeptanz vor und nach dem Tragetest, so stellt sich heraus, dass vor dem Tragetest insgesamt 14 Teilnehmende (11 %) angaben, lange Kleidung im Sommer zu tragen. Nach dem Tragetest würden 55 Teilnehmende (47 %) im Sommer grundsätzlich lange Kleidung anziehen.
Die Frage, ob sie ihren Kolleginnen und Kollegen das Tragen von langer Kleidung zum Schutz vor UV-Strahlung im Sommer empfehlen würden, bejahte eine deutliche Mehrheit von 52 Teilnehmenden (einschließlich der Teilnehmenden aus der Referenzgruppe) im Sommer 2022. Lediglich 23 Teilnehmende würden keine Empfehlung aussprechen. Eine Person enthielt sich.
In Tab. 7 werden die Ergebnisse der Fragebogenauswertung exemplarisch am Beispiel der Beschäftigten aus Betrieben des Post- und Paketdienstes dargestellt, die aus 30 Teilnehmenden bestand. Die Teilnehmenden haben im Sommer 2022 über einen Zeitraum von 6 Wochen 2 Langarmshirts mit UV-Schutz von 2 verschiedenen Herstellern getestet. Die Shirts unterschieden sich farblich: Eines war grün, das andere hellgrün. Im Rahmen der Befragung sollte die getragene Kleidung hinsichtlich vordefinierter Kriterien im direkten Vergleich zur sonst üblichen Arbeitskleidung bewertet werden. Die in der Methodik beschriebene fünfstufige Skala wurde für eine übersichtliche Auswertung folgendermaßen zusammengefasst: „Besser als übliche Arbeitskleidung“ (+), „Schlechter als übliche Arbeitskleidung“ (−) und „Vergleichbar zu üblicher Arbeitskleidung“ (0).
Tab. 7
Exemplarische Darstellung der Fragebogenauswertung innerhalb der Beschäftigten aus Betrieben des Post- und Paketdienstes (n = 30 Teilnehmende). Vorgegeben waren hier mehrere Kriterien, die im Vergleich zur üblichen Arbeitskleidung der Teilnehmenden bewertet werden sollten
Kriterium
Shirt, grün
Shirt, hellgrün
+
0
+
0
Schweißbildung
10
6
14
8
13
9
Trocknung nach dem Schwitzen
17
10
3
22
8
0
Bewegungsfreiheit
19
7
4
16
11
3
Hautfreundlichkeit
22
4
4
26
2
2
Tragekomfort
16
5
9
15
11
4
Grün
Hellgrün
Keine Angabe
Gesamtbewertung („Welches der beiden Langarmshirts gefällt Ihnen insgesamt besser?“)
7
21
2
+ Besser als übliche Arbeitskleidung. 0 Vergleichbar zu üblicher Arbeitskleidung.  Schlechter als übliche Arbeitskleidung. Die Zahlenwerte zeigen, wie viele Teilnehmende die jeweilige Bewertung für die einzelnen Kriterien auswählten
Besonders positiv wurde die schnelle Trocknung des hellgrünen Langarmshirts mit UV-Schutz nach dem Schwitzen und die Hautfreundlichkeit bewertet. Bei der Bewegungsfreiheit erhielt das grüne Shirt eine größere Zustimmung. Eher negativ wurde die subjektiv wahrgenommene vermehrte Schweißbildung beim Tragen dieses Shirts eingeordnet, während das hellgrüne Shirt aus Sicht der Mehrheit der Teilnehmenden vergleichbar mit der üblichen Arbeitskleidung war. Beim Tragekomfort zeichnete sich für beide Shirts überwiegend eine positive Bewertung ab. 21 von 30 Personen in diesem Tragetest bevorzugten das hellgrüne Shirt. Zwei Teilnehmende hatten keinen Favoriten.
Die Ergebnisse der Fragebogenauswertung für die Beschäftigten aus Betrieben des Post- und Paketdienstes spiegeln die Ergebnisse aller Teilnehmenden einschließlich der Referenzgruppe wider. Besonders positiv hervorgehoben wurde grundsätzlich die schnelle Trocknung der UV-Schutzkleidung nach dem Schwitzen sowie die Hautfreundlichkeit. Als negativ wurde die subjektiv wahrgenommene vermehrte Schweißbildung empfunden.

