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Handtraumatologie im Wandel der Zeit

Klinik und Ökonomie von stationären und ambulanten Fällen an einem Universitätsklinikum der letzten Dekade

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Handchirurgische Abteilungen stehen heute vor der Herausforderung, rentabel zu arbeiten, Nachwuchs auszubilden, steigende Fallzahlen zu bewältigen und die geforderte Ambulantisierung in der klinischen Praxis umzusetzen.

Ziel der Arbeit

Ziel dieser Studie war es, die demografischen und ökonomischen Kennzahlen einer Universitätsklinik zu beschreiben und die Entwicklung der stationären und ambulanten Fallzahlen der letzten Dekade zu untersuchen.

Material und Methoden

Durchgeführt wurde eine monozentrische, retrospektive Datenauswertung von Patienten, welche aufgrund einer Handverletzung im Zeitraum von 2013 bis 2023 behandelt wurden. Die Fälle wurden mittels der Hauptdiagnosen der International Classification of Diseases (ICD) identifiziert und deskriptiv analysiert. Um einen Zusammenhang nachzuweisen, wurde ein lineares Regressionsmodell gerechnet und ein p-wert <0,05 als signifikant angenommen.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 2918 Fälle über eine Dekade ab dem Jahr 2013 eingeschlossen. Davon waren 776 Fälle ambulant. Zwei Drittel der Patienten waren männlich. Die Patienten waren insgesamt gesund mit einem Status von 1,6 ± 0,6 in der Klassifikation der American Society of Anesthesiologists (ASA) und einem Patient Clinical Complexity Level (PCCL) von 0 in 79 % der Fälle. Das Patientenaufkommen stieg kontinuierlich von 161 Fällen 2013 auf 393 Fälle im Jahr 2022 (p < 0,001). Die häufigsten Hauptdiagnosen waren infektiöse Handerkrankungen (L02.4-M65.14). Daraus ergab sich die mit Abstand häufigste Diagnosis Related Group (DRG) I32E (319 Fälle). Für stationäre Fälle betrug die durchschnittliche Schnitt-Naht-Zeit 51:51 min und für ambulante Fälle 26:03 min. Der Erlös betrug im Durchschnitt 4372,90 € pro stationärem und 300,77 € pro ambulanten Fall. Die Quote an Prüfungen durch den Medizinischen Dienst (MD) betrug 19 % im gesamten Betrachtungszeitraum.

Schlussfolgerung

Die steigenden Fallzahlen im ambulanten und im stationären Sektor deuten auf eine Zentralisierung und Bündelung der handchirurgischen Kompetenzen in der Region hin. Zwischen den ambulanten und stationären Fällen ergeben sich deutliche Erlösdifferenzen.

Graphic abstract

Titel
Handtraumatologie im Wandel der Zeit
Klinik und Ökonomie von stationären und ambulanten Fällen an einem Universitätsklinikum der letzten Dekade
Verfasst von
Dr. med. Torsten Schulz
Toralf Kirsten
Rima Nuwayhid
Stefan Langer
Sandra von der Höh
Nikolaus von Dercks
Publikationsdatum
17.11.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Unfallchirurgie / Ausgabe 12/2024
Print ISSN: 2731-7021
Elektronische ISSN: 2731-703X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00113-024-01498-y
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Bildnachweise
Arthropedia, Knochensäge im Einsatz bei Knie-TEP/© Issara / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Älterer Mann schaut kritisch auf Tabletten/© Mediteraneo / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Speicheldrüsensonographie der Glandula parotis links bei Sjögren-Syndrom/© Zehrfeld N. et al. / all rights reserved Springer Medizin Verlag GmbH