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Ruhigstellungstechniken der unteren Extremität im Kindes- und Jugendalter

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Zusammenfassung

Operationsziel

Konservative Behandlung ausreichend stabiler Frakturen am Oberschenkelschaft des Kleinkindes sowie am distalen Oberschenkel und am gesamten Unterschenkel im Kindesalter unter Vermeidung von Achsdeformitäten inklusive Rotationsfehlern und mit final schmerzfreier, normal funktionierender Extremität.

Indikationen

Oberschenkelschaftfrakturen des Kleinkindes bis zu 3 Jahren. Undislozierte, stabile und/oder im Rahmen der möglichen altersabhängigen Spontankorrektur dislozierte Frakturen sowie stabil reponierbare Frakturen am distalen Ober- und am gesamten Unterschenkel, insbesondere Stauchungs‑, Grünholz- und isolierte Tibiafrakturen, vorwiegend bei Kindern vor dem 10. Lebensjahr.

Kontraindikationen

Oberschenkelschaftfrakturen bei Kindern > 3 Jahre oder > 15 kg. Instabile und über das Maß der möglichen altersabhängigen Spontankorrektur hinaus dislozierte Frakturen am distalen Oberschenkel und am gesamten Unterschenkel, v. a. bei Beteiligung der Fibula.

Operationstechnik

1. Becken-Bein-Gips (BBG) bei Kindern im 1. bis 3. Lebensjahr mit Oberschenkelschaftfrakturen.
2. Zirkulärer, gespaltener Oberschenkelgips bei den distalen Oberschenkelfrakturen sowie bei Frakturen der proximalen Tibia und den Unterschenkelschaftfrakturen sowie bei allen Kleinkindern.
3. Zirkulärer, gespaltener Unterschenkelgips oder breite Unterschenkelschiene bei den distalen Unterschenkelfrakturen inklusive der Sprunggelenksfrakturen und -distorsionen sowie Frakturen des Fußes mit Ausnahme der Kleinkinder, die aus einem Unterschenkelgips leicht herausrutschen und auch für distale Unterschenkelfrakturen einen Oberschenkelgips benötigen.
4. Sarmiento-Gips in Sondersituationen oder bei funktionellen Behandlungen.

Weiterbehandlung

Stabile Frakturen: Gipsabnahme nach 3 bis 4 Wochen, klinische Konsolidierungskontrolle und Freigabe zur Mobilisierung.
Im Rahmen der Spontankorrektur dislozierte oder reponierte Frakturen: radiologische Stellungskontrolle nach einer Woche zum Ausschluss einer sekundären Dislokation, ggf. Zirkulation, gipsfreie Konsolidierungskontrolle nach 4 Wochen, ggf. weitere Ruhigstellung je nach Alter und Ausmaß der Kallusbildung.

Ergebnisse

Bei konsequenter und fachgerechter Nachbehandlung sind die Ergebnisse der konservativen Behandlung von Frakturen am Oberschenkelschaft des Kleinkindes, am distalen Oberschenkel und am Unterschenkel gut. Komplikationen an der Haut, v. a.an der Ferse, kommen in bis zu 2 % der Fälle vor und müssen durch adäquate Polsterung präventiv bedacht werden.
Titel
Ruhigstellungstechniken der unteren Extremität im Kindes- und Jugendalter
Verfasst von
Prof. Dr. Peter P. Schmittenbecher
Dr. Theddy F. Slongo
Publikationsdatum
18.02.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Operative Orthopädie und Traumatologie / Ausgabe 3-4/2025
Print ISSN: 0934-6694
Elektronische ISSN: 1439-0981
DOI
https://doi.org/10.1007/s00064-025-00889-7
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