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05.08.2016 | Tumorchirurgie | Leitthema | Ausgabe 3/2016

Journal für Ästhetische Chirurgie 3/2016

Tumoradaptierte Reduktion der Brust

Zeitschrift:
Journal für Ästhetische Chirurgie > Ausgabe 3/2016
Autor:
Prof. Dr. C. Solbach

Zusammenfassung

Hintergrund

Die tumoradaptierte Reduktion ist eine onkoplastische Operationstechnik, die eine großvolumige Exzision von malignen Tumoren in der Brust ermöglicht mit dem Ziel, die Ästhetik der Brust zu erhalten.

Ziel und Methoden

Die vorliegende Arbeit beschreibt mögliche Techniken der tumoradaptierten Reduktion sowie ihre Komplikationen. Sie geht auf die aktuellen Daten zur onkologischen Sicherheit und Einschränkungen durch adjuvante Therapien im Behandlungskonzept maligner Neoplasien der Mamma ein.

Diskussion

Bei der hypertrophen und ptotischen Brust gelingt es durch die tumoradaptierte Reduktion nach Resektion des Tumors, durch dermoglanduläre Verschiebung des verbleibenden Gewebes und der Haut eine suffiziente Defektdeckung zu erzielen und die Form der Brust unter ästhetischen Aspekten zu erhalten oder gar zu verbessern. Die Radiotherapie als fester Bestandteil der adjuvanten Behandlung in der brusterhaltenden Therapie des Mammakarzinoms und des duktalen Carcinoma in situ kann zu Veränderungen im Bereich des Hautmantels und des Parenchyms und in 10–20 % zu einer weiteren Volumenreduktion führen. Die tumoradaptierte Reduktion sollte vor einer Bestrahlung erfolgen, da die Komplikationsraten niedriger sind. Die Form- und Größenveränderung hat häufig die Notwendigkeit einer angleichenden Operation der kontralateralen Brust zur Folge, die ein- oder zweitzeitig durchgeführt werden kann. Die Patientenzufriedenheit ist in >80 % gut oder besser.

Ergebnis

Die Wahl der Technik einer tumoradaptierten Reduktion hängt von der Größe und Form der Brust sowie der Tumorgröße und -lage in der Brust ab. Daneben spielen die Vorliebe und die Expertise des Operateurs eine Rolle. Für die Beurteilung der onkologischen Sicherheit fehlen Langzeitdaten. Das Ziel einer onkochirurgischen sicheren R0-Resektion sollte nicht zugunsten der Ästhetik gefährdet werden.

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