Ergebnisse der Transmissionsmessungen

In Tab. 8 sind die ermittelten UV-A- und UV-B-Durchlässigkeiten sowie die berechneten UPF-Werte für die UV-Shirts, die HiVi-Shirts sowie für die Overalls aufgeführt.
Tab. 8
UV-A- und UV-B- Durchlässigkeiten (in %) sowie berechnete UPF-Werte für die getestete Kleidung im Neuzustand, nach 10-maligem und nach 25-maligem Waschen
Kategorie
Probe Nr.
Farbe
Im neuen Zustand
10-mal gewaschen
25-mal gewaschen
Herstellerangabe des UPF
UV-Shirts
1
Grün
UVA: 3,9 %
UVB: 2,8 %
UPF: 29
UVA: 2,5 %
UVB: 1,8 %
UPF: 42
UVA: 2,6 %
UVB: 1,8 %
UPF: 41
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
2
Navy
UVA: 2,7 %
UVB: 1,5 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,1 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
3
Grau
UVA: 8,2 %
UVB: 3,3 %
UPF: 21
UVA: 3,7 %
UVB: 1,6 %
UPF: 47
UVA: 2,6 %
UVB: 1,2 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
4
Grün
UVA: 2,6 %
UVB: 1,4 %
UPF: 49
UVA: 1,4 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,4 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
5
Hellgrün
UVA: 5,4 %
UVB: 0,2 %
UPF: > 50
UVA: 4,8 %
UVB: 0,1 %
UPF: > 50
UVA: 4,1 %
UVB:< 0,1 %
UPF: > 50
UPF 50+ (Ohne Angabe des Standards)
HiVi-Shirts
6
Orange
UVA: 1,4 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 0,4 %
UVB: 0,3 %
UPF: > 50
UVA: 0,4 %
UVB: 0,3 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
7
Orange
UVA: 5,2 %
UVB: 1,8 %
UPF: 34
UVA: 1,6 %
UVB: 1,2 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 1,0 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
8
Gelb
UVA: 5,3 %
UVB: 1,7 %
UPF: 35
UVA: 1,7 %
UVB: 0,9 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
9
Gelb
UVA: 4,0 %
UVB: 1,6 %
UPF: 43
UVA: 1,5 %
UVB: 1,0 %
UPF: > 50
UVA: 1,3 %
UVB: 0,9 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
10
Gelb
UVA: 2,3 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 0,6 %
UVB: 0,4 %
UPF: > 50
UVA: 0,7 %
UVB: 0,4 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
11
Gelb
UVA: 1,2 %
UVB: 0,9 %
UPF: > 50
UVA: 0,7 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
UVA: 0,7 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
UPF 50+ gemäß AS/NZS 4399
Multinorm-Overalls
12
Orange
UVA: 0,2 %
UVB: < 0,1 %
UPF: > 50
UVA: 0,4 %
UVB: 0,1 %
UPF: > 50
UVA: 0,4 %
UVB: 0,2 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
13
Rot
UVA: 0,2 %
UVB: 0,1 %
UPF: > 50
UVA: < 0,1 %
UVB: < 0,1 %
UPF: > 50
UVA:< 0,1 %
UVB:< 0,1 %
UPF: > 50
UPF 40+ gemäß EN13758‑2
Bei den meisten der untersuchten Proben wurde der vom Hersteller angegebene UPF im Neuzustand eingehalten. Es gab jedoch 4 Shirts (Proben Nr. 1, 3, 7 und 8), bei denen der gemessene UPF zwischen 20 und 35 lag, anstatt den angegebenen Wert von 40+ zu erreichen. Demnach weist die Kleidung im Neuzustand einen geringeren UPF auf. Es wurde festgestellt, dass der UPF bei allen UV- und HiVi-Shirts nach mehrmaligem Waschen zugenommen hat. Nach 10 Waschzyklen wurde bei den Proben Nr. 1, 3, 7 und 8 der vom Hersteller angegebene UPF-Wert von 40+ erreicht. Der UPF lag bei den meisten gewaschenen Proben bei 50+, mindestens jedoch bei 40+ (Proben Nr. 1 und 3). Bei den untersuchten Multinorm-Overalls aus Baumwolle lag der UPF in allen 3 Zuständen bei 50+, auch wenn der UPF der Probe Nr. 12 nach dem Waschen abnahm. Im Vergleich zu hellen Farben wiesen dunkle Farben desselben Modells einen höheren UPF auf, sowohl im Neuzustand als auch nach dem Waschen. Dies gilt für die Proben Nr. 2–4. Überraschend wurde bei Probe Nr. 5 trotz der hellen Farbe und des dünneren Materials im Vergleich zu anderen Proben in dunkleren Farben der höchste UPF ermittelt. In Tab. 9 sind die Ergebnisse für die von Teilnehmenden getragene Kleidung dargestellt.
