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Überlegungen zu Normativität und Konsumdenken bei der ästhetischen Behandlung des Gesichts

  • 01.04.2011
  • Leitthema
Erschienen in:

Zusammenfassung

Jede Gesichtsveränderung durch ästhetische Chirurgie oder Zahnmedizin bedeutet ein Risiko für den Behandler, weiß sein Kunde doch nicht, ob er in dem „neuen“ Gesicht wirklich seine eigene Identität wiederfinden kann. Die Werbung suggeriert eine normative Ästhetik und kann zu einer falschen Erwartungshaltung führen; sie unterstützt den konsumorientierten Wunsch nach Veränderung des äußeren Erscheinungsbilds. Ebenso führen auf das Gesicht fehlprojizierte und fehlinterpretierte innere Probleme zu einem Konflikt, der zwangsläufig in Unzufriedenheit mit dem tatsächlich erreichten Behandlungsergebnis endet, selbst wenn dieses dem maximal möglichen Resultat entspricht. Häufig haben deshalb juristische Auseinandersetzungen nach ästhetischen Eingriffen weniger einen Behandlungsfehler als einen Vertrauensverlust seitens des Patienten zum Hintergrund. Aus diesem Grund bestehen ganz besondere kommunikative und empathische Anforderungen an den Behandler, die er nicht über ein reines Dienstleistungsverhältnis im Sinn einer Kundenbeziehung realisieren kann. Deswegen ist gerade der ästhetisch tätige Chirurg oder Zahnarzt in ganz besonderem Maß dazu aufgefordert, sich als Arzt zu definieren und nicht als Behandler eines Kunden.
Titel
Überlegungen zu Normativität und Konsumdenken bei der ästhetischen Behandlung des Gesichts
Verfasst von
Prof. Dr. mult. R. Sader
Publikationsdatum
01.04.2011
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Journal für Ästhetische Chirurgie / Ausgabe 2/2011
Print ISSN: 1867-4305
Elektronische ISSN: 1867-4313
DOI
https://doi.org/10.1007/s12631-010-0114-z
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