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19.05.2021 | Viszeralchirurgie | Originalien | Ausgabe 6/2021 Open Access

Der Chirurg 6/2021

Auswirkungen der ersten COVID‑19-Welle auf die Viszeralchirurgie

Ein retrospektiver Fallzahlenvergleich an einem Universitätsklinikum und einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung

Zeitschrift:
Der Chirurg > Ausgabe 6/2021
Autoren:
Marcella Steffani, Constanze Merz, Christian Stöß, Lars Landau, PD Dr. Norbert Hüser, Daniel Hartmann, Helmut Friess, Jörg Theisen, Prof. Dr. med. Alexander Novotny

Zusammenfassung

Hintergrund

Während der ersten COVID-19-Pandemiewelle führte die Aussetzung aller elektiven Eingriffe im Zeitraum vom 15.03. bis 15.05.2020 in Deutschland zu einem Rückgang an Operationen. Die Auswirkungen auf die Zahl spezifischer Operationen in der Viszeralchirurgie sind bislang nicht bekannt.

Methoden

In diese retrospektive Studie wurden 301 Patienten eingeschlossen, die eine Cholezystektomie bzw. Appendektomie an einem Universitätsklinikum oder Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung zwischen dem 15.03.2020 und 05.05.2020 (vs. 2018 und 2019) erhielten. Analysiert wurden die Fallzahlen und der klinische Verlauf.

Ergebnisse

Die Aussetzung des Elektivprogramms führte zu einer signifikanten Reduktion elektiver Cholezystektomien und notfallmäßiger Appendektomien. Am Universitätsklinikum reduzierte sich die Anzahl der Appendektomien von 24 im Jahr 2018 um 33 % auf 16 im Jahr 2020, die Zahl der Cholezystektomien sank von 30 um 57 % auf 13. Am Grundversorger reduzierte sich die Zahl der Appendektomiepatienten von 23 im Jahr 2018 um 48 % auf 12 im Jahr 2020, die Zahl der Cholezystektomien stieg im Jahr 2018 auf 2019 an und sank anschließend um 30 % im Jahr 2020. Die Operationsdauer, Krankenhausverweildauer und der klinische Verlauf der Patienten unterschied sich nicht signifikant zu den Vorjahreszeiträumen.

Diskussion

Der Lockdown während der ersten COVID-19-Pandemiewelle führte zu einer deutlichen Reduktion häufiger viszeralchirurgischer Eingriffe. Um die medizinische Versorgung der gesamten Bevölkerung während einer Pandemie möglichst auf hohem Niveau zu erhalten, müssen aktuelle Möglichkeiten der operativen und konservativen Therapie, unter anderem abhängig von lokalen Infektionszahlen und den individuellen Komorbiditäten der Patienten, gegeneinander abgewogen werden.

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