Tab. 9
UV-A- und UV-B-Durchlässigkeiten sowie berechnete UPF-Werte für die von Teilnehmenden der Referenzgruppe getragenen HiVi-Shirts für die vier verschiedenen Probenahmestellen
Kategorie
Probe Nr.
Farbe
Schulter
Ärmel
Vorderseite
Rückseite
Von Teilnehmenden der Referenzgruppe getragene und gewaschene HiVi-Shirts (Herstellerangabe: UPF 40+ gemäß EN 13758-2)
14
Orange
UVA: 1,4 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,5 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,5 %
UVB: 0,9 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
15
Gelb
UVA: 1,2 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,7 %
UVB: 0,9 %
UPF: > 50
UVA: 1,7 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
16
Orange
UVA: 1,1 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 0,9 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
UVA: 1,1 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
17
Gelb
UVA: 1,6 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
UVA: 1,5 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
UVA: 1,4 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
UVA: 1,5 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
18
Gelb
UVA: 1,0 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,1 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
UVA: 1,1 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
19
Gelb
UVA: 1,3 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,6 %
UVB: 1,1 %
UPF: > 50
UVA: 1,4 %
UVB: 0,9 %
UPF: > 50
20
Orange
UVA: 0,9 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
UVA: 0,9 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
UVA: 0,9 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
UVA: 0,9 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
21
Orange
UVA: 0,9 %
UVB: 0,4 %
UPF: > 50
UVA: 0,9 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
UVA: 1,1 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,1 %
UVB: 0,5 %
UPF: > 50
22
Orange
UVA: 1,2 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,8 %
UPF: > 50
UVA: 1,1 %
UVB: 0,7 %
UPF: > 50
23
Orange
UVA: 1,0 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,0 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,2 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
UVA: 1,0 %
UVB: 0,6 %
UPF: > 50
Die von den Teilnehmenden der Referenzgruppe über einen Zeitraum von 2 Wochen im Sommer 2022 getragenen und gewaschenen Shirts zeigten keine signifikanten Unterschiede im UPF zwischen den verschiedenen Körperstellen. Der UPF lag in allen Fällen bei 50+. Das bedeutet, dass während des gesamten Testzeitraums von 2 Wochen keine nennenswerten Abnutzungserscheinungen in Bezug auf den UV-Schutz festgestellt wurden.

Diskussion

Im beruflichen Kontext stellen praxisnahe Tragetests von UV-Schutzkleidung eine Ausnahme dar. Dies zeigte auch eine Literaturstudie, die die Fachhochschule Münster in Kooperation mit der BG Verkehr durchgeführt hat (pers. Mitteilung).
Die Teilnehmenden der Tragetests der BG Verkehr waren zwischen 19 und 63 Jahre alt. Die größte Gruppe stellten die 30- bis 59-Jährigen dar. Dies entspricht der Altersstruktur der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland [27]. Der Rücklauf der Fragebögen betrug zwischen 80 und 90 %. So beschreiben z. B. Knuschke et al. [16], dass sich die Suche nach Unternehmen, die sich an einem Tragetest beteiligen, schwierig gestaltete. Der ursprünglich vorgesehene Zielumfang der Befragungsstudie wurde in der abgestimmten Branchenstruktur nicht erreicht. In der schließlich von Knuschke et al. zum Einsatz gekommenen Testgruppe von 30 Personen betrug der Rücklauf der Fragebögen jedoch 100 %.
