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23.08.2019 | Varizella-Zoster-Virus | Nachrichten

Neue STIKO-Empfehlungen

Zoster-Impfung für alle ab 60

Autor:
Wolfgang Geissel

Die Ständige Impfkommission hat ihre neuen Empfehlungen zu Impfungen gegen Gürtelrose, Pertussis und Grippe präzisiert. Bei der Zoster-Impfung müssen Ärzte etwas beachten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat den neuen Impfkalender für 2019/20 veröffentlicht.

Die wichtigste Neuerung betrifft die Empfehlung der Impfung gegen Herpes zoster für alle ab 60 Jahren sowie für Menschen mit Grunderkrankungen ab 50. Standard ist der Totimpfstoff (Shingrix®), die Lebendvakzine wird nicht empfohlen (Epid Bull 2019;34:313-364).

Die Empfehlung zur ZosterImpfung wurde schon Ende 2018 ausgesprochen, doch präzisiert die STIKO jetzt die Modalitäten. Wichtig zur anstehenden Grippe-Saison: Gegen Zoster und Influenza kann gleichzeitig bei einem Termin geimpft werden, und zwar dann, wenn eine saisonale Influenza-Standardvakzine verwendet wird (inaktiviert, nicht-adjuvantiert). Koadministration mit anderen Vakzinen wird nicht empfohlen, weil Daten dazu fehlen.

Weiter wird klargestellt: Eine durchgemachte Zoster-Erkrankung (HZ) schützt nicht davor, erneut daran zu erkranken. Den Totimpfstoff können auch Menschen bekommen, die bereits in der Vergangenheit erkrankt waren, die Vakzine ist bei ihnen immunogen und sicher. Die Krankheit sollte abgeklungen sein, die Impfung ist nicht zur Therapie gegen Herpes zoster oder ihrer Spätfolgen bestimmt.

Lieferschwierigkeiten auch mittelfristig

Wegen der großen Nachfrage ist Shingrix® momentan nicht lieferbar, und auch mittelfristig wird die Nachfrage nicht komplett abgedeckt werden können, teilt der Hersteller GSK mit. Ende August sollen aber begrenzte Mengen von 10er-Packungen wieder zur Verfügung stehen.

Gegen HZ wird zweimal geimpft, und die zweite Dosis sollte zwei bis sechs Monate nach der ersten gegeben werden. GSK und STIKO appellieren daher an Ärzte, die jetzt verfügbaren Vorräte vorrangig zur Komplettierung von Impfserien zu nutzen. Lässt sich der Sechsmonatsabstand nicht einhalten, sollte umgehend geimpft werden, wenn die Vakzine wieder erhältlich ist.

Und: Neue Impfserien sollten nur dann begonnen werden, wenn die Gabe der zweiten Impfdosis sichergestellt ist. Auf keinen Fall kann die Impfserie mit der Gabe eines Lebendimpfstoffs abgeschlossen werden.

Neue Empfehlungen zur Pertussis-Impfung

Darüber hinaus gibt es Änderungen für die Postexpositionsprophylaxe nach Kontakt mit einem Pertussis-Kranken. Auch Pertussis-Geimpfte sollten dann zur Prävention nochmals eine Impfdosis erhalten, wenn in ihrer Umgebung besonders gefährdete Menschen leben wie Säuglinge ohne (kompletten) Impfschutz, Kinder mit kardialen oder pulmonalen Grundleiden oder Schwangere im letzten Trimester.

Ebenfalls sollten Kinder und Betreuer in Gemeinschaftseinrichtungen unabhängig vom Impfstatus zur Postexpositionsprophylaxe gegen H. influenzae b (Hib) geimpft werden, wenn es dort zwei oder mehr Erkrankte gibt.

Quelle: Ärzte Zeitung

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