Skip to main content
main-content
Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin 8/2012

01.12.2012 | Leitthema

Wann sollte man den Rettungsdienst nicht alarmieren?

verfasst von: Prof. Dr. H.R. Arntz, S. Poloczek

Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin | Ausgabe 8/2012

Einloggen, um Zugang zu erhalten

Zusammenfassung

Hintergrund und Problematik

Notrufe an den Rettungsdienst erweisen sich aus Sicht der Rettungskräfte bei Eintreffen oft als nicht notwendig. Allerdings steht hinter dem Notruf ein komplexer Entscheidungsprozess, in dem die subjektive Interpretation der Situation durch den Patienten, von Angehörigen oder zufälligen Augezeugen eine entscheidende Rolle spielen. Für bestimmte, v. a. die sozial schwächsten Bevölkerungsgruppen ist der Rettungsdienst oft der einzige Anker, der schnelle Hilfe in schwierigen Situationen bietet. Die Einsatzleitstelle verfügt nur über sehr begrenzte Möglichkeiten, die Sinnhaftigkeit eines Notrufs zu beurteilen. Abfrageschemata könne den Disponenten unterstützen, ihm aber die Entscheidung nicht abnehmen. Eigentlich sollte man von medizinisch geleiteten Institutionen am ehesten erwarten, dass Notrufe gezielt erfolgen. Es ist allerdings festzustellen, dass aus Alten- und Pflegeheimen und aus der Hauskrankenpflege häufig unnötige Notrufe erfolgen. Hier mangelt es ebenso an klaren Anweisungen durch die betreuenden Ärzte wie auch bei der häusliche Pflege von Schwerkranken und Sterbenden durch Angehörige.

Schlussfolgerung

Es ist notwendig, dass die betreuenden Ärzte im Vorfeld Gespräche mit Pflegenden, Angehörigen und Patienten führen, nicht nur um unnötige Rettungsdienstalarme zu vermeiden, sondern auch um unnötige oder gar sinnlose Maßnahmen und Krankenhauseinweisungen – schlimmstenfalls sogar gegen den Willen des Patienten – zu verhindern.
Literatur
1.
Zurück zum Zitat Flaschar D, Bathe J, Müller D, Breckwoldt J et al (2006) Der Notarzteinsatz im Pflegeheim: Missbrauch des Rettungsdienstes oder Notwendigkeit? Intensivmedizin 43:I/60 Flaschar D, Bathe J, Müller D, Breckwoldt J et al (2006) Der Notarzteinsatz im Pflegeheim: Missbrauch des Rettungsdienstes oder Notwendigkeit? Intensivmedizin 43:I/60
2.
Zurück zum Zitat Gozalo P, Jeno JM, Mitchell SL et al (2011) End-of life transitions among nursing home residents with cognitive issues. N Engl J Med 365:1212–1221 PubMedCrossRef Gozalo P, Jeno JM, Mitchell SL et al (2011) End-of life transitions among nursing home residents with cognitive issues. N Engl J Med 365:1212–1221 PubMedCrossRef
3.
Zurück zum Zitat Meinlschmidt G, Brenner M (1999) Sozialstrukturatlas Berlin. Technische Universität Berlin, Institut für Gesundheitswissenschaften und Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Berlin Meinlschmidt G, Brenner M (1999) Sozialstrukturatlas Berlin. Technische Universität Berlin, Institut für Gesundheitswissenschaften und Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Berlin
4.
Zurück zum Zitat Poloczek S (2002) Zusammenhang zwischen Sozialstruktur und Inanspruchnahme der Notfallrettung in Berlin. Postgradualer Studiengang Gesundheitswissenschaften/Public Health, Technische Universität Berlin Poloczek S (2002) Zusammenhang zwischen Sozialstruktur und Inanspruchnahme der Notfallrettung in Berlin. Postgradualer Studiengang Gesundheitswissenschaften/Public Health, Technische Universität Berlin
5.
Zurück zum Zitat Smith AK, Williams BA, Lo B (2011) Discussing overall prognosis with the very elderly. N Engl J Med 365:2149–2151 PubMedCrossRef Smith AK, Williams BA, Lo B (2011) Discussing overall prognosis with the very elderly. N Engl J Med 365:2149–2151 PubMedCrossRef
6.
Zurück zum Zitat Shotland RL, Huston TL (1979) Emergencies: what are they and do they influence bystanders to intervene? J Pers Soc Psychol 37:1822–1834 PubMedCrossRef Shotland RL, Huston TL (1979) Emergencies: what are they and do they influence bystanders to intervene? J Pers Soc Psychol 37:1822–1834 PubMedCrossRef
Metadaten
Titel
Wann sollte man den Rettungsdienst nicht alarmieren?
verfasst von
Prof. Dr. H.R. Arntz
S. Poloczek
Publikationsdatum
01.12.2012
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin / Ausgabe 8/2012
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-011-1542-9