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01.06.2014 | Leitthema | Ausgabe 6/2014

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 6/2014

Unfälle in der EU

Ergebnisse des EuroSafe-Reports

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 6/2014
Autoren:
Dr. R. Bauer, M. Steiner, R. Kisser, S. M. Macey, D. Thayer

Zusammenfassung

Hintergrund

Unfälle und Verletzungen sind ein relevantes, aber auch weitgehend vermeidbares Gesundheitsproblem. Informationen über die Ursachen von Unfällen sind die Basis für eine Unfallprävention und die Produktsicherheit. Der aktuelle Bericht „Injuries in the European Union“ der European Association for Injury Prevention and Safety Promotion (EuroSafe) ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Unfallstatistiken auf EU-Ebene. Neben der Todesursachenstatistik werden vor allem die Daten der European Injury Data Base (IDB) präsentiert.

Methode

Die IDB ist eine für die Europäische Union (EU) einzigartige Datenquelle auf Basis eines international standardisierten Datensatzes über externe Ursachen und Begleitumstände von Verletzungen, der in der Notaufnahme von Krankenhäusern erhoben wird. Damit deckt die IDB das gesamte Spektrum von Unfällen und Verletzungen in ausreichender Detailliertheit ab, wie sie für die Ableitung präventiver Maßnahmen und die Kenntnis der beteiligten Produkte erforderlich ist. Die IDB-Daten wurden von den beteiligten Mitgliedstaaten (2012: Österreich, Zypern, Dänemark, Deutschland, Italien, Lettland, Malta, Niederlande, Norwegen, Portugal, Slowenien und Schweden) im Eigeninteresse (ohne gesetzliche Verpflichtung) und mitfinanziert vom EU-Health-Programme erhoben. Die zentrale IDB-Datenbank wird von der Europäischen Kommission geführt und bietet einen öffentlichen Zugriff auf die aggregierten Daten der teilnehmenden Länder. Derzeit laden etwa 100 Krankenhäuser in der EU rund 300.000 Fälle pro Jahr in die EU-Datenbank hoch. Die IDB enthält Informationen über sämtliche Unfallsektoren wie Verkehr, Arbeit oder Schule, mit dem Schwerpunkt auf Freizeit- und Sportunfällen. Je nach Unfallsektor werden bis zu 25 Variablen (Unfallart, Unfalltätigkeit, beteiligte Produkte, Transportmittel etc.) und oft auch individuelle Hergangsbeschreibungen erfasst.

Ergebnisse

Der Bericht zeigt, dass im Durchschnitt jährlich 40 Mio. Menschen in der EU nach Unfällen und Gewaltakten in einem Krankenhaus behandelt werden und etwa 233.000 Menschen an den Folgen einer Verletzung sterben. Zwischen den Ländern gibt es große Unterschiede bei den Raten der nach Unfällen tödlich und nicht-tödlich verletzten Personen, was als ein Maß für das präventive Potenzial von und als ein Hinweis auf gezielte Maßnahmen in den Ländern mit höheren Unfallraten gedeutet werden kann. Der Bericht enthält auch eine Momentaufnahme der 8 Schwerpunktthemen für die Verletzungsprävention, wie sie in der Empfehlung des EU-Rates zur Prävention von Verletzungen und zur Förderung der Sicherheit aus dem Jahr 2007 definiert wurden: Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, schwache Verkehrsteilnehmer, Sport, die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen sowie Gewalt und Selbstverletzungen.

Diskussion

Die Teilnahme an der EU-IDB hat sich für die oben genannten Länder als machbar und nützlich erwiesen, insbesondere für eine datenbasierte Prävention im wichtigen Bereich der Heim-, Freizeit- und Sportunfälle. Im Rahmen des EU-Projektes JAMIE (Joint Action for Injury Monitoring in Europe, 2011–2014) wird zurzeit an der weiteren Verbesserung der IDB-Standards und -Qualitätskriterien sowie an der Rekrutierung weiterer Länder gearbeitet. Mittelfristiges Ziel ist es, die EU-IDB in das statistische System von Eurostat zu integrieren und die Datenerhebung auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen.

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