Infiltrationstherapien am Ellenbogengelenk bei Epicondylopathia humeri radialis
- 19.04.2023
- Ultraschall
- Leitthema
- Verfasst von
- Dr. Kathi Thiele
- Annemarie Unmann
- Doruk Akgün
- Christian Schoch
- Stephanie Geyer
- Hildtrud Thiele
- Konrad Mader
- Sebastian Siebenlist
- Erschienen in
- Die Orthopädie | Ausgabe 5/2023
Zusammenfassung
Ein möglicher Therapieansatz der Epicondylopathia humeri radialis bei Chronizität ist die Infiltration des Extensorensehnenansatzes. Sowohl die Wahl des Medikaments als auch die Art der Infiltration und die akkurate Medikamentenapplikation (z. B. „peppering“, ultraschallgestützte Technik) als unverzichtbare Grundvoraussetzungen haben hierbei maßgeblich Einfluss auf den Erfolg dieser Therapieform. Die Infiltration mit Kortikosteroiden ist häufig mit einem kurzfristigen Erfolg und nachteiliger Gewebeaffektion assoziiert, sodass weitere Optionen ihren Eingang in die alltägliche Praxis gefunden haben. Die Objektivierung des Therapieerfolgs wird in der Regel über „patient reported outcome measurements“ definiert (PROM). Mit der Einführung der „minimal clinical important difference“ (MCID) werden statistisch signifikante Resultate in Bezug auf die klinische Bedeutung relativiert. Die Therapie der lateralen Epikondylitis wurde als wirksam angesehen, wenn die durchschnittliche Differenz der Scoreergebnisse zwischen dem Ausgangswert und dem Nachuntersuchungszeitpunkt 1,5 Punkte für die visuelle Analogskala (VAS), 16 Punkte für „disabilities of arm, shoulder and hand score“ (DASH), 11 Punkte für Patient-Rated Tennis Elbow Evaluation (PRTEE) und 15 Punkte für Mayo-elbow-performance-Score (MEPS) überstieg. Die Effektivität ist jedoch laut metaanalytischer Auswertungen weiterhin kritisch zu hinterfragen, die innerhalb der Placebogruppen ebenfalls in 90 % der Fälle eines chronischen Tennisellenbogens unbehandelt eine Ausheilung innerhalb von 12 Monaten belegen. Die zu applizierenden Substanzen wie Traumeel (Biologische Heilmittel Heel GmbH, Baden-Baden, Deutschland), Hyaluronsäure, Botulinumtoxin, „platelet-rich plasma“ (PRP), autologes Vollblut oder Polidocanol basieren auf unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Insbesondere der Einsatz von PRP bzw. autologem Vollblut zur Behandlung von muskulotendinösen wie auch degenerativen artikulären Pathologien hat eine hohe Popularität erreicht, wobei die Studienlage bezüglich der Effektivität inkonsistent ist. Das PRP kann entsprechend seiner Präparation in leukozytenreiches (LR-PRP) und leukozytenarmes Plasma (LP-PRP) eingeteilt werden. Im Gegensatz zum LP-PRP inkorporiert LR-PRP die mittlere und intermediäre Schicht, jedoch ist eine standardisierte Herstellung in der Literatur nicht beschrieben. Abschließende Daten bezüglich einer effektiven langfristigen Wirksamkeit stehen noch aus.
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- Titel
- Infiltrationstherapien am Ellenbogengelenk bei Epicondylopathia humeri radialis
- Verfasst von
-
Dr. Kathi Thiele
Annemarie Unmann
Doruk Akgün
Christian Schoch
Stephanie Geyer
Hildtrud Thiele
Konrad Mader
Sebastian Siebenlist
- Publikationsdatum
- 19.04.2023
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Ultraschall
Epikondylitis
Botulinumtoxin
Vorzeitiger Blasensprung
Ultraschall
Glucocorticoide
Orthopädie und Unfallchirurgie - Erschienen in
-
Die Orthopädie / Ausgabe 5/2023
Print ISSN: 2731-7145
Elektronische ISSN: 2731-7153 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00132-023-04371-9
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