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29.10.2019 | Der interessante Fall

Venöses Thoracic-outlet-Syndrom mit akuter Thrombose der V. subclavia (Paget-von-Schroetter-Syndrom)

Zeitschrift:
Gefässchirurgie
Autoren:
Dr. med. K. Korsake, F. Meyer, J. Dillner, A. Udelnow, M. Powerski, R. Albrecht, Z. Halloul

Zusammenfassung

Einleitung

Der akute thrombotische Verschluss der V. subclavia oder V. axillaris wird in der Literatur als Paget-von-Schroetter-Syndrom bezeichnet. Es entsteht durch Mikrotraumen bzw. Intimaeinrisse der Vene und präsentiert sich klinisch mit venösem Rückstau, Prominenz der Oberarmvenen sowie infraklavikulärem oder axillärem Druckschmerz. Chronische Abflussstörungen der Vv. axillaris et subclavia aufgrund der anatomischen Veränderungen im Bereich der oberen Thoraxapertur bezeichnet man als venöses Thoracic-outlet-Syndrom (TOS).

Ziel

Das Ziel des vorliegenden wissenschaftlichen Fallberichtes ist es, den seltenen Kasus eines Paget-von-Schroetter-Syndrom (PSS) mit der individuell fallspezifischen klinischen Symptomausprägung, basierend auf einschlägigen Referenzen der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur und den gewonnenen Erfahrungen im diagnostischen und therapeutischen Management, inkl. des Outcomes und einer prognostischen Wertung darzustellen.

Fallbericht

Ein 30-jähriger Hobby-Sportler klagte über eine am Vortag plötzlich aufgetretene Schwellung und Druckschmerz im Bereich des rechten Armes mit ebenfalls leicht bläulich-livider Verfärbung des Hautkolorits. Duplexsonographie, CT- und MR-Angiographie sowie eine Phlebographie zeigten eine Thrombose der V. subclavia dextra bis zur V. cava superior bei Thoracic-outlet-Syndrom. Aufgrund der Akuität und ausgeprägten Symptomatik wurde die Indikation zur intravenösen medikamentösen Thrombolyse lokal via V. brachialis mittels Actilyse® (Alteplase, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim am Rhein, Deutschland) gesehen. Hiernach waren noch Restthromben in der V. subclavia und eine Obstruktion an der V. subclavia darstellbar, die interventionell-radiologisch mittels Ballon dilatiert wurde. Die Antikoagulation erfolgte mittels Xarelto® 20 mg täglich (Rivaroxaban; Bayer AG, Leverkusen, Deutschland). Bei der klinischen Kontrolluntersuchung nach 3 Monaten waren die Beschwerden deutlich regredient. Die konservative Therapie wird weiter fortgeführt mit weniger Sportaktivitäten und weiterer Gabe von Rivaroxaban für mindestens 6 Monate. Als mögliche Ursache wurde a.e. eine anstrengende und wiederholte Aktivität der oberen Extremitäten durch die sportliche Betätigung eruiert.

Schlussfolgerung

Das Paget-von-Schroetter-Syndrom ist ein sehr seltenes Krankheitsbild. Es kann konservativ, interventionell und operativ behandelt werden. Bei akuten ausgeprägten Thrombosen sollte eine Fibrinolyse mit Plasminogenaktivatoren vorgenommen werden. Bei schweren Verläufen und in rezidivierenden Fällen sollte die fassbare Ursache für eine Kompression möglichst chirurgisch korrigiert werden.

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