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Die Onkologie

Molekulare Therapie in der Therapiesequenz des metastasierten Blasenkarzinoms

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Urothelkarzinom (UC) stellt weltweit eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar und verzeichnet eine stetige Zunahme der Inzidenz. Die Behandlungsmöglichkeiten für das fortgeschrittene oder metastasierte Urothelkarzinom (mUC) haben sich weiterentwickelt, doch die Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit (OS) bleibt eine große Herausforderung.

Methoden

Der Artikel stützt sich auf den Inhalt der jüngsten Leitlinien und eine selektive Literaturrecherche.

Ergebnisse

In der Vergangenheit war eine Chemotherapie auf Cisplatin-Basis über viele Jahre hinweg die Standard-Erstlinientherapie für geeignete Patienten. In jüngster Zeit hat die Einführung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) das medizinische Spektrum für mUC-Patienten weiter vergrößert und wurde in Form von Kombinationsbehandlungen weiter erforscht. Die Kombination von Enfortumab-Vedotin (EV) und Pembrolizumab (Pem) war einer platinbasierten Standardchemotherapie deutlich überlegen, was die medizinische Behandlungslandschaft bei mUC nachhaltig veränderte. Heute ist EV plus Pem der Erstlinienstandard bei der Behandlung von therapeutisch fortgeschrittenem oder mUC. Darüber hinaus gibt es neue Optionen, wie z. B. Erdafitinib, die auf den Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor (FGFR) abzielen. In Zukunft könnte die zielgerichtete Therapie auch im perioperativen Bereich eingesetzt werden.

Schlussfolgerung

Die Kombination EV plus Pem ist der neue Therapiestandard für die medizinische Behandlung für mUC-Patienten. Erdafitinib ist ebenfalls in der Therapielandschaft des mUC etabliert. Weitere Studien könnten die klinischen Ergebnisse weiter verbessern.
Titel
Molekulare Therapie in der Therapiesequenz des metastasierten Blasenkarzinoms
Verfasst von
Dr. med. Thomas Hilser
Christopher Darr
Mulham Al-Nader
Niklas Klümper
Viktor Grünwald
Publikationsdatum
10.11.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Onkologie
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-025-01862-6
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Bildnachweise
Gebärmutter/© MSD Sharp & Dohme GmbH