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17.05.2019 | Wachstum und Wachstumsstörungen | Leitthema | Ausgabe 6/2019

Der Orthopäde 6/2019

Kongenitale Wirbelsäulendeformitäten im Wachstumsalter

Moderne Behandlungsstrategien

Zeitschrift:
Der Orthopäde > Ausgabe 6/2019
Autor:
Prof. Ralf Stücker

Zusammenfassung

Hintergrund

Kongenitale Wirbelsäulendeformitäten können eine Skoliose oder Kyphose, eine Lordo- oder Kyphoskoliose hervorrufen. Je nach Ausprägung können sie sich ohne Progredienz, mit langsamer oder mit rascher Progredienz entwickeln. Kenntnisse über den natürlichen Verlauf solcher Fehlbildungen an der Wirbelsäule sind für die Behandlung von entscheidender Bedeutung. Neben den Auswirkungen auf das Achsenskelett und insbesondere den Thorax sind eine Vielzahl von assoziierten Anomalien zu bedenken. Dazu gehören Fehlbildungen des Thorax, intraspinale Anomalien, Herzfehler und urogenitale Fehlbildungen. Entsprechende Untersuchungen einschließlich einer MRT der gesamten Wirbelsäule sind vor Behandlungsbeginn daher in jedem Fall erforderlich.

Behandlung

Konservative Maßnahmen einschließlich Krankengymnastik und Korsettversorgung sind zur Kontrolle einer etwaigen Progredienz nicht geeignet. Eine Gipsredression („serial casting“) kann ggf. für einige Formen kongenitaler Fehlbildungen der Wirbelsäule sinnvoll sein. Isolierte Halbwirbel werden bevorzugt um das 5.–6. Lebensjahr durch ein rein dorsales Resektionsverfahren entfernt. Wachstumslenkende Verfahren von ventral oder dorsal, z. B. „growing rods“, sind nur in sehr wenigen Fällen anwendbar. Nach wie vor ist jedoch das VEPTR-Verfahren gerade für komplexe angeborene Fehlbildungen mit oder ohne Thoraxdeformitäten eine geeignete Möglichkeit der Korrektur bei gleichzeitigem Erhalt des Wachstumspotenzials der Wirbelsäule und des Thorax.

Kyphotische Deformitäten

Kyphotische Deformitäten können nicht sinnvoll mit wachstumslenkenden Verfahren behandelt werden, sodass sich in solchen Fällen frühzeitige korrigierende Operationsverfahren mit kurzstreckiger Spondylodese empfehlen. Schwerstgradige Deformitäten erfordern in einzelnen Fällen komplexe Osteotomien einschließlich einer VCR („vertebral column resection“).

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