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23.04.2019 | Vitiligo | Nachrichten

Addition zu nichtkultivierten epidermalen Zellen

Plättchenreiches Plasma verbessert Repigmentierung bei Vitiligo

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Durch die Transplantation von nichtkultivierten epidermalen Zellen kommt es zu einer Repigmentierung bei Vitiligo. Die Zugabe von plättchenreichem Plasma scheint den Effekt noch zu verstärken – zumindest bei Patienten mit nicht-segmentaler Erkrankung.

Zur Behandlung der Vitiligo werden Melanozyten/Keratinozyten einer normal pigmentierten Haut auf hypopigmentierte Stellen transplantiert. Eine Möglichkeit bietet die Verwendung einer nichtkultivierten epidermalen Zellsuspension (NCES), bei der die Zellen – im Gegensatz zu anderen Techniken – vorher nicht kultiviert werden müssen. Die Methode ist zum einen zeitsparend, zum anderen können Ärzte damit größere Hautflächen behandeln [1].

Indische Dermatologen untersuchten nun, ob die Zugabe von plättchenreichem Plasma (PRP) zur NCES die Repigmentierung einer stabilen Vitiligo verbessern kann [2]. 21 Patienten nahmen an der Studie teil, davon acht mit segmentaler und 13 mit nicht-segmentaler Vitiligo. Bei allen Probanden war die Erkrankung für ein Jahr oder länger stabil. Die Patienten waren im Schnitt 23 Jahre alt. Die Ärzte trugen bei jedem Probanden NCES in Kombination mit PRP auf eine hypopigmentierte Stelle, auf einer anderen wiederum die Mischung aus NCES plus einer Pufferlösung auf.

PRP führt zu besseren Ergebnissen

Bei den meisten Studienteilnehmern kam es nach ein bis drei Monaten zu einer Repigmentierung der behandelten Hautstellen, wobei jüngere Probanden tendenziell besser ansprachen als ältere. Nach sechs Monate Beobachtungszeit zeigte sich ein Vorteil von NCES + PRP im Vergleich zu NCES + Pufferlösung. Die mittlere Repigmentierung mit PRP betrug 75,6 +/- 30%, ohne PRP 65 +/- 34% (p = 0,0036). Drei unabhängige Dermatologen beurteilten das Ergebnis nach drei und sechs Monaten Follow-up. Schon nach drei Monaten beobachteten sie einen signifikanten Unterschied – und zwar zugunsten von NCES + PRP. Die Effizienz von PRP plus NCES spiegelte sich auch in der Zufriedenheit der Patienten wieder.

Die Autoren untersuchten außerdem den Effekt in den verschiedenen Vitiligo-Typen (segmental – nicht-segmental) und fanden bei der segmentalen Form keinen Effizienzunterschied zwischen NCES plus PRP und NCES ohne PRP (74,6 +/- 29,9 vs. 71,1 +/- 29,6). Patienten mit nicht-segmentaler Erkrankung sprachen jedoch besser auf die Kombination von NCES und PRP an (76,3 +/- 31 vs. 61,8 +/-37). Laut der Dermatologen könnte der fehlende Unterschied bei Patienten mit segmentaler Vitiligo aber auf die allgemein kleine Probandenanzahl und auf die ungleiche Verteilung der beiden Gruppen (13 nicht-segmental, 8 segmental) zurückzuführen sein.

Fazit

Die Zugabe von PRP zu einer NCES kann die Repigmentierung einer Vitiligo verbessern. Die Patientenzufriedenheit ist mit PRP ebenfalls höher.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Kann die Zugabe von plättchenreichem Plasma (PRP) zu einer nichtkultivierten epidermalen Zellsuspension (NCES) die Repigmentierung einer Vitiligo verbessern?

Antwort: Ja. Zumindest bei Patienten mit nicht-segmentaler Vitiligo verbesserte die Zugabe von PRP zu NCES das Ergebnis. Auch waren die Probanden mit der PRP + NCES-Behandlung zufriedener.

Einschränkungen: Geringe Patientenanzahl, Follow-up-Zeit auf sechs Monate beschränkt.

Literatur

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