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05.06.2019 | Leitthema | Ausgabe 4/2019

Der Nephrologe 4/2019

Von der chronischen Niereninsuffizienz zur Hämodialyse

Zeitschrift:
Der Nephrologe > Ausgabe 4/2019
Autor:
Prof. Dr. H. Reichel
Wichtige Hinweise

Redaktion

H. Haller, Hannover
W. Kleophas, Düsseldorf

Zusammenfassung

Jährlich beginnt in Deutschland eine hohe Anzahl von Patienten eine chronische Nierenersatztherapie, überwiegend in Form einer Hämodialyse(HD)-Therapie. Über diese Transitionsphase sind nur wenige gesicherte Daten verfügbar. Die ersten Monate einer HD-Therapie sind eine medizinische Hochrisikophase mit im Vergleich zu prävalenten HD-Patienten deutlich gesteigerter Mortalität. Risikofaktoren hierfür sind unter anderem Gefäßzugang via zentraler Venenkatheter und Malnutrition. Vorhandensein, längere Dauer und höhere Intensität einer nephrologischen Betreuung bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung (CKD) resultieren in einem besseren Outcome nach Transition zur HD. Studiendaten implizieren, dass ein späterer Beginn der Dialysetherapie (eGFR <10 ml/min/m2) im Vergleich zu einem früheren Beginn (eGFR <10 ml/min/m2) nicht mit einer schlechteren Prognose assoziiert ist; in die Entscheidung zur Einleitung einer Nierenersatztherapie müssen jedoch auch patientenindividuelle Aspekte einfließen. Welche weiteren Faktoren, Behandlungspraktiken und Patientencharakteristika bei fortgeschrittener CKD Einfluss auf die Prognose nach Dialysebeginn haben, ist nicht ausreichend bekannt; bisher liegen nur wenige Daten hierzu vor. Unser Ziel muss es sein, Therapiemodifikationen in der Prädialysephase zu identifizieren, die das Outcome nach Transition zur Dialysetherapie verbessern, um die mit dieser Phase verbundene exzeptionell hohe Mortalität zu reduzieren.

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