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Ungedeckte psychotherapeutische Bedarfe bei Stimulanzienkonsumenten

Bedeutung komorbider Störungen und traumatischer Erfahrungen

  • 01.07.2014
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Trotz der geänderten Psychotherapierichtlinie finden in Deutschland nur verhältnismäßig wenige Patienten mit Substanzstörungen den Weg in eine ambulante psychotherapeutische Behandlung.

Ziel der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit wird der Bedarf an Psychotherapie bei Substanzstörungen anhand einer aktuellen Untersuchung an Stimulanzienkonsumenten illustriert.

Material und Methoden

Insgesamt 392 Personen mit aktivem Konsum von Amphetamin und/oder Methamphetamin wurden über ein breites Spektrum von Feldzugängen rekrutiert. Mit einem „Mixed-methods“-Ansatz wurden qualitative und quantitative Daten zu Konsumbiografie, -motiven und Traumatisierungen in der Kindheit erhoben.

Ergebnisse

Es fanden sich zahlreiche Hinweise für psychische Belastungen als Konsummotiv, die oft bereits beim Einstieg in den Konsum eine Rolle spielten. Knapp zwei Drittel aller Befragen (65,1 %) berichteten mindestens eine Form traumatischer Erfahrungen in Kindheit und Jugend (sexuelle, körperliche oder emotionale Gewalt bzw. körperliche oder emotionale Vernachlässigung).

Schlussfolgerungen

Die Befunde sprechen für einen hohen Bedarf an Psychotherapie bei Patienten mit Störungen durch Stimulanzien. Wichtig erscheint, dass die aktuellen Rahmenbedingungen dafür sowie die Ausbildung und Information von Psychotherapeuten in diesem Bereich weiter verbessert werden.
Titel
Ungedeckte psychotherapeutische Bedarfe bei Stimulanzienkonsumenten
Bedeutung komorbider Störungen und traumatischer Erfahrungen
Verfasst von
PD Dr. Ingo Schäfer, MPH
Annett Lotzin
Sascha Milin
Publikationsdatum
01.07.2014
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 4/2014
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-014-1059-z
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