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22.08.2017 | Leitthema | Ausgabe 10/2017

Der Chirurg 10/2017

Vorgehen bei traumatischen Darmverletzungen bei MANV

Zeitschrift:
Der Chirurg > Ausgabe 10/2017
Autoren:
Dr. J. F. Lock, F. Anger, C.-T. Germer

Zusammenfassung

Während es beim stumpfen Bauchtrauma nur selten zu Darmverletzungen kommt, sind Darmverletzungen bei penetrierenden Verletzungen, insbesondere bei Explosionstraumen die typische Verletzungsfolge. Unabhängig von einem möglicherweise negativen computertomographischen Befund sollte bei penetrierenden Abdominalverletzungen großzügig die Indikation zur chirurgischen Exploration gestellt werden. In einer Triagesituation sollten zunächst hämodynamisch instabile Patienten und Patienten mit abdomineller Abwehrspannung und/oder Peritonismus exploriert werden. Neben akuten intraabdominellen Blutungen besteht vor allem die Gefahr späterer septischer Komplikationen bei nichterkannten Hohlorganperforationen. Das individuelle Vorgehen richtet sich nach der Gesamtlage und den individuellen Begleitverletzungen. Beim Vorliegen von Damage-control-surgery(DCS)-Kriterien sollten nur lebensrettende operative Sofortmaßnahmen durchgeführt und ein Laparostoma angelegt werden. Rekonstruktionen am Darm und eine Stomaanlage können dann im Intervall erfolgen.

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