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02.06.2017 | Originalien | Ausgabe 4/2017

Der Pathologe 4/2017

Untersuchung von therapierelevanten Rezeptoren bei Knochenmarkkarzinosen

Ein Vergleich pathologischer und klinischer Parameter

Zeitschrift:
Der Pathologe > Ausgabe 4/2017
Autoren:
PD Dr. G. Massenkeil, C. Gropp, H. Kreipe, K. Hussein

Zusammenfassung

Hintergrund

Eine Knochenmarkkarzinose ist ein Zeichen fortgeschrittenen Tumorstadiums mit unspezifischen klinischen und hämatologischen Veränderungen. Die Diagnose wird durch die Knochenmarkbiopsie mit Histopathologie gestellt. Knochenmarkbiopsien sind jedoch nicht Teil des Standard-Staging onkologischer Erkrankungen und es gibt wenige Daten zur klinisch-pathologischen Korrelation.

Material und Methoden

In einer retrospektiven, monozentrischen Studie wurden Befunde von 20 Tumorpatienten mit Knochenmarkkarzinose analysiert. Biopsien wurden hinsichtlich Anteil der Tumorzellen, Fibrose/Nekrose und Knochenveränderungen nachuntersucht. Es wurde eine Immunhistochemie von potenziell therapierelevanten Rezeptoren und PD-L1 durchgeführt.

Ergebnisse

Das mittlere Alter der zwanzig Patienten (13 Frauen, 7 Männer) betrug 65 Jahre. Häufigste Diagnosen waren Mamma- (n = 8) und Lungenkarzinome (n = 5). Anämie (94 % der Patienten), Thrombozytopenie (72 %) und erhöhte LDH-Werte (83 %) waren häufig. Der Grad der malignen Knochenmarkinfiltration war sehr variabel und betrug zwischen 1 und 95 % der Biopsiefläche. Ein deutlicher Knochenumbau war in 14/20 Biopsien nachweisbar. Es fand sich keine Korrelation zwischen histologischen und radiologischen Befunden. Die behandelten Patienten zeigten eine klinische und hämatologische Verbesserung, das Gesamtüberleben aller Patienten war aber kurz (Median 4,5 Monate, <0,5 bis 21,5 Monate).

Diskussion

Anämie und Thrombozytopenie sind häufig mit einer Knochenmarkkarzinose assoziiert, aber unspezifisch. Das Ausmaß der Tumorzellinfiltration und die osteolytische/osteoblastische Reaktion in der Biopsie korrelierten nicht mit den radiologischen Befunden. Therapierelevante Faktoren sollten untersucht werden, aber die Therapieoptionen sind häufig eingeschränkt und die Prognose ist schlecht.

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