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Die Onkologie

Urothelkarzinom des oberen Harntrakts

Zusammenfassung

Das Urothelkarzinom des oberen Harntrakts (UTUC) ist eine seltene und aggressive Tumorentität, welche bei Erstdiagnose meist in fortgeschrittenem Tumorstadien vorliegt. Die Kardinalssymptome sind eine schmerzlose Hämaturie und Flankenschmerzen. Durch die breite Verwendung von Schnittbildgebungen werden UTUC zunehmend inzidentell diagnostiziert. Während die kontrastmittelgestützte Computertomographie-Urographie zuverlässig papilläre und große Tumoren detektiert, können oberflächliche und kleine Tumoren nur mittels Ureterorenoskopie diagnostiziert werden. Die therapeutische Entscheidung orientiert sich am Risikoprofil: Kleine, unifokale, Low-Grade-Tumoren können nierenerhaltend mittels endoskopischer Laserablation behandelt werden, bedürfen allerdings einer engmaschigen Nachsorge. Bei High-Risk-Konstellationen mit High-Grade-Histologie oder invasiven Tumoren bleibt die radikale Nephroureterektomie der Goldstandard. Eine adjuvante platinbasierte Chemotherapie verbessert bei invasiven Tumoren das krankheitsfreie Überleben signifikant. Zunehmend gewinnen auch Immuntherapien an Bedeutung – sowohl im adjuvanten als auch im metastasierten Setting. Patienten mit nachgewiesener Mikrosatelliteninstabilität oder FGFR3-Mutationen scheinen von einer biomarkerbasierten Systemtherapie besonders zu profitieren. Angesichts der hohen Rezidiv- und Progressionsraten ist eine strukturierte, risikoadaptierte Nachsorge unerlässlich. Der interdisziplinäre, individualisierte Therapieansatz wird so zum Schlüssel für ein verbessertes Langzeitüberleben bei dieser komplexen Tumorentität.
Titel
Urothelkarzinom des oberen Harntrakts
Verfasst von
Dr. med. Julian Hermans
Marie Semmler
PD Dr. med. Lennert Eismann
Publikationsdatum
11.11.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Onkologie
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-025-01859-1
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