Zweitlinien- und Folgetherapien des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms
- 02.12.2025
- Urothelkarzinom
- Leitthema
- Verfasst von
- Prof. Dr. Gunhild von Amsberg
- Sergey Dyshlovoy
- Anja Coym
- Erschienen in
- Die Onkologie | Ausgabe 1/2026
Zusammenfassung
Hintergrund
Die systemische Behandlung des fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms (UC) befindet sich in einem raschen Wandel. Mit der Phase-III-Studie EV-302/KEYNOTE-A39 wurde die Kombination aus Enfortumab-Vedotin und Pembrolizumab (EV/P) als neuer Erstlinienstandard etabliert. Diese Entwicklung verändert die Strategien für Folgetherapien grundlegend und schränkt die Aussagekraft bisheriger Evidenz ein.
Ziel
Ziel dieser Arbeit war es, den aktuellen Stand der Zweitlinien- und Folgetherapien beim metastasierten UC vor dem Hintergrund der neuen Erstlinienstrategien darzustellen und Implikationen für die klinische Praxis abzuleiten.
Material und Methoden
Es wurde eine umfassende Literaturrecherche in PubMed durchgeführt, ergänzt durch die Auswertung aktueller Abstracts und Präsentationen führender Kongresse (American Society of Clinical Oncology, ASCO; American Society of Clinical Oncology – Genitourinary, ASCO GU; European Society for Medical Oncology, ESMO) sowie Studienregister (clinicaltrials.gov).
Ergebnisse
Die Evidenz für Zweitlinienoptionen nach EV/P ist derzeit begrenzt. Internationale Leitlinien empfehlen primär platinbasierte Chemotherapie ohne begleitende Avelumab-Erhaltung. Erdafitinib stellt für Patient:innen mit FGFR3-Alterationen eine wirksame zielgerichtete Option dar, auch nach EV. Sacituzumab-Govitecan zeigte in frühen Studien relevante Ansprechraten, konnte jedoch in der Phase-III-Studie TROPiCS-04 den primären Endpunkt des Gesamtüberlebens nicht erreichen. Monochemotherapien, insbesondere Vinflunin und Taxane, spielen nur eine untergeordnete Rolle. In laufenden Phase-II/III-Studien werden neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC; u. a. Datopotamab-Deruxtecan, Disitamab-Vedotin, bispezifische ADC) untersucht.
Schlussfolgerung
Die Wahl der Zweitlinientherapie erfordert eine sorgfältige Abwägung von Vortherapie, molekularen Alterationen, Zielproteinexpression und individuellen Patientenfaktoren. Da viele bisherige Daten durch die Einführung von EV/P als Erstlinienstandard an Relevanz verlieren, besteht ein dringender Bedarf an prospektiven Studien, um optimale Sequenzstrategien beim metastasierten UC zu definieren.
Anzeige
- Titel
- Zweitlinien- und Folgetherapien des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms
- Verfasst von
-
Prof. Dr. Gunhild von Amsberg
Sergey Dyshlovoy
Anja Coym
- Publikationsdatum
- 02.12.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Urothelkarzinom
Urothelkarzinom
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
Checkpoint-Inhibitoren
Checkpoint-Inhibitoren
Onkologie - Erschienen in
-
Die Onkologie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00761-025-01861-7
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.