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04.04.2019 | Vaginalkarzinom | Leitthema | Ausgabe 5/2019

Der Onkologe 5/2019

Einsatz der Sentinellymphonodektomie in der Diagnostik und Therapie bei Karzinomen von Vulva und Vagina

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 5/2019
Autoren:
Prof. Dr. Linn Wölber, Prof. Dr. Hans-Georg Schnürch

Zusammenfassung

Hintergrund

Der Lymphknotenbefall der Leiste ist der zentrale Prognosefaktor für Rezidivrisiko und Überleben bei Patientinnen mit Vulva- und Vaginalkarzinom. Im letzten Jahrzehnt hat die Sentinellymphonodektomie (SNB, Wächterlymphknotenbiopsie) insbesondere beim Vulvakarzinom Einzug in die klinische Routine erhalten.

Ziel

Die aktuelle Datenlage und Empfehlungen zum Thema SNB bei Vulva- und Vaginalkarzinom werden dargestellt.

Methoden

Diese Arbeit basiert auf einer selektiven Literaturrecherche in der Datenbank PubMed zum Thema „sentinelnode biopsy“ und „vulva cancer“ sowie „vaginal cancer“.

Ergebnisse

Erst durch das operative Staging der Lymphknoten gelingt bei klinisch nodalnegativen Patientinnen eine Risikoabschätzung für die weitere Prognose und damit eine Stratifizierung hinsichtlich der adjuvanten Therapie. Seit Veröffentlichung der Ergebnisse der GROINSS-V-I Studie in 2008 gilt die SNB beim Vulvakarzinom als onkologisch sicher durchführbar bei Einhaltung klar definierter Kriterien: Unifokaler Primärtumor, Tumorgröße <4 cm, klinisch/sonographisch unauffällige Leistenlymphknoten. Mit Einführung der SNB konnte die operative Morbidität bei minimal erhöhtem Leistenrezidivrisiko deutlich reduziert werden. Anders als beim Vulvakarzinom ist die Durchführung einer alleinigen SNB beim Vaginalkarzinom als experimentell einzuordnen, denn wegen der Seltenheit dieser Tumoren sind prospektive Studien kaum durchführbar. Insbesondere beim Vaginalkarzinom mit seiner unsicheren Assoziationen zwischen Tumorsitz und Lymphabflussrichtung bietet der Einsatz des Verfahrens aber die Möglichkeit zur sinnvollen Individualisierung der Therapie: Aufgrund der unklaren Lymphabflusssituation werden bislang alle Lymphabflussgebiete in die Therapie mit einbezogen. Um die damit verbundene Morbidität einzugrenzen, könnten die Lymphabflussgebiete, die durch das Sentinelverfahren als tumorfrei beschrieben werden, bei der Therapie zukünftig ausgespart werden.

Schlussfolgerungen

Die SNB soll bei erfüllten Kriterien analog der GROINSS-V-I-Studie jeder Patientin mit primärem Vulvakarzinom angeboten werden. Beim Vaginalkarzinom handelt es sich um ein relevantes aber derzeit experimentelles Verfahren zur Individualisierung der Therapie.

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Literatur
Über diesen Artikel

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