Zum Inhalt

Konservative Therapieoptionen der Pseudarthrosen

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Pseudarthrosen entstehen in 5–10 % aller Frakturen, wobei sich diese Rate in Bezug auf die anatomische Lokalisation stark unterscheidet. Alle Pseudarthrosen haben gemeinsam, dass unabhängig von der Zeit, ohne eine weitere medizinische Therapie, keine Heilung zu erwarten ist. Es existieren unterschiedlichste operative Ansätze, um dieses äußerst komplexe Krankheitsbild zu therapieren, was mit einer Rate von 75–85 % der Fälle auch erfolgreich gelingt. Dem stehen die konservativen Therapiemöglichkeiten gegenüber, die bei jeder Behandlungsplanung in Betracht gezogen werden sollten. Insbesondere die vitalen Pseudarthrosen sprechen in der frühen Phase z. T. sehr gut auf nichtinvasive Verfahren an.

Methoden und Ergebnisse

Durch Basismaßnahmen, wie Optimierung der Komorbiditäten und Risikofaktoren sowie Belastungsaufbau einer Extremität, kann bereits eine Heilung erzielt werden. Elaboriertere Verfahren wie „low-intensity pulsed ultrasound“ (LIPUS) oder extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) können in 63–94 % der Fälle eine operative Therapie überflüssig machen und weisen dabei keine oder lediglich sehr geringe Nebenwirkungen auf, bei deutlich geringeren Kosten. Allerdings muss eine hohe Compliance des Patienten sichergestellt werden. Als optimale Voraussetzungen für einen konservativen Therapieversuch sollte die Pseudarthrose durch eine adäquate Osteosynthese stabil und infektionsfrei sein, keine Fehlstellung aufweisen und der Defekt kleiner als 5 mm sein.

Schlussfolgerung

Es ist in jedem Einzelfall durch einen erfahrenen Arzt kritisch zu überprüfen, ob eine konservative Behandlungsoption für dieses komplexe Krankheitsbild besteht.
Titel
Konservative Therapieoptionen der Pseudarthrosen
Verfasst von
Dr. T. Großner
G. Schmidmaier
Publikationsdatum
13.08.2020
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Unfallchirurgie / Ausgabe 9/2020
Print ISSN: 2731-7021
Elektronische ISSN: 2731-703X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00113-020-00851-1
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie

Ergonomie im OP eklatant vernachlässigt!

Das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz wird in chirurgischen Abteilungen viel zu oft stiefmütterlich behandelt. Die Konsequenzen macht die ERGO-Studie deutlich: Fehlhaltungen und Schmerzen hängen demnach eng zusammen.

So gut hilft Botox gegen Nacken- und Gelenkschmerzen

Botulinumtoxin hat einen festen Stellenwert in der Schmerztherapie. Im Fachbereich Orthopädie wird das Nervengift unter anderem zur Schmerzlinderung bei Myogelosen und zunehmend bei Arthrosen eingesetzt. Die empirische Beweislage für diese Off-Label-Anwendungen ordnete die Schmerztherapeutin Julia Wölfle-Roos beim Ortho Trauma Update ein.

Bewegen statt schonen bei Fibromyalgie

Ein dreiwöchiges Rehaprogramm mit intensivem körperlichem Training führte bei Menschen mit langjähriger schwerer Fibromyalgie zu einer deutlichen Steigerung der aeroben Leistungsfähigkeit.

Riskante Formfehler in Arztpraxen: Diese 5 Nachlässigkeiten können teuer werden

Ein 500.000-Euro-Regress wegen fehlender Rezeptunterschrift sorgte jüngst für Aufregung. Es gibt aber noch mehr Fehler, die für eine Praxis richtig teuer werden können. Hier sind die gefährlichsten Nachlässigkeiten.

Update Orthopädie und Unfallchirurgie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Abdominelle laparoskopische Operation/© Игорь Гончаров / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Aufziehen einer Spritze/© Eisenhans / Fotolia, Arzt stellt Rezept aus/© Bernhard Schmerl / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)