Vor dem in diesem Beitrag beschriebenen Tragetest verwendeten 64 % der Teilnehmenden Sonnenschutzmittel und 49 % eine Kopfbedeckung. Nur wenige trugen lange Kleidung. Peters et al. [28] befragten Bauarbeiter in Kanada zur Anwendung von Sonnenschutz bei der Arbeit. Im Gegensatz zur vorliegenden Studie trugen 82 % der Teilnehmenden Langarmshirts und 79 % Kopfbedeckungen. Nur 29 % der Teilnehmenden verwendeten Sonnenschutzmittel. Aus der Studie von Peters et al. [28] geht hervor, dass die Unternehmen ihre Beschäftigten im Rahmen des Arbeitsschutzes mit Langarmshirts und Kopfbedeckungen ausstatteten. Sonnenschutzmittel spielten eine untergeordnete Rolle. Knuschke et al. [16] stellten fest, dass 58 % der Beschäftigten aus dem Baugewerbe „hin und wieder“ Sonnenschutzmittel bei der Arbeit im Freien nutzten. Dies ist mit den Ergebnissen dieser Studie vergleichbar. In der vorliegenden Studie wurden den Teilnehmenden von den Unternehmen vorrangig Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckungen angeboten. Daraus lässt sich schließen, dass die Verwendung und Nutzung von Sonnenschutz von der Unternehmenskultur abhängt.
Der Anteil der Teilnehmenden, die sich bei der Arbeit gar nicht vor solarer UV-Strahlung schützten, lag bei 18 %. In der Referenzgruppe ergriffen alle Teilnehmenden Maßnahmen zum Sonnenschutz. Die Referenzgruppe setzte sich aus Personen zusammen, die in den Unternehmen eine Vorbildfunktion innehaben. Diese bestand aus Aufsichtspersonen der BG Verkehr sowie aus Sicherheitsbeauftragten und Vorarbeitenden von Mitgliedsunternehmen. Zu dieser Vorbildfunktion gehörte offensichtlich die Anwendung von Sonnenschutz bei der Arbeit im Freien. Auch Nahar et al. [29] stellten in einem Review fest, dass die in verschiedenen Studien untersuchten Berufsgruppen ein unterschiedliches Verhalten zum Schutz vor UV-Strahlung aufwiesen. So wurde in einer Feldstudie mit Beschäftigten in Verkehrsbetrieben, im Baugewerbe und in der Postzustellung beobachtet, dass nur 50,4 % der Teilnehmenden ihre Haut ausreichend vor Sonne schützten. Vergleichbare Werte lieferten Erhebungen von D’Souza et al. [30] und Zink et al. [19], demnach nutzen ca. 45 % der in den Studien betrachteten Beschäftigten (in erster Linie aus den Bereichen Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie Dachdeckerei) keine Art von Sonnenschutz. Vor diesem Hintergrund scheint das im Rahmen der Tragetests betrachtete Probandenkollektiv bereits hinsichtlich der Problematik sensibilisiert zu sein, da hier der Anteil der Personen, die in keiner Form Schutzmaßnahmen ergreifen, deutlich geringer ist.
Im Sommer 2021 gab die Mehrheit mit 27 von 43 Teilnehmenden der Tragetests an, dass sie im Sommer keine lange Kleidung bevorzugen. Im Sommer 2022 favorisierte eine knappe Mehrheit mit 32 von 61 Teilnehmenden das Tragen langer Kleidung im Sommer. Dies spiegelte sich auch in der Referenzgruppe wider. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erlebte Deutschland im Jahr 2021 den regenreichsten Sommer seit 10 Jahren. Die Monate Juni, Juli und August fielen deutlich zu warm und durchschnittlich sonnig aus (Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Presse – Deutschlandwetter im Sommer 2021 (dwd.de) [31]). Im Gegensatz dazu war der Sommer 2022 sehr sonnig und sehr trocken. Damit gehörte er zu den vier wärmsten Sommern seit Aufzeichnungsbeginn (Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Presse – Deutschlandwetter im Sommer 2022 (dwd.de); [32]). Auf den Fragebögen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Anmerkungen zum Tragetest in einem Freitextfeld einzutragen. Während im Jahr 2021 häufig kommentiert wurde, dass der Sommer nicht repräsentativ war und somit für den Tragetest keine idealen Bedingungen bestanden, berichteten Teilnehmende im Sommer 2022, dass die Langarmshirts besser als Sonnencreme vor einem Sonnenbrand auf der Haut schützten und eine kühlende Wirkung hatten. Hieraus lässt sich schließen, dass die Akzeptanz der langen UV-Schutzkleidung von den Wetterbedingungen beeinflusst wurde. In der Feldstudie von Weber et al. [33] wurde die Bekleidung aus Mikrofaser gegenüber der aus Baumwolle leicht bevorzugt, da das Material auch an Hitzetagen ein angenehmes Körperklima erlaubte.
