Skip to main content
Erschienen in: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 8/2015

01.08.2015 | Leitthema

Verknüpfung großer Sekundär- und Registerdatenquellen mit Daten aus Kohortenstudien

Doppeltes Potenzial nutzen

verfasst von: Dr. Svenja Jacobs, Christoph Stallmann, Prof. Dr. Iris Pigeot

Erschienen in: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz | Ausgabe 8/2015

Einloggen, um Zugang zu erhalten

Zusammenfassung

Kohortenstudien liefern unter allen Typen epidemiologischer Beobachtungsstudien die beste Evidenz für das Erkennen von kausalen Zusammenhängen zwischen Risikofaktoren und Krankheiten. Ihr Design kann jedoch auch zu Nachteilen führen, die die Validität und Aussagekraft der Ergebnisse beeinflussen können. Dazu zählen insbesondere systematische Fehler wie Selektionseffekte oder Verzerrungen aufgrund lücken- oder fehlerhafter Erinnerungen. Um diese teilweise auszugleichen, ist es möglich, die Primärdaten aus der Kohortenstudie auf Individualebene mit Sekundär- und Registerdaten zu verlinken. Diese Verknüpfung kann auch zur Validierung der verwendeten Datenquellen genutzt werden. Zu den Sekundär- und Registerdaten, die bisher in Deutschland im Rahmen von Kohortenstudien mit Primärdaten verknüpft wurden, gehören Kranken- und Rentenversicherungsdaten, Angaben der Bundesagentur für Arbeit sowie Krebsregisterdaten. Bei ihnen lassen sich zwei Gemeinsamkeiten erkennen. Zum einen verfügen alle über einen großen Umfang an Detailinformationen, die sich in der Regel auf lange Zeiträume und große Populationen beziehen. Zum anderen sind sie in der Lage, Daten auf Individualebene zur Verfügung zu stellen, sodass prinzipiell eine Verlinkung z. B. mit Primärdaten möglich ist. Jede dieser Datenquellen ist aber auch mit Einschränkungen behaftet, die zu berücksichtigen sind. Gleichzeitig muss in Deutschland eine Reihe rechtlicher Restriktionen beachtet werden, deren Ziel es ist, den Missbrauch der Daten zu vermeiden.
Literatur
1.
Zurück zum Zitat Ahrens W, Krickeberg K, Pigeot I (2014) An introduction to epidemiology. In: Ahrens W, Pigeot I (Hrsg) Handbook of Epidemiology. Springer Science+Business Media, New York, S 3–41CrossRef Ahrens W, Krickeberg K, Pigeot I (2014) An introduction to epidemiology. In: Ahrens W, Pigeot I (Hrsg) Handbook of Epidemiology. Springer Science+Business Media, New York, S 3–41CrossRef
2.
Zurück zum Zitat Swart E, Stallmann C, Powietzka J, March S (2014) Datenlinkage von Primär- und Sekundärdaten. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 57(2):180–187CrossRef Swart E, Stallmann C, Powietzka J, March S (2014) Datenlinkage von Primär- und Sekundärdaten. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 57(2):180–187CrossRef
3.
Zurück zum Zitat Hoffmann W, Bobrowski C, Fendrich K (2008) Sekundärdatenanalyse in der Versorgungsepidemiologie. Potenzial und Limitationen. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 51:1193–1201CrossRef Hoffmann W, Bobrowski C, Fendrich K (2008) Sekundärdatenanalyse in der Versorgungsepidemiologie. Potenzial und Limitationen. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 51:1193–1201CrossRef
5.
Zurück zum Zitat Zeidler J, Braun S (2012). Sekundärdatenanalyse. In: Schöffski O, von der Schulenburg JM (Hrsg) Gesundheitsökonomische Evaluationen. 4., vollständig überarbeitete Aufl. Springer, Berlin Heidelberg, S 243–274 Zeidler J, Braun S (2012). Sekundärdatenanalyse. In: Schöffski O, von der Schulenburg JM (Hrsg) Gesundheitsökonomische Evaluationen. 4., vollständig überarbeitete Aufl. Springer, Berlin Heidelberg, S 243–274
6.
Zurück zum Zitat John J, Krauth C (2005) Verknüpfung von Primärdaten mit Daten der gesetzlichen Krankenversicherung in gesundheitsökonomischen Evaluationsstudien: Erfahrungen aus zwei KORA-Studien. In: Swart E, Ihle P (Hrsg) Routinedaten im Gesundheitswesen. Handbuch Sekundärdatenanalyse: Grundlagen, Methoden und Perspektiven. Hans Huber, Bern, S 215–234 John J, Krauth C (2005) Verknüpfung von Primärdaten mit Daten der gesetzlichen Krankenversicherung in gesundheitsökonomischen Evaluationsstudien: Erfahrungen aus zwei KORA-Studien. In: Swart E, Ihle P (Hrsg) Routinedaten im Gesundheitswesen. Handbuch Sekundärdatenanalyse: Grundlagen, Methoden und Perspektiven. Hans Huber, Bern, S 215–234
7.
Zurück zum Zitat Hasselhorn H M, Peter R, Rauch A et al (2014) Cohort profile: the lidA study – a German cohort study on work, age, health and work participation. Int J Epidemiol 43(5):1–14 Hasselhorn H M, Peter R, Rauch A et al (2014) Cohort profile: the lidA study – a German cohort study on work, age, health and work participation. Int J Epidemiol 43(5):1–14
8.
Zurück zum Zitat Stallmann C, Ahrens W, Kaaks R, Pigeot I, Swart E, Jacobs S (2015) Individuelle Datenverknüpfung von Primärdaten mit Sekundär- und Registerdaten in Kohortenstudien: Potenziale und Verfahrensvorschläge. Gesundheitswesen 77(02):e37–e42 (Epub). doi: 10.1055/s-0034–1396805 Stallmann C, Ahrens W, Kaaks R, Pigeot I, Swart E, Jacobs S (2015) Individuelle Datenverknüpfung von Primärdaten mit Sekundär- und Registerdaten in Kohortenstudien: Potenziale und Verfahrensvorschläge. Gesundheitswesen 77(02):e37–e42 (Epub). doi: 10.1055/s-0034–1396805
12.
Zurück zum Zitat Mika T, Czaplicki C (2010) SHARE-RV: Eine Datengrundlage für Analysen zu Alterssicherung, Gesundheit und Familie auf der Basis des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe und der Daten der Deutschen Rentenversicherung. RVaktuell 2010(12):396–400 Mika T, Czaplicki C (2010) SHARE-RV: Eine Datengrundlage für Analysen zu Alterssicherung, Gesundheit und Familie auf der Basis des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe und der Daten der Deutschen Rentenversicherung. RVaktuell 2010(12):396–400
15.
Zurück zum Zitat Schnell R (2013) Getting Big Data but avoiding Big Brother. German Record Linkage Center, WP-GRLC 2013 (2) Schnell R (2013) Getting Big Data but avoiding Big Brother. German Record Linkage Center, WP-GRLC 2013 (2)
16.
Zurück zum Zitat German National Cohort (GNC) Consortium (2014) The German national cohort: aims, study design and organization. Eur J Epidemiol 29:371–382CrossRef German National Cohort (GNC) Consortium (2014) The German national cohort: aims, study design and organization. Eur J Epidemiol 29:371–382CrossRef
Metadaten
Titel
Verknüpfung großer Sekundär- und Registerdatenquellen mit Daten aus Kohortenstudien
Doppeltes Potenzial nutzen
verfasst von
Dr. Svenja Jacobs
Christoph Stallmann
Prof. Dr. Iris Pigeot
Publikationsdatum
01.08.2015
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz / Ausgabe 8/2015
Print ISSN: 1436-9990
Elektronische ISSN: 1437-1588
DOI
https://doi.org/10.1007/s00103-015-2184-8

