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23.10.2017 | Aktuelles | Ausgabe 11/2017

Der Nervenarzt 11/2017

Versorgungsforschung im Maßregelvollzug oder das Stochern im Nebel

Konsenspapier zur Notwendigkeit einheitlicher und besserer Daten

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 11/2017
Autoren:
J. Querengässer, A. Bezzel, K. Hoffmann, W. Mache, Prof. Dr. B. Schiffer

Zusammenfassung

Komplexe und von zahlreichen Einflüssen determinierte Belegungstrends, deutliche länderspezifische Unterschiede in der Vollzugspraxis sowie kürzlich erfolgte gesetzliche Änderungen der betreffenden Strafrechtsparagraphen unterstreichen die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger Begleitforschung des deutschen Maßregelvollzugs (MRV). Um diesem Ziel gerecht zu werden, liegen zurzeit jedoch weder die strukturellen Voraussetzungen noch eine adäquate Datenlage vor. Noch nicht einmal die Gesamtzahl der gegenwärtig untergebrachten MRV-Patienten ist aus den veröffentlichten (Teil‑)Statistiken zu ermitteln. Das vorliegende Konsenspapier, das von drei je auf Landesebene aktiven Forschungseinrichtungen formuliert wurde, zeichnet die begrenzten Möglichkeiten der aktuellen forensischen Versorgungsforschung nach und erhebt die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Datenlage zu Maßregelvollzugspatienten. Darüber hinaus wird aus wissenschaftlicher Sicht skizziert, wie ein entsprechendes Erhebungsinstrument organisatorisch wie strukturell beschaffen sein sollte. Mit dem Papier soll eine Diskussion über eine nachhaltige Verbesserung der Voraussetzungen für Versorgungsforschung im deutschen Maßregelvollzug angestoßen werden, es zielt auf eine Sensibilisierung der Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung für dieses Thema.

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