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Vorbestehender Schmerz als Komorbidität im postoperativen Akutschmerzdienst

  • 01.10.2013
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Ziel dieser Untersuchung ist es, die Prävalenz und Bedeutung vorbestehender Schmerzen bei Patienten im Rahmen der postoperativen Versorgung durch den Akutschmerzdienst (ASD) darzustellen. Des Weiteren wird diskutiert, inwieweit sich durch diese Komorbidität in der Praxis unmittelbare Unterschiede im Versorgungsaufwand, im Leistungsspektrum und in der Versorgungsqualität des ASD ergeben.

Material und Methode

Es wurde eine inhaltliche und quantitative Auswertung aller ASD-Visiten innerhalb eines Zeitraums von 8 Wochen durchgeführt. Die Auswertung erfasste auch eine Qualitätsbeurteilung aus Patientensicht, die mithilfe des Patientenfragebogens aus dem Projekt Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie (QUIPS) ermittelt wurde.

Ergebnisse

Die Daten von 633 ASD-Visiten bei 128 Patienten wurden ausgewertet. Von diesen Patienten wurden 91 % wegen eines operativen Eingriffs aufgenommen (66 % Tumorchirurgie, 8 % Endoprothetik, 9 % sonstige Gelenkeingriffe, 17 % sonstige Eingriffe). Es hatten 50 % aller betreuten Patienten bereits mindestens seit 12 Wochen vorbestehende Schmerzen. Hiervon wurden 31 % als chronische Schmerzen (nichttumorbedingt) und 19 % als Schmerzen, die vermutlich im Zusammenhang mit der Tumorerkrankung standen, bewertet. Für die Patienten mit vorbestehenden Schmerzen ergaben sich keine nennenswerten Unterschiede im direkten Betreuungsaufwand und in der Qualität der Versorgung, abgesehen von einer öfter nachfolgenden schmerz- und palliativmedizinischen konsiliarischen Betreuung.

Schlussfolgerung

Vorbestehende Schmerzen sind eine häufige Komorbidität bei operativen Patienten. Die Daten zur Ergebnisqualität zeigen, dass diese Patienten von speziellen Verfahren und der Betreuung durch den ASD profitieren könnten. Im Gegensatz zu Studien zur allgemeinen postoperativen Schmerzbehandlung wiesen die vom ASD betreuten Patienten mit vorbestehenden Schmerzen keine höhere postoperative Schmerzintensität auf, sodass vorbestehende Schmerzen eine sinnvolle Indikation zur Mitbetreuung durch den ASD sein könnten.
Titel
Vorbestehender Schmerz als Komorbidität im postoperativen Akutschmerzdienst
Verfasst von
Dr. J. Erlenwein
J. Schlink
M. Pfingsten
J. Hinz
M. Bauer
M. Quintel
F. Petzke
Publikationsdatum
01.10.2013
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Anaesthesiologie / Ausgabe 10/2013
Print ISSN: 2731-6858
Elektronische ISSN: 2731-6866
DOI
https://doi.org/10.1007/s00101-013-2224-4
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