Weitere Artikel der Ausgabe 8/2015

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 8/2015 Zur Ausgabe

Leitlinien kompakt für die Allgemeinmedizin

Mit medbee Pocketcards sicher entscheiden.

Seit 2022 gehört die medbee GmbH zum Springer Medizin Verlag

Facharzt-Training Allgemeinmedizin

Die ideale Vorbereitung zur anstehenden Prüfung mit den ersten 49 von 100 klinischen Fallbeispielen verschiedener Themenfelder

Mehr erfahren

Herzstillstand nach Energy-Drinks

18.06.2024 Plötzlicher Herztod Nachrichten

Energy-Drinks können sich in Kombination mit anderen Risikofaktoren offenbar zu einem „perfekten Sturm“ zusammenbrauen, der schlimmstenfalls in einen plötzlichen Herzstillstand mündet. Sieben solcher Fälle schildert ein auf Rhythmusstörungen spezialisiertes US-Team.

Schleifendiuretikum ohne Herzinsuffizienz? Verordnung hinterfragen!

18.06.2024 Diuretika Nachrichten

Werden Schleifendiuretika häufig ohne sorgfältige Diagnostik verschrieben? Eine Kohortenstudie aus Schottland scheint darauf hinzudeuten.

Vorteile für Blutdruckselbstmanagement

18.06.2024 Hypertonie Nachrichten

Kontrollieren Hypertoniker ihren Blutdruck regelmäßig selbst, und passen sie entsprechend eigenständig ihre Antihypertensivadosis an, wird der Blutdruck um etwa 3 mmHg stärker gesenkt als unter dem üblichen ärztlichen Therapieplan.

Mehrmals tägliche Eisengabe führt schneller zum Erfolg

Ob Eisen mehrfach täglich, einmal täglich oder nur jeden zweiten Tag eingenommen wird, ein Anstieg von Hämoglobinspiegel und anderen Eisenparametern ist in jedem Fall zu erwarten. Gilt es jedoch einen Eisenmangel rasch auszugleichen, ist man mit dem Aufsplitten der Tagesdosis am besten bedient.

Update Allgemeinmedizin

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.