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05.05.2017 | Originalien | Ausgabe 3/2017

Pädiatrie & Pädologie 3/2017

Was unterscheidet die Tuberkulose bei Kindern und Erwachsenen?

Zeitschrift:
Pädiatrie & Pädologie > Ausgabe 3/2017
Autor:
Prim. Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Frischer

Zusammenfassung

Die Tuberkulose bei Kindern ist eine seltene Erkrankung in Österreich geworden. Von allen österreichischen Fällen sind nur 3 % jünger als 14 Jahre. Die Prävalenz ist bei jungen Erwachsenen (15–24 Jahre) höher. Die Erkrankung betrifft vor allem nicht-native Österreicher (24 % versus 6 %). Bei Kindern jünger als 14 Jahren lässt sich dieser Unterschied nicht nachweisen. Bei der Erwachsenenform der Lungentuberkulose findet man ausgedehnte Infiltrate sowie Kavernenbildung, während das Kind typischerweise eine hiläre Lymphadenopathie entwickelt. Selbst mit invasiven Verfahren lassen sich Bakterien nicht häufig finden und deshalb sind Kinder auch selten ansteckend. Die Diagnose beruht mehr auf der Anamnese des Kontaktes mit einem Indexpatient sowie immunologischen Verfahren (Tuberkulinhauttest sowie Interferon-gamma-release-Tests) als dem Thorax-Röntgenbild. Vor allem bei sehr jungen Kindern ist das Röntgen wenig sensitiv. Diese Altersgruppe hat jedoch das größte Risiko, eine aktive und dann oft progressive und systemische Tuberkulose zu entwickeln. Nach einem suspizierten Kontakt mit einer Indexperson können zwei immunologische Testungen im Abstand von 8 Wochen eine Infektion nachweisen bzw. ausschließen. Bei einer Infektion sollte dem Kind eine präventive Therapie (Isoniazid 10 mg/kg) für 9 Monate angeboten, bei Kindern unter 5 Jahren darauf gedrängt werden. Die unkomplizierte, aktive Tuberkulose wird für 2 Monate mit INH + Pyrazinamid + Rifampicin sowie weitere 4 Monate mit INH + Rifampicin behandelt. Die Prognose ist exzellent, verschlechtert sich jedoch, wenn es zu einer systemischen Infektion mit Beteiligung anderer Organsysteme (v. a. den Meningen) kommt.

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