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Die Diabetologie

Wie leben Kinder und Familien mit AID-Systemen?

Folgen der Technologie für Alltag und Wohlbefinden mit Typ-1-Diabetes

Erschienen in:

Zusammenfassung

Die automatisierte Insulindosierung (AID) führte innerhalb weniger Jahre zu einer beeindruckenden Verbesserung der Glukosewerte vieler Kinder und Jugendlicher mit Diabetes. Über die Stoffwechselwerte hinaus wirken sich AID-Systeme positiv auf viele Bereiche des Familienalltags aus. Die komplexe und oft schwierige Berechnung der richtigen Insulindosis wird den Eltern jüngerer Kinder oder den Jugendlichen weitgehend abgenommen. Sie gewinnen mehr Sicherheit vor Unterzuckerungen, v. a. nachts. Und Erfolgserlebnisse in der Diabetestherapie motivieren besonders diejenigen zum Selbstmanagement, die wegen vieler frustrierender Bemühungen um die Erkrankung bereits resigniert haben. Die Perspektive derjenigen, die täglich mit einem AID-System leben und arbeiten, gewinnt als PRO („person reported outcome“) in der Bewertung neuer Diabetestechnologien zunehmend an Bedeutung. Erste Studien zu AID-Systemen ergaben, dass sich der Schlaf von Kindern und Eltern verbessert, ebenso gibt es Hinweise auf reduzierten Diabetesdisstress, verminderte Hypoglykämieangst und weitere Verbesserungen der diabetesbezogenen Lebensqualität. Allerdings ist die Datenlage hierzu noch sehr begrenzt. Ein AID-System erfordert weiterhin ein engagiertes Selbstmanagement aller Nutzer, und es muss in einen altersgemäßen Alltag mit Schule und Freizeit integriert werden. Dafür sind spezifische Kenntnisse und Fertigkeiten unverzichtbar. Diabetesteams können Familien den Start erleichtern, indem sie gemeinsam mit ihnen realistische Erwartungen an ein AID-System entwickeln und dann eine fundierte praktische Schulung dazu anbieten, die sich an den Herausforderungen des Alltags junger Menschen mit Diabetes und ihrer Eltern orientiert.
Titel
Wie leben Kinder und Familien mit AID-Systemen?
Folgen der Technologie für Alltag und Wohlbefinden mit Typ-1-Diabetes
Verfasst von
Prof. Dr. rer. nat. habil. Karin Lange
Dr. Heike Saßmann
Publikationsdatum
25.09.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Diabetologie / Ausgabe 7/2024
Print ISSN: 2731-7447
Elektronische ISSN: 2731-7455
DOI
https://doi.org/10.1007/s11428-024-01233-6
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Bildnachweise
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