Skip to main content
main-content

23.04.2019 | Tumoren der Haut | Nachrichten

Im Vergleich zu Vehikel

Wasserstoffperoxid entfernt seborrhoische Keratosen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Eine 40%ige Wasserstoffperoxidlösung ist geeignet, um seborrhoische Keratosen effektiv zu behandeln. Nebenwirkungen beschränkten sich dabei auf lokale Hautreaktionen, die in den meisten Fällen einen milden Verlauf haben.

Seborrhoische Keratosen (SK) sind benigne epitheliale Tumoren, deren Inzidenz mit dem Alter steigt [1]. Zur Therapie kommen sowohl chirurgische als auch topische Maßnahmen infrage, beispielsweise die Verwendung einer 40%igen Wasserstoffperoxidlösung (HP-40). Diese erwies sich in zwei aktuellen randomisierten, doppelblinden Phase 3-Studien als effizient und sicher [2].

Die Autoren schlossen insgesamt 937 Patienten (Studie 1: 450 Patienten; Studie 2: 487 Patienten) mit je 4 SK ein und behandelten sie entweder mit HP-40 oder einem Vehikel. Waren die SK nach drei Wochen nicht komplett verschwunden, wurde die Behandlung wiederholt. Zur Beurteilung der Effizienz diente die Physician’s Lesion Assessment (PLA) Skala (0 = keine sichtbaren SKs; 1 = fast vollständige Entfernung der SK; 2 = SK von 1 mm Tiefe oder weniger; 3 = SK von mehr als 1 mm Tiefe).

Vollständige Entfernung bei manchen Patienten

Die HP-40-Behandlung war in beiden Studien effizienter als das Vehikel. So konnten bei manchen Patienten alle SK (Studie 1: 4% vs. 0%; Studie 2: 8% vs. 0%; beide p = 0,01), bei anderen Probanden immerhin 3 von 4 SK entfernt werden (Studie 1: 13% vs. 0%; Studie 2: 23% vs. 0%; beide p = 0,0001).

Insgesamt wurden in der HP-40-Gruppe im Mittel pro Patient mehr SK komplett (Studie 1: 25% vs. 2%; Studie 2: 34% vs. 1%) oder fast vollständig entfernt (Studie 1: 47% vs. 10%; Studie 2: 54% vs. 5%) als in der Vehikelgruppe.

Bei Patienten, die mit HP-40 behandelt worden waren, traten mehr therapiebezogene Nebenwirkungen (TEAE) auf als unter der Kontrollapplikation. Nach HP-40-Therapie berichteten 100 Patienten von 145 TEAEs, mit dem Vehikel hatten 88 Patienten Probleme (126 TEAEs). Drei Nebenwirkungen wurden als schwer erachtet, darunter Schmerzen an der Applikationsstelle, eine Verbrennung und ein brennendes Gefühl nach der Therapie.
In der HP-40 Gruppe klagten einige Patienten nach zehn Minuten über ein leichtes Stechen in der Haut (45% der Läsionen), bei manchen Probanden war dieses sogar moderat (21% der Läsionen) oder sehr stark (5% der Läsionen) ausgeprägt. Teilweise juckte die Haut (leicht: 12%; moderat: 5%; schwer: 1%) oder es traten Bläschen auf (leicht: 10%; moderat: 0,8%; schwer: 0,5%). Weitere beobachtete Hautreaktionen waren Hyperpigmentierungen (5% der Läsionen), Hypopigmentierungen (2%), eine Narbenbildung (0,2%) oder Erosionen (3%).

Fazit und Limitationen

Laut der Autoren könnte die Applikation einer 40%igen Wasserstoffperoxidlösung eine Alternative zu ablativen Methoden darstellen. Allerdings wurde die optimale Anzahl der HP-40 Behandlungen nicht überprüft. Die Autoren vermuten, dass die Effizienz durch mehr Behandlungssessions gesteigert werden kann. Weitere Limitationen der Studie waren die relativ homogene Patientenauswahl sowie die geringe Probandenanzahl mit Fitzpatrick Hauttypen V oder VI. Auch wurden die Patienten nicht gefragt, wie zufrieden sie mit den Therapieergebnissen waren.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Kann eine 40%ige Wasserstoffperoxidlösung seborrhoische Keratosen (SK) effizient und sicher entfernen?

Antwort:  Ja. Im Vergleich zur Vehikelgruppe konnten mit Wasserstoffperoxid (40%) mehr SK entfernt werden. Als Nebenwirkungen traten meist leichte lokale Hautreaktionen auf. Drei Patienten berichteten über schwere Nebenwirkungen.

Bedeutung: Die Applikation von Wasserstoffperoxid könnte eine Alternative zu ablativen Methoden darstellen.

Einschränkungen: Die optimale Anzahl der Behandlungssessions wurde nicht ermittelt; die Patientenauswahl war relativ homogen und es wurden nur wenige Probanden mit Fitzpatrick Hauttypen V oder VI eingeschlossen. Auch wurden die Patienten nicht gefragt, wie zufrieden sie mit den Therapieergebnissen waren.

Literatur

Weiterführende Themen

Passend zum Thema

ANZEIGE

Frühzeitiges Eingreifen verbessert Akne-Symptome

Akne ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung. Auch wenn der Entstehungsprozess bis heute nicht im Detail verstanden ist, weiß man inzwischen, dass die chronische Entzündung in der Akne-Pathogenese eine zentrale Rolle spielt [1]. Basis einer Akne-Therapie sollte daher ein schnelles Eingreifen in die Entzündungskaskade sein – mit dem Ziel, bestehende Läsionen zu reduzieren, das Hautbild effektiv zu verbessern und somit die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen.

ANZEIGE

Therapiemanagement: Tipps zum Einsatz von Adapalen/BPO in der Praxis

Um den gewünschten Therapieerfolg zu erreichen, ist es wichtig, dass die Patienten Topika korrekt und regelmäßig auftragen. Es dauert in der Regel ein bis vier Behandlungswochen, bis eine Besserung der Haut zu erkennen ist. Daher lohnt es sich, etwas Geduld zu haben! Hier finden Sie hilfreiche Tipps für Ihre Patienten zur Verwendung der Fixkombination aus Adapalen und Benzoylperoxid.

ANZEIGE

Topisch mehr erreichen bei Akne

Vielfach kommen zur Behandlung von Akne topische Fixkombinationen zum Einsatz, wobei sowohl die synergistische Wirksamkeit als auch der positive Einfluss auf die Adhärenz bei der Therapiewahl eine Rolle spielen. Selbst die schwere papulopustulöse Akne lässt sich inzwischen topisch effektiv behandeln. Erfahren Sie mehr über die moderne Akne-Therapie…

Bildnachweise