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Vitreomakuläre Traktion: Diagnostik, natürlicher Verlauf, Therapieentscheidung und Leitlinienempfehlungen

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Zusammenfassung

Die vitreomakuläre Traktion ist eine traktive foveoläre Adhäsion der hinteren Glaskörpergrenzmembran mit pathologischen strukturellen Veränderungen des vitreomakulären Interfaces. Davon ist die physiologische vitreomakuläre Adhäsion mit einer komplett erhaltenen foveolären Depression abzugrenzen. Typische und vom Schweregrad abhängige Symptome sind Visusminderung, Probleme beim Lesen und Metamorphopsien. Durch die hochauflösende SD(„spectral domain“)-OCT(optische Kohärenztomographie)-Bildgebung wurde es möglich, die manchmal sehr geringen morphologischen Veränderungen zu klassifizieren. Bei ausgeprägten Befunden und zusätzlicher epiretinaler Gliose und Veränderungen der äußeren Netzhaut spricht man dann von einem vitreomakulären Traktionssyndrom. Eine vitreomakuläre Traktion hat eine hohe Wahrscheinlichkeit einer spontanen Lyse innerhalb von 12 Monaten. Daher sollte Behandlung nur bei entsprechendem Leidensdruck des Patienten und mit Symptomen beim beidäugigen Sehen und ausbleibender Spontanlyse erfolgen. Bei mit einer vitreomakulären Traktion assoziiertem Makulaforamen werden neben der Pars-plana-Vitrektomie auch alternative Behandlungsoptionen wie die intravitreale Ocriplasmin-Injektion und die pneumatische Vitreolyse diskutiert. Der Wirkstoff Ocriplasmin wird gegenwärtig in Deutschland nicht mehr angeboten. Die besten Ergebnisse wurden in vergleichenden Untersuchungen mit der Vitrektomie erzielt. Die pneumatische Vitreolyse wird wegen der erhöhten Gefahr von Netzhautrissen kontrovers diskutiert. In einer aktuellen S1-Leitlinie der deutschen ophthalmologischen Fachgesellschaften werden evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der vitreomakulären Traktion zusammengefasst.
Titel
Vitreomakuläre Traktion: Diagnostik, natürlicher Verlauf, Therapieentscheidung und Leitlinienempfehlungen
Verfasst von
Henrik Faatz
Lars-Olof Hattenbach
Tim U. Krohne
Siegfried G. Priglinger
Albrecht Lommatzsch
Publikationsdatum
29.05.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Ophthalmologie / Ausgabe 6/2024
Print ISSN: 2731-720X
Elektronische ISSN: 2731-7218
DOI
https://doi.org/10.1007/s00347-024-02042-4
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