Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) hilft Wunden heilen
- Open Access
- 01.11.2014
- Übersichten
Zusammenfassung
Wassergefiltertes Infrarot A
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Temperatur,
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Sauerstoffpartialdruck und
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Durchblutung
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Schmerzen,
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Entzündung und
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vermehrte Sekretion
Bisherige Studien
Akute Operationswunden
Studie Heidelberg
Studie München
Schwerbrandverletzte Kinder (Studie Kassel)
Experimentelle Wunden (Studie Berlin)
Akute Wunden, Wundserome und persistierende postoperative Schmerzen
Chronische venöse Unterschenkelulzera
Studie Basel
Studie Tromsø/Hillerød
Studie Freiburg
Erfahrungen in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main
Durchführung der Bestrahlungen mit wIRA
Offene Wundbehandlung
Dokumentation
Fallbeispiele
Fall | Bestrahlungsdauer, insgesamt (h) | Wundpflege bis zur/nach der Transplantation von Spalthaut (Tage) | Zeit der Beobachtung von der ersten bis zur letzten Abbildung pro Fall (Tage) |
|---|---|---|---|
1 | 550 | 117, bis | |
2 | 118 | 12, bis | |
3 | 51 | 103a, bis | |
4 | 74 | 198b, bis | |
5 | 252 | 84, nach | |
6 | 60 | Keine zweite Transplantation |
Fall 1
Fall 2
Fall 3
Fall 4
Fall 5
Fall 6
Evidenz
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niedrigere Wundinfektionsrate (Evidenzgrad Ib): einmalige präoperative Bestrahlung: 5,1 % (9 von 178) vs. 12,1 % (22 von 182) Wundinfektionen insgesamt, p = 0,017; späte Wundinfektionen (an den postoperativen Tagen 9 bis 30): 1,7 % (3 von 178) vs. 7,7 % (14 von 182), p = 0,007 (Studie München) ([12] sowie aus den Daten der Publikation berechnete Werte). Postoperative Bestrahlung: 7 % (3 von 46) vs. 15 % (7 von 48), p = 0,21, Trend; späte Wundinfektionen 0 % (0 von 46) vs. 8 % (4 von 48), p = 0,12, Trend (Studie Heidelberg) [2, 7],
Fazit für die Praxis
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Wassergefiltertes Infrarot A ist eine nachweislich geeignete Hilfe zur Heilung von Wunden und deshalb eine wertvolle Ergänzung der interdisziplinären chirurgischen Behandlung (unter Einbeziehung der plastischen und der septischen Chirurgie) sowie der Pflege von Wunden. Die Wundheilung wird durch wIRA gefördert, sowohl bei normalem als auch bei gestörtem Verlauf. Wunden heilen schneller oder verkleinern sich, und Transplantationen von Spalthautgittern und Epithelialisierungen werden ermöglicht. Auch in den dargestellten Fallbeispielen heilten unter dem Einfluss von wIRA Defektwunden, wegen deren Lokalbefund Lappenplastiken angezeigt gewesen wären: Nach Vorbereitungszeiten von einigen Wochen führten die Transplantationen von Spalthautgittern zur Heilung der wesentlich kleineren Wunden.
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Wassergefiltertes Infrarot A ist ein kontaktfreies und verbrauchsmaterialfreies Verfahren.
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In der Regel ist die unbedeckte Wunde täglich mindestens insgesamt 60 min (oder auch deutlich länger, z. B. 2-6 Stunden pro Tag) mit moderater Bestrahlungsstärke (individuell ermittelter „Wohlfühlabstand“) zu bestrahlen. Es sollte bis zum Abschluss der Wundheilung und lieber öfter und länger mit geringerer Bestrahlungsstärke als kürzer mit höherer Bestrahlungsstärke bestrahlt werden.
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Strahler für wIRA können auch vom Patienten zu Hause genutzt werden. Die Berufsgenossenschaften übernahmen meist die Kosten für die leihweise Bereitstellung eines wIRA-Strahlers zur Förderung der Wundheilung.