Insgesamt überwog jedoch der Anteil der Teilnehmenden (62 von 117 Teilnehmenden, 53 %), die das Tragen von langer Kleidung im Sommer ablehnten. Ähnliches beschreiben Knuschke et al. [16]. Sie führten Tragetests mit Beschäftigten aus dem Baugewerbe durch. 64 % der Teilnehmenden bevorzugten grundsätzlich kurzärmlige Shirts. Rocholl et al. [34] sowie Weber et al. [33] stellten ebenfalls fest, dass lange Kleidung generell als problematisch angesehen wird. Der vorliegende Tragetest zeigte allerdings, dass 68 % der Teilnehmenden ihren Kolleginnen und Kollegen das Tragen von langer Kleidung im Sommer empfehlen würden.
Vor Beginn der Tragetests gaben 14 Teilnehmende an, dass sie im Sommer lange Kleidung zum Schutz vor UV-Strahlung tragen. Dies entspricht einem Anteil von 11 %. Nach dem Tragetest waren 55 Teilnehmende bereit, lange UV-Schutzkleidung grundsätzlich im Sommer zu nutzen. Damit erhöhte sich der Anteil auf 47 %. Die Untersuchungen von Rye et al. und Rocholl et al. [34, 35] zeigten, dass sich die Akzeptanz stets dann erhöhte, wenn die Beschäftigten bei den Entscheidungen beteiligt wurden. Dies scheint auch in der vorliegenden Studie der Fall zu sein.
Im Vergleich zur üblichen Arbeitskleidung wurde UV-Schutzkleidung grundsätzlich positiv bewertet. Auch Weber et al. [33] stellten bei der Befragung von Beschäftigten in der Klempnerei fest, dass die Akzeptanz von UV-Schutzkleidung hoch ist. Besonders hoben die Teilnehmenden die schnelle Trocknung nach dem Schwitzen und die Hautfreundlichkeit hervor. In der Feldstudie von Weber et al. [33] bevorzugten die Teilnehmenden ebenfalls Kleidung, die aus Mikrofasermaterial hergestellt wurde. Grifoni et al. [36] stellten in ihrer Studie keinen Unterschied zwischen Kleidung aus Mikrofaser- oder aus Baumwollmaterialien fest. Im Gegensatz dazu ergab sich aus der Studie von Knuschke et al. [16], dass die Beschäftigten im Baugewerbe Kleidung aus Baumwollmaterialien favorisierten.
Unter den getesteten Shirts und Multinorm-Overalls gab es immer einen Favoriten, wobei das Aussehen und die Passform eine Rolle spielten. Dies stimmt mit den Beobachtungen von Lee [37], Weber et al. [33] und Knuschke et al. [16] überein, die ebenfalls die Bedeutung von Optik und Passform bei der Auswahl der Kleidung feststellten.
Die Ergebnisse der Transmissionsmessungen zeigten, dass ein Großteil der untersuchten Kleidung einen effektiven Schutz gegen UV-Strahlung bietet und die Herstellerangaben bezüglich des UPF eingehalten werden. Der UPF nahm nach mehrmaligem Waschen zu, was eine Verbesserung der Schutzeigenschaften bedeutet. Auch die Kleidung, die zuvor nicht den angegebenen UPF einhielt, konnte dies nach dem Waschen erreichen. Die Multinorm-Overalls zeigen insgesamt eine gute Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und bieten einen zuverlässigen Schutz für die Trägerinnen und Träger.
