Latissimus-dorsi-Transfer bei irreparablen posterior-superioren Rotatorenmanschettendefekten bei älteren Patienten
Mittelfristige Ergebnisse
- 31.10.2018
- Verletzungen der Rotatorenmanschette
- Originalien
- Verfasst von
- Dr. S. Ebert-Fillmer
- U. T. Bloos
- S. El Masri
- R. Stangl
- Erschienen in
- Die Unfallchirurgie | Ausgabe 7/2019
Zusammenfassung
Zielsetzung
Ist der Latissimus-dorsi-Transfer (LDT) auch bei älteren Patienten bei chronischen posterior-superioren Rotatorenmanschettendefekten eine gute Option?
Material und Methode
In den Jahren 2010–2016 wurden 25 Patienten ohne glenohumerale Arthrose und nichtrekonstruierbare Supra- und Infraspinatussehne bei noch zentrierbarem Glenohumeralgelenk und einer erhaltenen Restfunktion der Anteversion bei irreparablen posterior-superioren Rotatorenmanschettendefekten mittels LDT am KH Rummelsberg (Sana) operiert. Neun Patienten (36 %) hatten eine oder mehrere Rekonstruktionsversuche der Rotatorenmanschette in der Vorgeschichte. Alle anderen Patienten (64 %), mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren, wurden einer primären Rekonstruktion mittels LDT zugeführt. Es konnten 24 von 25 Patienten (96 %), bei einem durchschnittlichen Follow-up von 32 Monaten, klinisch anhand des Constant-Score (CS) und der visuellen Analogskala (VAS) nachuntersucht werden. Die Operation erfolgte in der von Gerber beschriebenen Technik zur Hebung des Latissimus dorsi, allerdings in „Beach-chair“-Position. Die Nachbehandlung erfolgte für 6 Wochen in der ACRO-Assist-Schiene (Schulterorthese) in 90°-Abduktion unter täglicher limitierter Außenrotationsbeübung mit anschließender ambulanter Rehabilitation.
Ergebnisse
Die durchschnittliche Operationszeit betrug 112 min (68–199 min). Die einzige Komplikation bestand in einer festgenähten Redon-Drainage. Der präoperative Constant-Wert betrug im Mittel 25 Punkte, der postoperative Constant-Wert 60 Punkte bei einem mittleren Zugewinn von 35 Punkten. Der alterskorrigierte relative Constant-Score lag postoperativ bei 74. Die Schmerzwahrnehmung verbesserte sich hochsignifikant von präoperativen starken bis sehr starken Schmerzen auf postoperativ geringe bis keine Schmerzen. Im VAS-Score gab es eine Reduktion von präoperativ 6 auf postoperativ 3 VAS-Punkte. Die Außenrotation verbesserte sich im Mittel von 3 Punkten auf 6 Punkte im CS.
Der präoperative Constant-Wert bei Patienten <60 Jahre (n = 12) betrug 20, der postoperative Constant-Wert 51, bei einem Zugewinn von 31 Constant-Punkten. Bei Patienten ≥60 Jahre (n = 12) betrug der präoperative Constant-Wert 31, der postoperative Constant-Wert 60 Punkte. Der Zugewinn beträgt 29 Punkte. Der Unterschied zwischen den Altersgruppen ist nicht signifikant.
Die voroperierten Patienten (arthroskopische oder offene Rotatorenmanschettenrekonstruktion) zeigten zwar eine gute Verbesserung des Constant-Werts (um 26 gegenüber 32 Punkten bei nichtvoroperierten Patienten), allerdings auf niedrigerem Niveau im Constant-Wert (45 vs. 69 Punkte).
Schlussfolgerung
Bei geeigneter Patientenselektion kann auch im hohen Patientenalter mit dem LDT ein hoher Zugewinn im CS erreicht werden. Der VAS-Score und die Außenrotation verbessern sich signifikant. Voroperationen beeinträchtigen das Ergebnis.
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- Titel
-
Latissimus-dorsi-Transfer bei irreparablen posterior-superioren Rotatorenmanschettendefekten bei älteren Patienten
Mittelfristige Ergebnisse - Verfasst von
-
Dr. S. Ebert-Fillmer
U. T. Bloos
S. El Masri
R. Stangl
- Publikationsdatum
- 31.10.2018
- Verlag
- Springer Medizin
- Erschienen in
-
Die Unfallchirurgie / Ausgabe 7/2019
Print ISSN: 2731-7021
Elektronische ISSN: 2731-703X - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00113-018-0557-9
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