Dass das Waschen der Kleidung einen Einfluss auf den UPF der Proben haben kann, wurde bereits im Rahmen anderer Studien beobachtet [38]. Hier wurde festgestellt, dass der UPF der Proben schon nach 5 Waschzyklen gestiegen ist. Die UPF-Bestimmung wird stark vom UV-B-Anteil des UV-Spektrums beeinflusst, wie in den Bewertungsspektren ausgedrückt. Daher könnte es trotz eines hohen UPF-Wertes sein, dass die UV-Schutzkleidung eine signifikante UV-A-Durchlässigkeit aufweist [39]. Dies wurde auch im Rahmen der vorliegenden Messungen beobachtet, bspw. bei Probe Nr. 5. Hier ist der Transmissionsgrad im UV-A-Bereich bei allen Modellen größer als im UV-B-Bereich. Insbesondere in Hinblick auf die Zusammensetzung von Sonnenschutzmitteln wird vermehrt die Notwendigkeit zur Berücksichtigung des UV-A-Schutzes diskutiert [40, 41]. Bisher lag der Fokus hier auf dem Schutz vor UV-B-Strahlung. Da jedoch auch der UV-A-Anteil der solaren Strahlung bekanntermaßen negative Effekte auf den menschlichen Körper hat, wie die vorzeitige Hautalterung, die Entstehung sog. Photodermatosen sowie Anteil am UV-induzierten Hautkrebs [42], sollte die Reduzierung dieser Komponente zusätzlich bei der Entwicklung von Schutzmaßnahmen gegen solare UV-Strahlung berücksichtigt werden.
Zu den weiteren Faktoren, die den UPF von UV-Schutzkleidung beeinflussen, gehören unter anderem das verwendete Material, die Gewebedichte, das Stoffgewicht und die Farbe der Kleidung [4345]. Die Art der Endanwendung, wie zum Beispiel das Waschen der Kleidung und die Dehnung während des Tragens, kann ebenfalls Auswirkungen auf den UPF der Kleidung haben [38, 46, 47]. Der UPF der Kleidung sowie die Veränderung des UPF im Laufe der Nutzung hängt oft gleichzeitig von mehreren Faktoren ab.
Bei der Auswahl von UV-Schutzkleidung sollte grundsätzlich auf Produkte von Herstellern zurückgegriffen werden, die mindestens die Anforderungen der Norm EN 13758-1/2 erfüllen. Beim Kauf von UV-Schutzkleidung sollte nicht nur auf den angegebenen UPF geachtet werden, sondern auch auf den angegebenen Standard, nach dem der UPF bestimmt wurde. Beispiele dazu sind die Angaben „UPF 40+ gemäß EN 13758-2“ [48] oder „UPF 50+ gemäß AS/NZS 4399“ [49]. Auf dem Markt kommt es oft vor, dass der Hersteller auf der Webseite des Produkts nur „UPF 50+“ angibt, ohne einen Zertifizierungsstandard zu nennen. Darüber hinaus gibt es weitere Standards, die für die Zertifizierung des UV-Schutzes von Textilien herangezogen werden, wie bspw. den UV Standard 801 des Hohenstein Instituts. Da die auf dem Markt verfügbare Kleidung jedoch häufig in Asien oder Südamerika produziert wird, wird für die Zertifizierung meist auf die international zugänglichen Standards zurückgegriffen. Sofern möglich wird empfohlen, bevorzugt dunkle Farben bei der Auswahl von UV-Schutzkleidung zu berücksichtigen. Dunkle Farben weisen in der Regel einen höheren UPF auf und bieten somit einen besseren Schutz vor UV-Strahlung [44].
Um den vom Hersteller angegebenen UPF der UV-Schutzkleidung zu erreichen, sollte die Kleidung vor dem Tragen grundsätzlich gewaschen werden. Es wird empfohlen, die Waschvorgaben des Herstellers zu beachten, insbesondere die angegebene Waschtemperatur. In der Regel wird eine Waschtemperatur von 60 °C empfohlen, um eine hygienische Reinigung zu gewährleisten. Wenn die Reinigung der Kleidung an einen externen Dienstleister ausgelagert wird, sollte darauf hingewiesen werden, dass die Waschvorgaben des Herstellers eingehalten werden.
Folgende Randbedingungen können für die Auswahl von Kleidung zum Schutz vor solarer UV-Strahlung zusammengefasst werden:
  • Polyester bietet oft einen hohen UV-Schutz.
  • Der UPF steigt mit abnehmenden Garn-zu-Garn-Abständen, zunehmendem Stoffgewicht und zunehmender Stoffdicke.
  • Dunklere Farben haben in der Regel einen höheren UPF als hellere Farben.
  • Der UPF nimmt unter Dehnung der Kleidung ab.
  • Bei Baumwollstoffen nimmt der UPF ab, wenn der Stoff nass wird.
  • Nach dem Waschen kann der UPF der Kleidung zunehmen.

Ausblick

Das Risikobewusstsein in Hinblick auf die Wirkung der solaren UV-Strahlung ist bei den besonders betroffenen Beschäftigten (in erster Linie Beschäftigte, die im Freien arbeiten) recht gering und muss insbesondere bei jungen Beschäftigten gestärkt werden [20, 28]. Es zeigt sich, dass die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen durch Beteiligung der Beschäftigten am Entscheidungs- und Auswahlprozess deutlich erhöht werden kann [34, 35]. Dazu bietet sich an, vor Beschaffung von Schutzkomponenten ggf. mehrere Modelle verschiedener Hersteller zur Auswahl zu stellen. Um die Nutzung von Sonnenschutzmaßnahmen im beruflichen Kontext zu etablieren, ist zudem eine enge Verbindung mehrerer Komponenten essenziell: Die Information der Beschäftigten legt den Grundstein für das weitere Vorgehen, dazu muss sich jedoch der Arbeitgeber über eine mögliche Gefährdung der Beschäftigten bewusst sein. Hinzu kommt, dass eine nachhaltige Verhaltensänderung nur dann erfolgen kann, wenn auch im privaten Bereich ein Umdenken in Bezug auf die Gefährdung und die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen erfolgt [50]. In Bezug auf primäre Prävention sind die hauptsächlichen Hinderungsgründe, dass die Menschen sich gesund fühlen und demnach die Gefährdung verharmlost wird [51]. Da sich Hautkrebs erst nach Jahren oder Jahrzehnten der Exposition manifestiert, wird die Gefährdung nicht als akut wahrgenommen. In diesem Zusammenhang ist die stetige Aufklärung und Wissensvermittlung essenziell, z. B. im Rahmen von Gesundheitstagen, UV-Schutzkampagnen etc.
Die untersuchte UV-Schutzkleidung stellt nur einen Bruchteil der auf dem Markt erhältlichen UV-Schutzkleidung dar. Als Konsequenz aus den Messungen sollte geprüft werden, ob die Erstellung eines Empfehlungskatalogs für auf dem Markt erhältliche UV-Schutzkleidung zielführend sein kann. Dieser Katalog würde es ermöglichen, UV-Schutzkleidung mit einem hohen Qualitätsstandard und zuverlässigem UV-Schutz auszuwählen.
Zudem wird diskutiert, dass neben dem angegebenen Schutzfaktor der Kleidung als Maß für die Abschwächung der einfallenden UV-Strahlung weitere Kriterien zur Bewertung der Schutzwirkung herangezogen werden sollten. So beschreibt der Garment Protection Factor (GPF) die exponierte Körperfläche [52]. Je größer der Wert, desto besser der Schutz, da umso mehr Körperfläche bedeckt ist. Demnach könnte bei der Auswahl der Kleidung neben dem UPF auch zusätzlich der Anteil der bedeckten Körperfläche für die Auswahl ausschlaggebend sein.

Fazit für die Praxis

  • Die auf dem Markt erhältliche UV-Schutzkleidung stellt in der Regel eine effektive Möglichkeit zum Schutz vor solarer UV-Strahlung dar.
  • Bei der Auswahl von Schutzkomponenten sollten Beschäftigte am Prozess beteiligt werden.
  • Stetige Aufklärung und Informationsvermittlung in Hinblick auf die Gefährdungen durch solare UV-Strahlung sind essenzielle Bestandteile der Primärprävention.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

C. Strehl, G. Meyer, W. Zhou-Hanf und J. Hedtmann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die nicht-kommerzielle Nutzung, Vervielfältigung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die Lizenz gibt Ihnen nicht das Recht, bearbeitete oder sonst wie umgestaltete Fassungen dieses Werkes zu verbreiten oder öffentlich wiederzugeben. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Was ist bei der Auswahl von UV-Schutzkleidung wichtig?
Ergebnisse der Tragetests von UV-Schutzkleidung in verschiedenen Branchen des Verkehrssektors
Verfasst von
Claudine Strehl, M.Sc.
Gabriele Meyer
Weiqi Zhou-Hanf
Jörg Hedtmann
Publikationsdatum
06.05.2025
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Schlagwörter
Triage
Arbeitsmedizin
Triage
Erschienen in
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 0944-2502
Elektronische ISSN: 2198-0713
DOI
https://doi.org/10.1007/s40664-025-00581-4
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